Expresso Transatlântico
portugiesische Band
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Expresso Transatlântico (portugiesisch für: Trans-Atlantik-Express) ist eine Band aus Lissabon. Sie spielen einen meist ruhigen bis spannungsgeladenen, überwiegend instrumental vorgetragenen Musikstil aus Americana-Spielarten und Fado, eine Mischung, die sich auch im Bandnamen widerspiegelt. Vor ihnen hat die Band Dead Combo, ebenfalls aus Lissabon, ein nicht unähnliches Konzept verfolgt, jedoch ohne eine vergleichbar starke Betonung der portugiesischen Komponente.
| Expresso Transatlântico | |
|---|---|
| Allgemeine Informationen | |
| Herkunft | Lissabon, Portugal |
| Genre(s) | Rock ’n’ Roll, Country Blues, Alternative Rock, Weltmusik, Fado |
| Aktive Jahre | ab 2021 |
| Aktuelle Besetzung | |
| Gaspar Varela | |
| Sebastião Varela | |
| Rafael Matos | |
Geschichte und Stil
Das Trio aus Rafael Matos und den beiden Brüdern Gaspar und Sebastião Varela gründete sich 2021 in Lissabon. Es spielt, von gelegentlichen Gastsängerinnen abgesehen, ganz überwiegend Instrumentalmusik, die Elemente des Rock ’n’ Roll mit Folk, Blues, kapverdische Musik und nicht zuletzt mit Fado miteinander verbindet, insbesondere durch den Einsatz der portugiesischen Gitarre als besonderem Merkmal. Ihre atmosphärische Musik erinnert stellenweise, auch durch gelegentliche O-Töne und Zitate, an Roadmovies oder B-Movies. Diese filmischen Einflüsse in ihrer Musik rühren nicht zuletzt von ihrer Filmbegeisterung her, besonders von ihrem Gitarristen Sebastião Varela, der auch Filmregisseur und -produzent ist und in vielen weiteren Bereichen des portugiesischen Kinos arbeitet.[1] Er drehte auch die Videoclips zu ihren ersten Stücken, und tat dies fortan häufig.
2021 veröffentlichten sie ein erstes, selbst-betiteltes Mini-Album mit sechs Stücken als CD. Eines der Stücke beschreibt mit seinem Titel Alfama, Texas und dessen Nennung des alten Lissabonner Viertels Alfama und dem in Europa oft als ur-US-amerikanisch angesehenen Bundesstaat Texas die Spannbreite ihrer wichtigsten musikalischen Einflüsse zwischen Americana-Spielarten und dem typisch portugiesischen Fado, die hier verschmelzen, passend auch zu dem Namen der Band. Mit dem Fado verbindet sie nicht nur ihre Heimatstadt Lissabon und die verwendete portugiesische Gitarre, sondern auch ein familiärer Hintergrund der beiden Brüder Varela, deren Ur-Großmutter Celeste Rodrigues und deren Ur-Großtante entsprechend die große Amália Rodrigues war.[2]
Nachdem sie mit ihrem ersten Mini-Album einige Aufmerksamkeit in der Musikszene Portugals erlangten, begannen sie auch international erste Neugier zu wecken. Sie spielten zur Eröffnung der WOMEX 2022, um seither mehrfach auf Festivals aufzutreten, so auf dem spanischen MUMI, dem tschechischen Colours of Ostrava, dem portugiesischen Weltmusikfestival FMM, den ebenfalls portugiesischen Festivals Paredes de Coura, Med Festival in Loulé und NOS Alive!, dem niederländischen Eurosonic Noorderslag und dem Primavera-Sound-Ableger in Porto.[3]
2023 erschien ihr erstes volles Album namens Ressaca Bailada, das von der portugiesischen Musikkritik sehr gut aufgenommen wurde, teils als Album des Jahres genannt, worauf ausverkaufte Konzerte folgten. 2024 kam dann ihr Film Ressaca Bailada filme-concerto heraus, ein Konzertfilm der Band zur Album-Tour.[3] Der Film lief auf einigen Dokumentarfilm-Festivals im In- und Ausland, wo er auch für Preise nominiert wurde, wie bei den Jahrespreisen 2025 des portugiesischen Kameraleute-Verbands AIP (Associação de Imagen Portuguesa), und teils auch ausgezeichnet wurde, so beim DokuBaku International Documentary Film Festival 2025 in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku.[4]
Am 30. Januar 2026 wurde dann ihr zweites Album veröffentlicht, unter dem Titel Trópico Paranóia. Im Gegensatz zum Vorgänger wurde das Album nicht wieder in Etappen, sondern in zwei Wochen am Stück in einem Studio in dem kleinen abgelegenen Ort Brotas aufgenommen und von Paulo Furtado, dem als The Legendary Tigerman bekannten Musiker produziert. Die Band stellte das Album danach mit einer Tour vor, die am 13. März 2026 in der renommierten Casa da Música[5] im nordportugiesischen Porto begann. Das Album blieb ihrem bisherigen Stil treu, erweiterte aber die Einflüsse weiter. Die Videoclips zu den Stücken produzierte wieder der Bandgitarrist Sebastião Varela.[6][7]
Diskografie
- 2021: Expresso Transatlântico (CD, Mini-Album, Hot Chilli Musicc)
- 2023: Ressaca Bailada (CD, Digipak, Album, selbstveröffentlicht)
- 2024: Ressaca Bailada (LP, Album, selbstveröffentlicht)
- 2026: Trópico Paranóia (LP, Album, selbstveröffentlicht)
Weblinks
- Expresso Transatlântico bei MusicBrainz (englisch)
- Expresso Transatlântico bei Discogs
- Expresso Transatlântico bei IMDb
- Kanal von Expresso Transatlântico auf YouTube