F1 Academy
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Die F1 Academy ist eine vom Formula One Management (FOM) mit Einheitsmonoposti von Tatuus veranstaltete Formelwagen-Meisterschaft. Sie wird im Rahmenprogramm der Formel-1-Weltmeisterschaft ausgetragen und hat sich der Förderung weiblicher Nachwuchstalente auf dem Niveau der Formel 4 verschrieben.
| F1 Academy | |
|---|---|
| Fahrzeugtyp | Monoposto |
| Land oder Region | International |
| Erste Saison | 2023 |
| Chassis | Tatuus F4-T421 |
| Motoren | Autotecnica Motori 1.4 V4t |
| Reifen | Pirelli |
| Offizielle Website | f1academy.com |
Geschichte

Als die W-Series-Saison 2022 vorzeitig endete, herrschte große Unsicherheit darüber, ob die Meisterschaft fortgesetzt werden würde. Schließlich kündigte FOM die Gründung der F1 Academy, einer neuen Rennserie für Frauen, die sich auf die Entwicklung und Vorbereitung der Pilotinnen fokussiert, an.[1]
Die Premierensaison 2023 umfasste 21 Rennen in Europa sowie in den Vereinigten Staaten. Aufgrund der kurzen Vorlaufzeit bei der Seriengründung wurden die Rennwochenenden im Rahmen verschiedenster Rennserien ausgetragen. Dadurch war es rechtlich nicht möglich, die Rennen live zu übertragen – mit Ausnahme des Saisonfinales, das im Rahmen der Formel 1 stattfand.[2] Die erste Gewinnerin dieser Rennserie war die spanische Fahrerin Marta Garcia.
Im Folgejahr wurde sichergestellt, dass sämtliche Rennen im Rahmen der Formel-1-Rennwochenenden stattfanden. Dies führte zur Streichung eines Großteils der europäischen Rennstrecken. Alle Rennen wurden live von 23 TV-Sendern in mehr als 160 Ländern übertragen, Kommentatorin Nicki Shields wurde von Alex Brundle und Jordan King als Co-Kommentatoren unterstützt.[3]
Managing Director der Rennserie ist Susie Wolff.[4]
Meisterschaft
Die hier genannten Informationen bilden, falls nicht anders angegeben, den derzeit (Saison 2026) gültigen Stand ab.
Modus
Die Meisterschaft wird parallel über eine feste Zahl an Rennwochenenden im Rahmenprogramm der Formel-1-Weltmeisterschaft ausgetragen. Pro Strecke gibt es zwei Rennen, von denen das Erste analog zur FIA-Formel-2 und FIA-Formel-3 mit teilweise umgekehrtem Starterfeld gefahren wird. Die schnellste Fahrerin der Qualifikation startet somit von Platz 8, die zweitschnellste Fahrerin von Platz 7 etc. Die Startplätze neun bis 18 bleiben unberührt.
Es gibt sowohl eine Fahrerinnen- als auch eine Teamwertung. Meisterin wird, wer am Saisonende die meisten Punkte erzielt hat. Es gibt keine Streichresultate. Die Punkteverteilung erfolgt nach dem gleichen Schlüssel wie in den übergelagerten FIA-Formelmeisterschaften mit Ausnahme der Formel 1. Zusatzpunkte werden einmalig pro Wochenende für die Pole-Position in der Qualifikation (2 Punkte) sowie pro Rennen für die Fahrerin mit der schnellsten Rennrunde (1 Punkt) vergeben, letzteres allerdings nur, wenn sie innerhalb der besten acht bzw. zehn Plätze ins Ziel kam. Für die Teamwertung wird die Gesamtpunktzahl aller drei Fahrerinnen des jeweiligen Rennstalls addiert, auch hier gibt es keine Streichresultate.
Fahrer und Teams
In der Saison 2026 nehmen sechs Teams an der Meisterschaft teil und bringen jeweils drei Fahrzeuge an den Start. So gibt es insgesamt 18 Startplätze, von denen 17 fest vergeben sind und einer, der als Wildcard Entry bezeichnet wird und derzeit der Drittwagen von Hitech Grand Prix ist, bei jedem Rennwochenende neu besetzt wird. Viele Starterinnen gehören den Nachwuchsprogrammen von Rennställen der Formel 1 an, die in der Regel als Sponsoren bzw. mit einem Markenauftritt auf den Fahrzeugen erkennbar sind. Die übrigen Wagen tragen Sponsoring von technischen Partnern der Serie. Der Betrieb wird ausschließlich von unabhängigen Privatteams bewerkstelligt, die parallel auch in anderen Nachwuchsklassen an den Start gehen.
Für die Fahrerinnen gilt ein Mindestalter von 16 und ein maximales Alter von 25 Jahren. Zudem dürfen sie maximal nur an zwei Saisons teilnehmen.[5] Diese Regel soll allerdings ab 2027 aufgeweicht werden und Fahrerinnen, bei denen konstante Entwicklung erkennbar ist, sollen die Möglichkeit bekommen, auch eine dritte Saison der F1 Academy zu bestreiten, sollte die Saison 2026 bereits ihr zweites Jahr sein.[6] Die aufzubringenden Kosten für die einzelnen Startplätze unterliegen einem Kostenschlüssel des Veranstalters und sind für die Teams verbindlich.
Technik
Einheitsfahrzeug ist der vom italienischen Unternehmen Tatuus entwickelte F4-T421, der seit 2022 in diversen Meisterschaften der Formel 4 eingesetzt wird. Für die F1 Academy erhielt er allerdings neu entwickelte Front- und Heckflügel und wurde anhand zusätzlicher Fahrzeugrichtlinien der Fédération Internationale de l’Automobile (FIA) überarbeitet, die beim Ursprungsmuster nicht berücksichtigt wurden und die Nähe zu den FIA-Meisterschaften der Formel 3, Formel 2 und Formel 1 unterstreichen sollen.[7] Auch der Antrieb wurde vom Tatuus-Schwesterunternehmen Autotechnica Motori auf Basis eines Abarth-Musters exklusiv für die F1 Academy entwickelt; Der 1,4-Liter-Vierzylinder-Turbomotor leistet 174 PS (ca. 128 kW) bei 5.500 Umdrehungen/min und ermöglicht eine Spitzengeschwindigkeit der Fahrzeuge von bis zu 240 km/h.[8] Die Kraft des Motors wird über ein sequenzielles Sechsganggetriebe des französischen Unternehmens SADEV an die Hinterräder übertragen.[9] Wie bei allen FIA-sanktionierten Formel-Meisterschaften gibt es mit Pirelli einen Einheitsausstatter für die Bereifung.[10]
Ergebnisse

Bislang wurden jeweils drei Titel vergeben, seit 2023 konnte in jedem Jahr eine andere Fahrerin die Meisterschaft gewinnen.
| Saison | Meisterin | Punkte | Zweite | Punkte | Dritte | Punkte | Bestes Team | Punkte | Quelle |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2023 | 278 | 222 | 207 | 419 | [11] | ||||
| 2024 | 338 | 215 | 177 | 423 | [12][13] | ||||
| 2025 | 172 | 157 | 127 | 296 | [14][15] |