FHEIG-Syndrom
angeborenes Dysmorphie-Syndrom
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Das FHEIG-Syndrom ist ein sehr seltenes angeborenes Dysmorphie-Syndrom, welches bereits im Neugeborenenalter oder als Kind auffällig wird. Das englischsprachige Akronym steht für Facial dysmorphism, Hypertrichose, Epilepsie, Intellektuelle Entwicklungsstörung und Gingivahyperplasie.[1]
| Klassifikation nach ICD-10 | |
|---|---|
| Q87.8 | Sonstige näher bezeichnete angeborene Fehlbildungssyndrome, anderenorts nicht klassifiziert |
| ICD-10 online (WHO-Version 2019) | |
Die Bezeichnung wurde durch die Hamburger Ärztin Christiane K. Bauer und Mitarbeiter im Rahmen der Erstbeschreibung aus dem Jahre 2018 vorgeschlagen.[2]
Verbreitung
Die Häufigkeit wird mit unter 1 zu 1.000.000 angegeben, die Vererbung erfolgt autosomal-dominant.[1]
Ursache
Der Erkrankung liegen heterozygote Mutationen im KCNK4-Gen auf Chromosom 11 Genort q13.1 zugrunde, welches für ein Protein namens Potassium channel subfamily K member 4 kodiert.[3]
Klinische Erscheinungen
Klinische Kriterien sind:[1]
- Gesichtsauffälligkeiten wie lange Wimpern, tief ansetzende Ohrmuscheln, vorgestülpte Unterlippe, großer Mund, Mikrognathie und Retrognathie
- generalisierte Hypertrichose
- Epilepsie
- intellektuelle Entwicklungsstörung
- Gingivahyperplasie
Bei einigen Betroffenen kommen Sehstörungen hinzu.
Diagnose
Die Diagnose ergibt sich aus der Kombination klinischer Befunde und kann durch humangenetische Untersuchung gesichert werden.
Differentialdiagnostik
Abzugrenzen sind das Cantú-Syndrom[4] und das Zimmermann-Laband-Syndrom.[5]
Therapie
Eine Behandlung ist derzeit nicht bekannt.
Literatur
- H. J. Yan, Y. Y. He, L. Jin, Q. Guo, J. H. Zhou, S. Luo: Expanding the phenotypic spectrum of : From syndromic neurodevelopmental disorder to rolandic epilepsy. In: Frontiers in molecular neuroscience. Band 15, 2022, S. 1081097, doi:10.3389/fnmol.2022.1081097, PMID 36683851, PMC 9851069 (freier Volltext).
- K. W. Gripp, S. F. Smithson, I. J. Scurr, J. Baptista, A. Majumdar, G. Pierre, M. Williams, L. B. Henderson, I. M. Wentzensen, H. McLaughlin, L. Leeuwen, M. E. Simon, E. van Binsbergen, M. B. Dinulos, J. D. Kaplan, A. McRae, A. Superti-Furga, J. M. Good, K. Kutsche: Syndromic disorders caused by gain-of-function variants in KCNH1, KCNK4, and KCNN3-a subgroup of K channelopathies. In: European Journal of Human Genetics. Band 29, Nummer 9, September 2021, S. 1384–1395, doi:10.1038/s41431-021-00818-9, PMID 33594261, PMC 8440610 (freier Volltext).