Hochschule Biberach

Hochschule für angewandte Wissenschaften in Biberach an der Riß in Baden-Württemberg From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Hochschule Biberach (HBC, bis 2005: Fachhochschule Biberach) ist eine staatliche Hochschule für angewandte Wissenschaften[4] in Biberach an der Riß in Baden-Württemberg. Ihre Schwerpunkte in Lehre und Forschung liegen auf den Gebieten Bauwesen, Energie, Architektur, Betriebswirtschaft und Liefe Sciences. Sie ist Gründungsmitglied im 2022 errichteten Promotionsverband der Hochschulen für angewandte Wissenschaften Baden-Württemberg.[5]

Gründung1964
Trägerschaftstaatlich
BundeslandBaden-Württemberg Baden-Württemberg
Schnelle Fakten Gründung, Trägerschaft ...
Hochschule Biberach
Gründung 1964
Trägerschaft staatlich
Ort Biberach an der Riß
Bundesland Baden-Württemberg Baden-Württemberg
Land Deutschland Deutschland
Rektor Matthias Bahr[1]
Studierende 2.233 (WiSe 2024)[2]
Mitarbeiter 624 (2024)[3]
davon Professoren 164 (2024)[3]
Website www.hochschule-biberach.de
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Hochschule Biberach, Gebäude B am Campus Stadt
Innenstadt-Campus
Gebäude der Fakultät Biotechnologie am Campus Aspach

Geschichte

Die Hochschule wurde 1964 als staatliche Ingenieurschule für Bauwesen gegründet und 1971 zur Fachhochschule erhoben. Sie bot anfangs die Studiengänge Architektur und Bauingenieurwesen an, 1978 folgte der Studiengang Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Bau und Immobilien, der in dieser Form erstmals in Deutschland angeboten wurde. 1991 wurde der Studiengang Bauingenieurwesen/Projektmanagement eingeführt, 1998 folgte der Studiengang „Gebäudetechnik/Gebäudeklimatik“ (seit 2014/15: Energie-Ingenieurwesen).

Seit 2005 wird die Fachhochschule Biberach unter dem Namen „Hochschule Biberach“ geführt.[6]

Zum Wintersemester 2006/2007 wurde mit dem Bachelor-Studiengang „Pharmazeutische Biotechnologie“ ein neuer fachlicher Schwerpunkt begründet. Er umfasst inzwischen weitere Studiengänge: Den Bachelor-Studiengang Medizinische Biotechnologie, die beiden Master-Studiengänge Industrielle Biotechnologie und Pharmazeutische Biotechnologie sowie den berufsbegleitenden Master Biopharmazeutisch-Medizintechnische Wissenschaften.[7]

Im Jahr 2009 erwarb das Land Baden-Württemberg den Gebäudekomplex der ehemaligen Dollinger-Realschule in der Biberacher Innenstadt. Mit dem Umbau und der späteren Nutzung des Areals wurde die bis dahin auf mehrere Standorte verteilte Hochschule schrittweise an einem zentralen Campus zusammengeführt. Nach einjähriger Umbauphase wurde der neue zentrale Hochschulcampus im Jahr 2015 eingeweiht.[8][9][10] Neben dem zentralen Campus gibt es mittlerweile noch einen weiteren Standort: den Campus Aspach.[11] Die Hochschule Biberach gilt in Baden-Württemberg als Pilothochschule für einen klimaneutralen Campus. Im Rahmen dieses Vorhabens ist eine Sanierung des Campus Stadt vorgesehen.[12]

Zusammen mit der Universität Ulm und den Hochschulen Ulm und Neu-Ulm bildet die Hochschule Biberach seit 2017 den Hochschulverbund „InnoSÜD“.[13] Der Verbund wurde von Bund und Ländern im Rahmen des Programms „Innovative Hochschule“ bis 2022 mit insgesamt 15 Millionen Euro gefördert.[14] Weiter beteiligt sich die Hochschule Biberach seit 2021 gemeinsam mit der Hochschule Neu-Ulm am Verbundprojekt „InnoPROF“, das im Rahmen des Bund-Länder-Programms FH-Personal fördert. Das Projekt soll die Gewinnung und Entwicklung professoralen Personals an Hochschulen für angewandte Wissenschaften strukturell stärken, unter anderem durch die Weiterentwicklung von Berufungsverfahren und Maßnahmen zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität.[15] Seit 2022 ist die Hochschule Biberach zudem Mitglied im Promotionsverband der Hochschulen für angewandte Wissenschaften Baden-Württemberg. Damit ist sie an Promotionsverfahren beteiligt, die im Rahmen des Promotionsverbands durchgeführt werden.[16]

Im Frühjahr 2023 wurde das Innovations- und Technologietransferzentrum ITZ Plus eröffnet.[17] Die Hochschule Biberach ist als wissenschaftliche Partnerin am ITZ Plus beteiligt und betreibt dort Forschung in mehreren Laborbereichen.[18] Ebenfalls ist die Hochschule Biberach Teil des hochschulübergreifenden Gründungsverbunds StartupSÜD zur Förderung von Unternehmensgründungen in der Region Ulm–Biberach. Zudem wurde im ITZ Plus ein StartUp-Hub der Hochschule eingerichtet.[19][20]

Fakultäten und Einrichtungen

Die Hochschule gliedert sich in vier Fakultäten (Architektur und Energie-Ingenieurwesen, Bauingenieurwesen und Projektmanagement, Betriebswirtschaft, Biotechnologie), die auf zwei Standorte verteilt sind. Die meisten Einrichtungen befinden sich seit 2015 auf dem zentralen Campus in der Biberacher Innenstadt, die Fakultät Biotechnologie ist auf dem Campus Aspach am nördlichen Stadtrand angesiedelt.[21]

Die Forschungsaktivitäten der HBC sind in derzeit sieben Fachinstituten gebündelt.[22] Zur Stärkung des Technologietransfers wurde zudem das ITZ Plus eröffnet, in dem Forschungsmöglichkeiten für Start-up-Unternehmen und interessierte Bürger bereitgestellt werden.[23] Träger des ITZ ist die Stadt Biberach in Kooperation mit der Hochschule, dem Landkreis Biberach sowie der Industrie- und Handelskammer Ulm; gefördert wird es aus Mitteln des EU-Förderprogramms „RegioWin“.[24]

Bereits seit 1983 besteht die Akademie der Hochschule Biberach (bis 2011: Bauakademie Biberach) als gemeinnützige Stiftung und Weiterbildungseinrichtung.[25] Neben Fortbildungen und Seminaren für Berufstätige (ca. 1500 Teilnehmer im Jahr) bietet die Akademie mehrere berufsbegleitende und kostenpflichtige Aufbaustudiengänge an.[26][27]

Ebenfalls berufsbegleitende Studiengänge entwickelt das Institut für Bildungstransfer (IBiT).[28] Dabei handelt es sich um eine zentrale, fakultätsübergreifend arbeitende Einrichtung der Hochschule Biberach, die berufsbegleitende Weiterbildungsstudiengänge entwickelt und betreut.[29][30] Darüber hinaus unterstützt das IBiT die Lehre, unter anderem in den Bereichen Hochschuldidaktik, Qualitätsmanagement und E-Learning, etwa durch Workshops und Moderation.[30] Zu den Themenbereichen des Instituts zählen zudem fächerübergreifende Angebote zur Orientierung und Begleitung in der Studieneingangsphase.[31]

In Kooperation mit verschiedenen Universitäten werden an der Hochschule Biberach auch Promotionen betreut. An der Universität Ulm und der Hochschule Biberach war zwischen 2011 und 2018 ein vom Land gefördertes kooperatives Promotionskolleg „Pharmazeutische Biotechnologie“ mit 12 Promotionsstipendien eingerichtet.[32] Die Hochschule Biberach engagiert sich zudem im Promotionsverband der Hochschulen für Angewandte Wissenschaft. Zunächst erhielten sechs Professoren ein Promotionsrecht, 2025 wurde ein weiterer Professor als siebtes Mitglied aufgenommen.[33]

Studiengänge

Bachelorstudiengänge

Masterstudiengänge

  • Bauingenieurwesen
  • Betriebswirtschaft (Bau und Immobilien)
  • Betriebswirtschaft (Energiewirtschaft)
  • Energie- und Gebäudesysteme
  • Engineering Management
  • Industrielle Biotechnologie (in Kooperation mit der Universität Ulm)
  • Pharmazeutische Biotechnologie (in Kooperation mit der Universität Ulm)
  • Projektmanagement (Bau)
  • Ressourcenschonende Architektur
  • Holzbau-Ingenieurwesen

Weiterbildendes Studium (berufsbegleitend)

Im Bereich berufliche Weiterbildung arbeitet die Hochschule Biberach zum Teil mit der Akademie der Hochschule Biberach zusammen.[34]

Partnerhochschulen

Die Hochschule Biberach unterhält derzeit rund 40 Hochschulpartnerschaften (Stand 2024),[35] etwa mit der California State Polytechnic University, Kalifornien[36] und der Universidad de Concepción (UDEC), Chile. Hervorzuheben ist zudem der binationale Master-Studiengang Engineering Management, der seit 2012 in Kooperation mit der Universidad Nacional de Tucumán in Argentinien angeboten und vom Deutsch-Argentinischen Hochschulzentrum gefördert wird.[37] Mit der Vietnamesisch-Deutschen-Universität bietet die Hochschule Biberach gemeinsam den Studiengang Civil Engineering an.[38]

2025 unterzeichnete die Hochschule Biberach mit der Northern Arizona University und der Freien Universität Bozen-Bolzano eine Kooperationsvereinbarung. Die Fakultät für Bauingenieurwesen und Projektmanagement soll künftig mit beiden Institutionen zusammenarbeiten und etwa gemeinsame Lehrveranstaltungen anbieten.[39]

Seit Sommersemester 2017 haben die Studenten aller Studienfächer die Möglichkeit, im Rahmen des Studienmodells „Bachelor International“ jeweils ein Studien- und Praxissemester im Ausland zu verbringen und damit sowohl theoretische als auch praktische Erfahrungen im internationalen Umfeld zu sammeln.[40]

Persönlichkeiten

  • Moritz Auer (* 1964), Architekt und Gastprofessor 2018
  • Felix Bembé (* 1969), Architekt und Gastprofessor 2017/18
  • André Bleicher (* 1963), Managementwissenschaftler und Hochschullehrer sowie Rektor (2017–23)
  • Gordian Blumenthal (* 1967), Architekt und Gastprofessor
  • Benedikt Bosch (* 1980), Architekt und Hochschullehrer (2021–)
  • Wolfgang Brune (* 1963), Architekt und Hochschullehrer (2016–)
  • Peter Brückner (* 1962), Architekt und Gastprofessor 2018/19
  • Ramun Capaul (* 1969), Architekt und Gastprofessor
  • Christian Döring (* 1958), Jurist und Hochschullehrer
  • Tommaso Fantini (* 1992), Architekt und Gastprofessor 2023
  • Caroline Fiechter (* 1975), Architektin und Gastprofessor 2020
  • Horst Fissenewert (1940–09), deutscher Rektor und Senator
  • Norbert Geiger (* 1962), Rechtswissenschaftler, Ökonom und Hochschullehrer
  • Eckhard Klett (* 19??), Wirtschaftswissenschaftler und Hochschullehrer
  • Ulf Lassen (* 1960), Finanzwissenschaftler und Hochschullehrer
  • Matthias Loebermann (* 1964), Architekt, Maler und Hochschullehrer (2002–) sowie Dekan (2008–13)
  • Hans Mayrzedt (* 1942), Wirtschaftswissenschaftler und Hochschullehrer (1982–07)
  • Ute Margarete Meyer (* 1963), Architektin und Hochschullehrerin (2007–)
  • Maximilian Rimmel (* 19??), Architekt und Hochschullehrer (2013–)
  • Alberto Rossi (* 1992), Architekt und Gastprofessor 2023
  • Armando Ruinelli (* 1954), Architekt und Gastprofessor 2008
  • Felix Schürmann (* 1959), Architekt und Hochschullehrer (2007–)
  • Harald Schwaetzer (* 1967), Philosoph und Hochschullehrer
  • Luigi Snozzi (1932–20), Architekt und Gastprofessor
  • Andreas Theilig (* 1951), Architekt und Hochschullehrer (1987–17)
  • Rainer Weitschies (* 1965), Architekt und Hochschullehrer (2019–)
  • Ludwig Zitzelsberger (* 19??), Architekt, Gastprofessor 2022/23 und Vertretungsprofessor 2023–24

Einzelnachweise

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