FS 743

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Die Reihe 743 der Ferrovie dello Stato waren Dampflokomotiven der Achsfolge 1’D (Consolidation), die durch den Umbau von Lokomotiven der Reihe 740 in Franco-Crosti-Lokomotiven entstanden. Sie wurden im Ausbesserungswerk Officina Grandi Riparazioni Verona umgebaut und im Strecken- und Güterzugdienst in allen Teilen Italiens eingesetzt. Später nach dem System Franco-Crosti umgerüstete Lokomotiven wurden ab 1953 in die Reihe 741 eingeordnet. Die offizielle Einsatzzeit der Baureihe währte bis 1977. Zwei Lokomotiven blieben erhalten. Die 743.283 schied als letzte Lokomotive der Reihe aus und befindet sich konserviert abgestellt in einem Depot in Turin, die 743.301 steht im Verkehrsmuseum von La Spezia.

Schnelle Fakten
FS 743
743.010
743.010
743.010
Nummerierung: FS 743.001...467
Anzahl: 93
Hersteller: Officina Grandi Riparazioni Verona (Umbau)
Baujahr(e): 1942, 1951–1954
Ausmusterung: bis 1977
Bauart: 1'D h2
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge über Puffer: 19.885 mm
Treibraddurchmesser: 1370 mm
Laufraddurchmesser: 860 mm
Dienstmasse: 122,8 t
Radsatzfahrmasse: 15,5 t
Höchstgeschwindigkeit: 65 km/h
Indizierte Leistung: 1100 PS
Verdampfungsheizfläche: 113,7 m²
Zylinderanzahl: 2
Zylinderdurchmesser: 540 mm
Kolbenhub: 700 mm
Bremse: Westinghouse-Bremse, Handbremse
Steuerung: Heusinger-Steuerung
Wasservorrat: 22 m³
Brennstoffvorrat: 6 t
Besonderheiten: Franco-Crosti-Lokomotive
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Geschichte

Als um 1936 die ersten Versuche mit Franco-Crosti-Lokomotiven durchgeführt wurden, wurden als Umbaulokomotiven auch mit den 740.339, 367, 392, 396 und 405 fünf Maschinen der Baureihe 740 ausgewählt. Bei den mit einer Lokomotive der Reihe 672 durchgeführten Versuchsfahrten von Florenz nach Pisa wurden, obwohl die Achslast nur um 2 t erhöht werden konnte, eine wesentliche Kohleersparnis erzielt; bei Schnellzügen mit 70 km/h von 17,8 %, bei Schnellzügen mit 80 km/h von 14,5 % und bei Personenzügen mit 25 Halten von 22,2 %.[1.1]

Die Lokomotiven erhielten beidseits vom Kessel je einen Vorwärmerkessel, die Vorwärmerkessel besaßen knapp vor dem Stehkessel je einen Abdampf-Schornstein. Bei den ersten Franco-Crosti-Lokomotiven wurde zunächst der ursprüngliche Schornstein an der Rauchkammer belassen, um das Anheizen zu erleichtern. War das Feuer angefacht, wurde er verschlossen.[1.2] Auch erhielten die Lokomotiven noch eine Verkleidung der Vorwärmerkessel und der Kesselaufbauten nach Art der Reihe 672. Noch 1957 war die 743.396 mit dieser Verkleidung im Betrieb anzutreffen.[1.3] Später wurden die Blechverkleidung und der ursprüngliche Schornstein entfernt und verschlossen.

1942 wurden den fünf Lokomotiven 743.001 bis 005 Franco-Crosti-Vorwärmer eingebaut, zwischen 1951 bis 1954 wurden noch 88 weitere Lokomotiven umgebaut. Die Ordnungsnummern der Spenderlokomotiven blieben erhalten. Als es der Franco-Gesellschaft gelang, die Lokomotiven mit nur noch einem Vorwärmer unter dem eigentlichen Kessel auszurüsten, wurden die weiteren, in dieser Form umgebauten Lokomotiven in die Reihe 741 eingeordnet. Die Lokomotiven der Reihe 743 erreichten dieselbe Höchstgeschwindigkeit wie die der Reihe 740. Sie waren mit Heizanschlüssen für die Dampfheizung ausgerüstet und konnten in Personenzugdiensten eingesetzt werden. Sie waren im Einsatz bis Ende der 1970er Jahre. Die letzte eingesetzte Lokomotive war die 743.283, die 1977 einen Zug von Ceva nach Ormea bespannte und dann im Depot in Turin abgestellt wurde. Die 743.301 ist im Verkehrsmuseum von La Spezia erhalten.

Technische Beschreibung

Die Lokomotiven wurden gegenüber der Ursprungsbauart radikal verändert. Völlig neu waren die zwei seitlichen, schräg verlaufenden Vorwärmer, in denen die durch den Langkessel geführten Heizgase in der Rauchkammer umgelenkt und zu den neuen Schornsteinen auf beiden Seiten knapp vor dem Stehkessel geführt wurden. Mit den Vorwärmern wurden die Rauchgase der Lok für die Vorwärmung des Kesselspeisewassers genutzt, bevor dieses in den Kessel kommt. Dadurch wurde der Brennstoffverbrauch minimiert und die Leistungsfähigkeit erhöht. Bei den Lokomotiven der Reihe 743 wurden zwei seitliche Vorwärmer verwendet, um die ursprüngliche Form der Spenderlokomotive zu erhalten. Die übrigen Kesselaufbauten blieben erhalten und verschwanden anfangs unter einer seitlichen und oberen Verkleidung. Das Röhrensystem des vorzuwärmenden Speisewassers war nach vorn ausziehbar, damit es ohne Probleme gereinigt werden konnte. Die Vorwärmer wurden schräg angeordnet, damit das einströmende Kesselspeisewasser dem natürlich Drang zum Aufsteigen folgen konnte.[1.2]

Die Lokomotiven verfügen über eine Heusinger-Steuerung. Der Umbau führte nicht nur zu einer Kohleersparnis, sondern auch zu einer Leistungssteigerung, die Lokomotiven konnten dank ihrer Wärmewirtschaft in ein um 10% höheres Schlepplastenprogramm eingestuft werden.[1.4] Allerdings erhöhte sich der Anfahrwiderstand der Loks im Vergleich zu den Spenderlokomotiven ein wenig. Die Lokomotiven waren ebenso wie diese mit der Westinghouse-Bremse und Dampfheizung ausgestattet.

Siehe auch

Literatur

  • Thomas Estler, Loks der italienischen Staatsbahnen FS, Transpress Verlag Stuttgart, 2019, ISBN 978-3-613-71598-1
  • Wolfgang Messerschmidt, Geschichte der italienischen Dampflokomotiven, Orell Füssli Verlag Zürich, 1968

Einzelnachweise

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