Fairey Swordfish

Doppeldecker-Kampfflugzeug From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Fairey Swordfish war ein Doppeldecker-Kampfflugzeug des britischen Herstellers Fairey Aviation Company, das während des Zweiten Weltkriegs als trägergestützter Torpedobomber, Aufklärer und U-Boot-Jäger eingesetzt wurde. Von 1934 bis 1944 wurden 2392 Maschinen gebaut.

Schnelle Fakten
Fairey Swordfish
Fairey Swordfish
Typträgergestützter Torpedobomber
Entwurfsland

Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich

Hersteller Fairey Aviation Company
Erstflug 17. April 1934
Stückzahl 2392
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Die Fairey Swordfish erlangte Berühmtheit, weil der Flugzeugtyp am Angriff auf Tarent gegen die italienische Flotte im Jahre 1940 und an der Jagd auf die Bismarck im Jahre 1941 beteiligt war.

Geschichte

Eine von einem Aufklärungsflug zurückgekehrte Fairey Swordfish wird im Oktober 1941 zurück an Bord des Schlachtschiffes Malaya gehievt.

Der Hersteller Fairey entwickelte in Eigeninitiative den Doppeldecker T.S.R. I, der im September 1933 bei einem Unfall zerstört wurde. Die Aufgabenkennung T.S.R. stand dabei für Torpedo-Spotter-Reconnaissance, also „Torpedobomber-Beschussbeobachter-Aufklärer“.[1] Als vom britischen Luftfahrtministerium eine Ausschreibung für ein Torpedo- und Aufklärungsflugzeug für den Einsatz auf Flugzeugträgern herauskam, konstruierte Fairey den Doppeldecker T.S.R. II, von dem ein Exemplar (RAF-Seriennummer K4180) gebaut wurde. Die T.S.R. II, die am 17. April 1934 zum ersten Mal flog, gilt als Prototyp der Fairey Swordfish.

Beschreibung

Die von zwei bis drei Besatzungsmitgliedern geflogene Maschine wurde von einem Bristol-Pegasus-Sternmotor angetrieben. Die Bewaffnung bestand aus zwei Vickers-Maschinengewehren des Kalibers .303 British (7,7 mm): einem nach vorne durch den Propellerkreis feuernden synchronisierten starren MG und einer beweglich auf einer Lafette montierten Waffe für den Heckschützen. Zur Schiffsbekämpfung konnten ein 457-mm-Torpedo oder auch Bomben mitgeführt werden.

Das Flugzeug zeigte gute Kurzstarteigenschaften und konnte auch von Handelsflugzeugträgern (MAC-Schiffen) und Geleitflugzeugträgern eingesetzt werden. Bei den MAC-Schiffen gehörten Swordfish-Flugzeuge zur Standardausrüstung.

Die Version Mk I war, ohne geänderte Benennung, auch in einer Variante mit Schwimmern in Nutzung. Diese Flugzeuge waren für den Einsatz von Kriegsschiffen und dem Start durch ein Katapult vorgesehen und kamen zum Beispiel an Bord der Warspite und weiterer größerer Kampfschiffe als Bordflugzeug zum Einsatz.

Versenkungserfolge

Dieser Typ wurde bekannt, als er maßgeblich an der Versenkung von italienischen Marine-Einheiten im Hafen von Tarent beteiligt war; auch bei der Versenkung der Bismarck spielte das Flugzeug eine zentrale Rolle. Ferner war ein Flugzeug dieses Typs für die Versenkung des U-Boots U 64 verantwortlich. Bei den Kampfhandlungen während des Unternehmens Cerberus im Ärmelkanal bewährten sich die Swordfish-Maschinen allerdings nicht mehr. Im März 1944 versenkten trägergestützte Swordfish aus dem Nordmeergeleitzug RA 57 die U-Boote U 472, U 366 und U 973.[2] Anfang Mai 1944 versenkten sie im gleichen Seegebiet beim Geleitzug RA 59 die U-Boote U 277, U 959 und U 674.[3]

Da die als Nachfolger vorgesehene Fairey Albacore, ein Doppeldecker sehr ähnlicher Auslegung, aufgrund der Unzuverlässigkeit des Bristol-Taurus-Triebwerks kein Erfolg war, verblieb die Swordfish bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges im aktiven Truppendienst. Ihre Hauptaufgabe war die U-Boot-Abwehr.

Varianten

  • Swordfish Mk I: Grundvariante (auch mit Schwimmern für den Katapultstart)
  • Swordfish Mk II: verstärkte Tragflächen, Schienen für acht Raketen unter den Tragflächen
  • Swordfish Mk III: wie Mk II, aber mit Radar zwischen den Rädern
  • Swordfish Mk IV:[4] fiktive Bezeichnung für modernisierte Mk II mit geschlossener Kabine, die die Royal Canadian Air Force zur Ausbildung nutzte[5]

Produktionszahlen

Die Swordfish wurde bis Anfang 1940 bei Fairey in Hayes (693 Exemplare) und ab Ende 1940 bei Blackburn in Sherburn (1699 Exemplare) in Serie gebaut. Es gab insgesamt 2392 Swordfish.

Weitere Informationen Jahr, Anzahl ...
Jährliche Produktion der Fairey Swordfish[6]
Jahr Anzahl
1934 1
1936 150
1937–1938 339
1939 201
1940 3
1941 417
1942 270
1943 594
1944 417
Summe 2392
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Weitere Informationen Version, Blackburn ...
Versionen der Fairey Swordfish[7]
Version Fairey Blackburn Summe
T.S.R. II 1 1
Mk.I 692 834 (299/300) 1526 (991/992)
Mk.II 545 (1080/1080) 545 (1080/1080)
Mk.III 320 320
Summe 693 1699 2392
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(Angaben in Klammern sind abweichende Daten aus [8][9].)

Einsatzländer

Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich

Kanada 1921 Kanada

Niederlande Niederlande

Australien Australien

Einige Exemplare wurden auch von der Neuseeländischen Luftwaffe geflogen.

Technische Daten

Dreiseitenansicht (Swordfish Mk I)
Weitere Informationen Kenngröße, Daten (Fairey Swordfish Mk I) ...
KenngrößeDaten (Fairey Swordfish Mk I)
Besatzung2–3
Länge10,89 m
Spannweite13,86 m
Höhe3,76 m
Leermasse2145 kg
Startmasse3419 kg
Antriebein Sternmotor Bristol Pegasus III M3 mit 690 PS (ca. 510 kW)
Höchstgeschwindigkeit221 km/h in 1525 m Höhe
Dienstgipfelhöhe5870 m
Reichweite874 km
Bewaffnungzwei MGs Kaliber .303 British (7,7 mm) sowie entweder
ein 730 kg-Torpedo,
eine 680 kg-Mine
bis zu sechs 113 kg-Bomben
sechs Wasserbomben
(die Mk.II hatte stattdessen acht Raketen (RP-3))
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Siehe auch

Literatur

  • Chris Chant, Chris Bishop: Flugzeugträger. Geschichte – Klassen – Flugzeuge. Motorbuch, Stuttgart 2005, ISBN 978-3-613-30534-2, S. 141.
  • Wolfgang Mühlbauer: Fairey Swordfish: Flexibel wie ein Einkaufsnetz. In: Flugzeug Classic. Nr. 5. GeraMond, 2011, ISSN 1617-0725, S. 48–54.
  • H. A. Taylor: Fairey Aircraft Since 1915. Putnam, London 1974, ISBN 0-370-00065-X, S. 236–260.
  • Allan Laws: Fairey Swordfish – The Fleet Air Arm’s enigmatic warrior. (Warplane Classic). In: International Air Power Review, Volume 27, 2010, S. 114–139.

Einzelnachweise

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