Faith Petric
US-amerikanische Folk-Sängerin und linke Aktivistin
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Faith Petric (* 13. September 1915 in Orofino, Idaho; † 24. Oktober 2013 in San Francisco, Kalifornien) war eine US-amerikanische Folk-Sängerin und linke Aktivistin. Sie leitete 50 Jahre lang den San Francisco Folk Music Club.[1][2]
Leben
Petric wurde am 13. September 1915 in einer Blockhütte nahe Orofino in Idaho geboren. Ihr Vater, ein methodistischer Pfarrer, brachte ihr und ihren drei Geschwistern das Singen von Kirchenliedern bei. Die Familie besaß eine alte Harmonium, auf der sie oft Westernlieder spielten. Petrics Eltern ließen sich scheiden, als sie noch ein Teenager war. Sie kam daraufhin in eine Pension. Später besuchte sie das Whitman College in Walla Walla, Washington, wo sie 1937 ihren Abschluss machte. Nach dem Studium zog sie nach San Francisco und nahm verschiedene Jobs an. 1945 zog sie nach Mexiko, wo ihre Tochter Carole geboren wurde. In dieser Zeit war sie kurzzeitig verheiratet. Sie schloss sich der Friedensbewegung an und engagierte sich später für verschiedene Themen, unter anderem bei den Märschen von Selma nach Montgomery und beim Schutz eines homosexuellen Paares, das in ihre Nachbarschaft gezogen war.[1]
Petric lernte in den 1930er Jahren, während der Weltwirtschaftskrise, das Gitarre spielen. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete sie beim Bau von Liberty-Schiffen in New Jersey. 1962 übernahm Petric die Leitung des San Francisco Folk Music Club und veranstaltete Jam-Sessions in Haight-Ashbury. Nachdem ihre Tochter das College abgeschlossen hatte, gab sie 1970 ihre Stelle beim California State Department of Rehabilitation auf, um sich ganz der Musik zu widmen. Gemeinsam mit anderen Mitgliedern der Gruppe, darunter Jon Adams, Jon Wilcox, Larry Banks, Sunny Goodier und der Sweets Mill String Band, gründete sie das Portable Folk Festival. Die Gruppe tourte in einem alten Schulbus durch Nordamerika und trat auf zahlreichen Folkfestivals auf. 1971 spielten sie beim Mariposa Folk Festival auf Centre Island in Toronto. Sie hatten weltweit Auftritte. Petric engagierte sich für Flüchtlinge des Spanischen Bürgerkriegs, in Antifaschismus-Komitees, setzte sich gegen Rassismus ein und geriet während der McCarthy-Ära ins Visier der politischen Verfolgung. Sie war außerdem Mitglied der Industrial Workers of the World (IWW).[1][3][4][5]
Petric schrieb regelmäßig eine Kolumne für das Magazin Sing Out!. In einem Interview aus dem Jahr 2011 schrieb Petric im Alter von 96 Jahren, dass im Alter die Kreativität nicht verschwinde und sie plane, so lange zu singen, wie sie dazu in der Lage sei.[1]
Petric starb am 24. Oktober 2013 im Alter von 98 Jahren in San Francisco eines natürlichen Todes.[1]
Im Jahr 2014 veranstaltete die New Old Time Chautauqua eine Tournee zu Petrics Ehren mit dem Titel "Keep the Faith". Die Tournee führte auch nach Petrics Geburtsort Orofino. Beim San Francisco Free Folk Festival 2014 wurde eine der Bühnen nach ihr benannt.[6][7]