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Fanny Mendelssohn Förderpreis

deutscher Musikkonzeptpreis From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Fanny Mendelssohn Förderpreis ist ein deutscher Musikkonzeptpreis für junge klassische Musiker bis 25 Jahre. Er wird seit 2015 jährlich vergeben und prämiert neben der instrumentalen Virtuosität vor allem ein eigenständiges musikalisches Konzept der Bewerber. Stifterin und Vorsitzende des Trägervereins Fanny Mendelssohn Förderverein ist die Hamburger Privatinitiatorin Heide Schwarzweller. Namensgeberin ist die Komponistin Fanny Mendelssohn (1805–1847).[1][2] Das Preisgeld beträgt 10.000 Euro und der Preisträger erhält ein CD-Aufnahmeprojekt.[3]

Geschichte

Der Preis wurde 2014 von Heide Schwarzweller in Hamburg als Privatinitiative gegründet und erstmals 2015 vergeben.[4] Anlass war die Förderung junger klassischer Musiker, deren persönliche musikalische Visionen die rein technische Virtuosität ergänzen sollten. Namensgeberin ist die Komponistin Fanny Mendelssohn, der zu Lebzeiten eine professionelle Musikerinnenkarriere verwehrt blieb.[1]

2024 wurde der Preis um eine kompositorische Kategorie erweitert, den Fanny Mendelssohn Kompositionspreis, der in Kooperation mit dem Festival KlangART Vision in Sachsen-Anhalt vergeben wird.[2]

Konzept und Auswahlverfahren

Bewertet wird neben der instrumentalen Ausführung vor allem das vom Bewerber entwickelte musikalische Konzept – die eigenständige Werkauswahl, der interpretatorische Ansatz und die programmatische Idee. Eine Bewerbung ist nur nach vorheriger Nominierung durch einen Paten möglich; dabei handelt es sich meist um international tätige Musiker, Hochschulprofessoren oder Kulturmanager. Die Altersgrenze liegt bei 25 Jahren. Bewerbungen sind in den Sparten Soloinstrument und Kammermusikensemble möglich.[1][2]

Über die Vergabe entscheidet eine Jury. Den Vorsitz führt Martin Hoffmeister, Chefredakteur des Gewandhausradios Leipzig, der zugleich auch die Jury des Schwesterpreises Fanny Mendelssohn Kompositionspreis leitet.[2] Weitere Mitglieder sind Ursula Haselböck (Intendantin der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern), Sarah Kesting (Schloss Elmau), der Pianist Alexander Krichel, der Kulturmanager Alexander Ponet sowie Tamás Pálfalvi, der erste Preisträger des Förderpreises.[2] Frühere Juryvorsitzende waren der Musikkritiker Jürgen Kesting und der Musikwissenschaftler Dieter Rexroth, der im April 2024 verstarb.[1]

Preis und Festival

Das Preisgeld beträgt 10.000 Euro und ist zweckgebunden für die Produktion eines Debüt-Albums. Die Aufnahme erscheint beim Hamburger Klassik-Label ES-DUR. Zusätzlich vermittelt der Preis Konzertauftritte bei Kooperationspartnern, darunter das Felix-Mendelssohn-Haus Leipzig, die Frauenkirche Dresden und Schloss Elmau.[1][2]

Jährlicher Höhepunkt ist das Festival der Preisträger im Kleinen Saal der Elbphilharmonie Hamburg, bei dem Preisträger früherer Jahrgänge gemeinsam auftreten. Die Ensembleformation der Preisträger tritt unter dem Namen Fanny Mendelssohn Artists auf. 2025 stand das Festival unter dem Motto „Man vs. Machine“ und beinhaltete ein Vergleichsexperiment zwischen einer von einem Komponisten und einer von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellten Kammermusik-Komposition.[5]

Preisträger

Weitere Informationen Jahr, Preisträger ...
JahrPreisträgerInstrument
2015Tamás PálfalviTrompete[6]
2016Vera Karner & Dominik WagnerKlarinette & Kontrabass[7]
2017Matthias WellVioline[8]
2018Christoph HeeschVioloncello[9]
2019Michael BuchananPosaune[10]
2020Joséphine OlechFlöte[11][12]
2021Sào Soulez LarivièreViola[13][14]
2022Dorothea Schupelius & Jelisaveta VasiljevaVioline & Klavier[3]
2023Philipp SchupeliusVioloncello[15]
2024Emanuel SintFagott[16]
2025Sarah Luisa WurmerZither[17]
2026Fabian Johannes EggerFlöte[18]
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Einzelnachweise

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