Father Mother Sister Brother

Tragikomödie von Jim Jarmusch From Wikipedia, the free encyclopedia

Father Mother Sister Brother (engl. für „Vater Mutter Schwester Bruder“) ist eine Tragikomödie von Jim Jarmusch. Der Film mit Cate Blanchett, Adam Driver, Sarah Greene, Mayim Bialik, Charlotte Rampling, Vicky Krieps, Indya Moore und Tom Waits in den Hauptrollen wird als Triptychon beschrieben, das drei verschiedene Geschichten erzählt, die in verschiedenen Ländern spielen und sich um die Beziehungen zwischen erwachsenen Geschwistern, ihren Eltern und untereinander drehen. Der Film feierte Ende August 2025 bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig seine Premiere, wo er mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde. Anfang Januar 2026 kam Father Mother Sister Brother in die französischen und Ende Februar 2026 in die deutschen und österreichischen Kinos. Der Kinostart in Irland war im April 2026.

TitelFather Mother Sister Brother
ProduktionslandUSA, Irland, Frankreich
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2025
Schnelle Fakten Titel, Produktionsland ...
Film
Titel Father Mother Sister Brother
Produktionsland USA, Irland, Frankreich
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2025
Länge 110 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Jim Jarmusch
Drehbuch Jim Jarmusch
Produktion Joshua Astrachan, Charles Gillibert, Carter Logan, Marieke Tricoire, Atilla Salih Yücer
Musik Jim Jarmusch, Annika Henderson
Kamera Frederick Elmes, Yorick Le Saux
Schnitt Affonso Gonçalves
Besetzung
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Handlung

  • Erster Teil, Father: Die Geschwister Jeff und Emily besuchen ihren Vater in einer abgelegenen Hütte in New Jersey im Nordosten der USA. Er versucht seit dem Tod ihrer Mutter alleine über die Runden zu kommen. Obwohl alles ein bisschen heruntergekommen und die Wohnung unaufgeräumt erscheint, versichert er seinen Kindern, alles sei in Ordnung. Jeff überlässt seinem Vater zum Abschied etwas Geld. Nachdem die Kinder weggefahren sind, räumt der Vater die Wohnung auf, ruft seine Liebhaberin an und lädt sie zu einem schicken Abend ein, weil er unerwartet zu Geld gekommen ist.
  • Zweiter Teil, Mother: In Dublin steht für die Schwestern Timothea und Lilith der alljährliche Pflichtbesuch bei der Mutter an, die eine erfolgreiche Autorin ist. Sie benötigt vor dem Besuch noch eine telefonische Sitzung mit ihrer psychologischen Therapeutin. Die beiden Töchter sind von ihrer dominanten Mutter so sehr eingeschüchtert, dass sie den servierten Tee und die süßen Leckereien nicht wirklich genießen können. Timothea kann von ihrer Beförderung bei der Arbeit berichten. Lilith hat dagegen Geldsorgen und muss ihre Mutter am Ende überreden, ihr ein Uber zu rufen.
  • Dritter Teil, Sister, Brother: In Paris treffen sich die Zwillinge Skye und Billy, um das Appartement ihrer Eltern ein letztes Mal zu besuchen, die bei einem Flugzeugunglück ums Leben gekommen sind. Gemeinsam schauen sie sich alte Fotos an und werden sich bewusst, wie wenig sie über ihre Eltern tatsächlich gewusst haben.[2][3]

Produktion

Filmstab und Besetzung

Regisseur Jim Jarmusch und Schauspieler Adam Driver
Regisseur Jim Jarmusch und Schauspieler Adam Driver
Regisseur Jim Jarmusch und Schauspieler Adam Driver

Regie führte Jim Jarmusch, der auch das Drehbuch schrieb.[4] Zu seinen bekannten früheren Filmen gehören Stranger than Paradise, Down by Law, Broken Flowers, Ghost Dog – Der Weg des Samurai, Only Lovers Left Alive und Paterson.[2] Mit dem brasilianischen Filmeditor Affonso Gonçalves arbeitete Jarmusch in der Vergangenheit regelmäßig zusammen. Der Regisseur selbst beschreibt Father Mother Sister Brother als eine Art Anti-Actionfilm.[5]

Adam Driver und Mayim Bialik spielen die in den USA lebenden Geschwister Jeff und Emily und Tom Waits ihren Vater, den sie in New Jersey besuchen. Cate Blanchett und die luxemburgisch-deutsche Schauspielerin Vicky Krieps spielen die Schwestern Timothea und Lilith, die in Dublin ihre von der Britin Charlotte Rampling gespielte Mutter wiedertreffen. In der Rolle von Liliths Freundin Jeanette ist die Irin Sarah Greene zu sehen. Indya Moore und Luka Sabbat spielen die Geschwister Skye und Billy, die in Paris aufgrund einer Familientragödie wieder zusammenkommen.[6] Blanchett war in Jarmuschs Episodenfilm Coffee and Cigarettes von 2003 in einer Nebenrolle zu sehen. Adam Driver spielte bereits in Jarmuschs Filmdrama Paterson und in seiner Horrorkomödie The Dead Don’t Die, in der auch Sabbat auftrat. Das Casting übernahm Ellen Lewis.

Synchronisation

Die deutsche Synchronisation entstand im Auftrag der TaunusFilm Synchron GmbH in Berlin.[7]

Weitere Informationen Darsteller, Synchronsprecher ...
DarstellerSynchronsprecherRolle
Tom Waits Hanns-Jörg Krumpholz Vater
Adam Driver Julien Haggège Jeff
Mayim Bialik Bianca Krahl Emily
Charlotte Rampling Krista Posch Mutter (Catherine Russell)
Cate Blanchett Elisabeth Günther Timothea
Vicky Krieps Marie Bierstedt Lilith
Luka Sabbat Oscar Räuker Billy
Sarah Greene Anne Helm Jeanette
Françoise Lebrun Marianne Groß Madame Gautier, die Concierge
Indya Moore Rubina Nath Skye
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Szenenbild und Dreharbeiten

Das Szenenbild gestalteten Marco Bittner Rosser und Emmy-Gewinner Mark Friedberg. Bittner Rosser war bereits für Jarmuschs Film Only Lovers Left Alive tätig.

Die Dreharbeiten wurden im November 2023 begonnen und im Juni 2024 beendet.[4] Sie fanden in Paris, Dublin und West Milford in New Jersey statt.[8] Als Kameramänner fungierten Frederick Elmes für die USA-Episode und Yorick Le Saux für die beiden anderen Segmente. Elmes war in der Vergangenheit unter anderem für Eraserhead und den Thriller Blue Velvet von David Lynch tätig, Le Saux war für Regisseure wie François Ozon, Emmanuel Bourdieu, Xavier Giannoli, Luca Guadagnino und Olivier Assayas tätig. Jarmusch arbeitete mit Le Saux bereits für das Filmdrama Only Lovers Left Alive aus dem Jahr 2013 zusammen und mit Elmes für Broken Flowers, seinen Episodenfilm Night on Earth, Paterson und The Dead Don’t Die.

Bei dem von den Zwillings-Geschwistern in der dritten Episode gefahrenen hellblauen Kombi handelt es sich um einen Volvo P1800 ES (1971–1973), deutscher Spitzname „Schneewittchensarg“.

Filmmusik und Postproduktion

Für die Filmmusik arbeitete Jarmusch mit der Singer-Songwriterin Anika aka Annika Henderson zusammen.[9] Der Film verwendet auch eine von Henderson und Jarmusch gemeinsam gespielte Version des Jackson-Browne-Liedes These Days, bekannt in der Fassung von Nico aus The Royal Tenenbaums.[10]

Die Postproduktion endete im Herbst 2024.[4]

Marketing und Veröffentlichung

Die Rechte sicherte sich der Streamingdienst MUBI.[2] Der erste Trailer wurde Ende August 2025 vorgestellt.[11] Die Premiere des Films war am 31. August 2025 bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig, wo er im Hauptwettbewerb um den Goldenen Löwen gezeigt wurde.[12] Ende September, Anfang Oktober 2025 wurde er beim Zurich Film Festival gezeigt.[13] Die Nordamerika-Premiere war am 3. Oktober 2025 beim New York Film Festival, wo der Film als Centerpiece gezeigt wurde.[6] Ebenfalls Anfang Oktober 2025 wurde Father Mother Sister Brother beim Vancouver International Film Festival gezeigt und im weiteren Verlauf des Monats beim AFI Fest und beim London Film Festival.[14][15][16] Ende Oktober 2025 eröffnete er das Internationale Filmfestival Thessaloniki.[17] Am 24. Dezember 2025 wurde er in den USA in das Programm des Streaminganbieters Mubi aufgenommen.[18] Dort erhielt der Film ein R-Rating, was einer Freigabe ab 17 Jahren entspricht.[19] Der Kinostart in Frankreich erfolgte am 7. Januar 2026, in Deutschland am 26. Februar 2026.[20] In Irland war er am 10. April 2026.[21]

Rezeption

Kritiken und Einspielergebnis

Von den bei Rotten Tomatoes aufgeführten Kritiken sind 83 Prozent positiv.[22] Bei Metacritic erhielt der Film einen Metascore von 76 von 100 möglichen Punkten.[23]

David Rooney beschreibt Father Mother Sister Brother in seiner Kritik für The Hollywood Reporter als ein lustiges, zärtliches und scharfsinnig beobachtetes Familientriptychon. Der Film sei so einzigartig und perfekt umgesetzt, dass er einen leise umhaut. Was das Triptychon thematisch verbundener Momentaufnahmen so einprägsam mache, sei die geschickte, schnörkellose Beobachtung der Unergründlichkeit, die zwischen Menschen gleicher Abstammung bestehen kann. So sei Father Mother Sister Brother ein einzigartiges Porträt von Familien und ihren Schwächen geworden, hervorragend gespielt von einer außergewöhnlichen Besetzung, die ihre Charaktere voll und ganz verkörpert. Sie seien alle so gut, dass es unfair sei, jemanden hervorzuheben. Wie Jim Jarmuschs Paterson sei es ein Film, dessen Einfachheit, Süße und ungeschminkte Alltäglichkeit ihn fast wie ein Wunder erscheinen ließen. Als Beispiel nennt Rooney die Art und Weise, wie Skye im dritten Teil ihren Kopf in die Halsbeuge ihres Bruders schmiegt oder sich nach einem unverhohlenen Trauerbeweis über seine Beine legt, was unbeschreiblich bewegend sei.[24]

Indya Moore spielt Skye

Michael Bendix bemerkt in seiner Kritik für Filmstarts, die meisterliche Observierung sozialer „Awkwardness“ (Peinlichkeit), vor allem aber die von Wiederholungen bestimmte episodische Struktur von Father Mother Sister Brother, die unweigerlich an das unverwechselbare Dialogkino des Südkoreaners Hong Sang-soo erinnert. Jarmusch verrate hier beispielsweise mit dem penibel angerichteten, immer wieder in der Draufsicht gefilmten Kaffeetisch mehr über die Beziehung seiner Figuren, als es so manch anderem Film mit verbalen Mitteln gelingt. Zwar werde neben der Kaffeekanne und allerlei Süßgebäck auch mal die eine oder andere harsche Spitze über die Tischplatte gereicht, doch Boshaftigkeit gehe Jarmuschs Beobachtungen in dem lustigsten Film seiner Karriere ansonsten gänzlich ab. Father Mother Sister Brother blicke mit viel Sympathie auf die ungelenken bis hilflosen Interaktionen, wodurch sie etwas Rührendes erhielten. Die dritte Episode mit Skye und ihrem Zwillingsbruder Billy, gespielt von Indya Moore und Luka Sabbat, zeige, dass man sich seine Familie nicht aussuchen kann, man aber eben doch manchmal die Richtigen erwischt.[25]

In den deutschen Kinos verzeichnet der Film 170.485 Besucher.[26]

Auszeichnungen

Gotham Awards 2025

Internationale Filmfestspiele von Venedig 2025

National Board of Review Awards 2025

  • Aufnahme in die Top 10 Independent Films[28]

Satellite Awards 2025

  • Nominierung als Bester Film – Komödie oder Musical[29]

Einzelnachweise

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