Fechner-Denkmal
Denkmal für Gustav Theodor Fechner in Leipzig
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Das Fechner-Denkmal in Leipzig ist dem Mediziner, Physiker und Naturphilosophen Gustav Theodor Fechner (1801–1887) gewidmet. Es steht unter Denkmalschutz.[1]

Standort und Gestalt
Das Fechner-Denkmal befindet sich auf dem Gelände des Leipziger Zoos an seiner Westgrenze zum Rosental im Zugangsbereich zur Hacienda las Casas.
Eine 70 Zentimeter hohe Bronzebüste Gustav Theodor Fechners steht auf einem 1,8 Meter hohen Postament aus einer sich nach oben verjüngenden quadratischen Säule aus rotem Granit, oben und unten begrenzt von gestuftem Sandstein. Die Vorderseite zeigt als Inschrift den Namen und die Lebensdaten des Geehrten sowie unten in kleiner Schrift den Satz „In Gott leben, weben und sind wir“ (siehe: Apg 17,28 EU). Auf der Rückseite ist mit »Die Tagesansicht S. 1« Fechners Schrift Die Tagesansicht gegenüber der Nachtansicht[2] gemeint, in welcher er auf Seite 1 jenen Ort beschreibt, auf den später sein Denkmal gestellt wurde und in der er auch das Bibelwort der Vorderseite zitiert.
Geschichte


Am 6. Dezember 1896 stellte der Neurologe und Psychiater Paul Julius Möbius (1853–1907), ein ehemaliger Schüler Fechners, im Leipziger Stadtrat den Antrag, ein Denkmal für seinen Lehrer errichten zu dürfen. Als Standort schlug er einen Platz im Rosental vor, an dem Fechner gern verweilt hatte. Er lag nahe dem bereits 1824 errichteten Café Schweizerhäuschen. Den Auftrag erhielt der Dresdner Bildhauer Gustav Adolph Kietz (1824–1908). Bereits am 17. April 1897 wurde das Denkmal an der vorgeschlagenen Stelle eingeweiht.[3]
1927 erweiterte der Zoo Leipzig sein Gelände, wobei auch das Schweizerhäuschen und das Fechner-Denkmal einbezogen wurden. Ins Schweizerhäuschen kamen Vogelkäfige und 1969 die Zooschule.
Anfang der 1940er Jahre wurden im Rahmen der Metallspende des deutschen Volkes in Leipzig alle öffentlichen Bronze-Denkmäler erfasst und zum größten Teil für Kriegszwecke eingeschmolzen, so auch die Fechner-Büste. 1983 wurde durch den Bildhauer Hans-Joachim Förster (1929–2022) ein Replikat der Fechner-Büste geschaffen und das Denkmal wieder komplettiert.
2001 wurde das Schweizerhäuschen wegen seines desolaten Zustandes abgetragen und als Restaurant Hacienda las Casas neu errichtet. Ein abschließbarer Zugang zur Hacienda, hinter dem das Fechner-Denkmal steht, erlaubt den Denkmalbesuch nur bei geöffneter Gaststätte.[4]
Literatur
- Fechner-Denkmal. In: Markus Cottin, Gina Klank, Karl-Heinz Kretzschmar, Dieter Kürschner, Ilona Petzold: Leipziger Denkmale. Band 1. Sax-Verlag, Beucha 1998, ISBN 3-930076-71-3, S. 19–20.
- Peter Schwarz: Das tausendjährige Leipzig. Vom Ende des 18. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. 1. Auflage. Band 2. Pro Leipzig, Leipzig 2014, ISBN 978-3-945027-05-9, S. 439–440.
Weblinks
- Andrè Loh-Kliesch: Fechnerdenkmal. In: Leipzig-Lexikon.
- Dagmar Geithner: Das Fechner-Denkmal im Rosental. In: waldstrassenviertel.de.
- Das Fechner-Denkmal im Rosental. In: technologienpsychologie.org.