Federico Faggin

italienischer Unternehmer From Wikipedia, the free encyclopedia

Federico Faggin (fedeˈriːko fadˈdʒin, (venezianisch faˈdʒiŋ); * 1. Dezember 1941 in Vicenza) ist ein italienisch-amerikanischer Physiker, Ingenieur, Erfinder und Unternehmer.

Federico Faggin 2011

Leben

An der Universität Padua promovierte er 1965 in Physik. 1967 arbeitete er für SGS-Fairchild in Italien. Er wanderte 1968 in die USA aus, um dort bei Fairchild Semiconductor zu arbeiten. Während seiner Tätigkeit entwickelte Faggin die Silizium-Gate-Technik (SGT) für Metall-Oxid-Halbleiter, die MOS-Halbleiterspeicherchips, CCD-Bildsensoren und den Mikroprozessor ermöglichte. 1970 wechselte er zu Intel.[1] Faggin ist vor allem für die Entwicklung des ersten kommerziellen Mikroprozessors, des Intel 4004, bekannt, auf dessen Die er bei einigen Exemplaren auch seine Signatur hinterließ.[2] Nach dem 4004 leitete er die Entwicklung des Intel 8008 und des 8080, wobei er seine SGT-Methodik für das Design von Random-Logic-Chips einsetzte, die für die Entwicklung der frühen Intel-Mikroprozessoren von entscheidender Bedeutung war. Im Oktober 1974 verließ er Intel, wurde Mitbegründer (zusammen mit Ralph Ungermann) und CEO von Zilog, dem ersten Unternehmen, das sich ausschließlich mit Mikroprozessoren befasste, und leitete die Entwicklung der Zilog Z80-CPU, die zum Intel 8080-Prozessor kompatibel, jedoch leistungsfähiger und günstiger war. Es folgte die Entwicklung des Z8, eines Mikrocontrollers.[3] Davon hat der VEB Kombinat Mikroelektronik Erfurt unter der Typenbezeichnung UC8810D solche Chips als Zweitlieferant hergestellt.

Zilog Z80 Mikroprozessor
Zilog Z8 Mikrocontroller
UC8810D Mikrocontroller

Im Jahre 1982 war er Mitgründer und Präsident von Cygnet Technologies. Er war 1986 Mitbegründer und Präsident der Firma Synaptics Inc. Von 2002 bis 2010 war er wieder bei Zilog im Aufsichtsrat tätig.[4]

Auszeichnungen und Ansichten

1994 erhielt Faggin den W. Wallace McDowell Award. 1996 erfolgte die Aufnahme in die National Inventors Hall of Fame. 1997 erhielt er den Kyoto-Preis. Im Jahre 2006 ist er in der Kategorie „Lebenswerk“ mit dem Europäischen Erfinderpreis ausgezeichnet worden. 2009 erhielt er die National Medal of Technology and Innovation aus der Hand von US-Präsident Barack Obama[5] und 2014 den Premio Enrico Fermi.

Die im Jahre 2011 gegründete Federico and Elvia Faggin Foundation unterstützt US-amerikanische Universitäten und Forschungsinstitute, um das Verständnis des Bewusstseins durch theoretische und experimentelle Forschung zu fördern.[6] Faggin glaubt, dass das Bewusstsein – und nicht die Materie – das fundamentale Prinzip der Realität und dass der menschliche Tod ein Aufwachen in eine umfassendere Realität sei. Eine entsprechende Theorie entwickelte er zusammen mit dem italienischen Quantenphysiker Giacomo Mauro D'Ariano.[7][8]

Veröffentlichungen

  • Silicon: From the Invention of the Microprocessor to the New Science of Consciousness. Waterside Productions 2021, 304 S. ISBN 978-1-949003-41-3
  • Irreducible: Consciousness, Life, Computers and Human Nature. Essentia Books, Winchester 2024, 336 S. ISBN 978-1-80341-509-3[9]
  • Oltre l’invisibile. Dove scienza e spiritualità si uniscono. Mondadori 2024.
  • Jenseits des Unsichtbaren: Wo Wissenschaft und Spiritualität zusammentreffen. Koha-Verlag 2025, 467 S. ISBN 978-3867283458

Einzelnachweise

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