Wikiwand AI

Felsen-Baldrian

Art der Gattung Baldriane (Valeriana) From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Felsen-Baldrian[1] (Valeriana saxatilis) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Baldriane (Valeriana) in der Unterfamilie der Baldriangewächse (Valerianoideae) innerhalb der Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae). Er kommt nur in den Kalkgebieten der mittel- bis südosteuropäischen Gebirge vor.

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Felsen-Baldrian

Felsen-Baldrian (Valeriana saxatilis)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Kardenartige (Dipsacales)
Familie: Geißblattgewächse (Caprifoliaceae)
Unterfamilie: Baldriangewächse (Valerianoideae)
Gattung: Baldriane (Valeriana)
Art: Felsen-Baldrian
Wissenschaftlicher Name
Valeriana saxatilis
L.
Schließen

Beschreibung

Habitus
Valeriana saxatilis subsp. pancicii

Vegetative Merkmale

Der Felsen-Baldrian wächst als ausdauernde krautige Pflanze[1] und erreicht Wuchshöhen von 5 bis 30 Zentimetern. Die Stängel sind meist lediglich im Bereich des Blütenstandes verzweigt.

Die ungeteilten Grundblätter sind breit-oval bis spatelförmig. Oft sind neben der Mittelrippe zwei weitere Seitenrippen erkennbar, die bogenförmig nach vorne laufen. Im Gegensatz zum ähnlichen Berg-Baldrian gibt es höchstens ein Paar Stängelblätter. Die Stängelblätter sind viel kleiner als die Grundblätter und linealisch.

Generative Merkmale

Die Blütezeit liegt zwischen Juni und Juli. Der rispige Blütenstand ist weniger reichblütig und nicht so deutlich schirmförmig wie bei den meisten anderen Baldrian-Arten. Oft stehen beispielsweise die untersten Seitenzweige deutlich vom Rest des Blütenstandes ab.

Die zwittrige Blüte besitzt eine doppelte Blütenhülle. Die 1 bis 2 Millimeter langen Blütenkronen sind meist weiß, manchmal leicht rosafarben.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24.[2]

Ökologie

Beim Felsen-Baldrian handelt es sich um einen Hemikryptophyten.[1]

Vorkommen

Der Felsen-Baldrian kommt nur in den Kalkgebieten der Ostalpen von der Ostschweiz über die östlichen Kalkalpen nach Südosten über die Kalkgebirge Jugoslawiens bis nach Albanien vor. Es gibt Fundortangaben für Italien, die Schweiz, Liechtenstein, Österreich, Deutschland, Slowenien, Kroatien, Montenegro, Serbien, Albanien und Rumänien.[3] Ein isoliertes Vorkommen befindet sich in den Apuanischen Alpen.

Der Felsen-Baldrian gedeiht in der subalpinen bis alpinen Höhenstufe in Kalkfelsspalten. Sie ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Potentilletum caulescentis, kommt aber auch im Caricion davallianae vor.[2] In den Allgäuer Alpen steigt sie bis in Höhenlage über 2000 Meter auf.[4]

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 5 (basisch), Temperaturzahl T = 2+ (unter-subalpin und ober-montan), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).[5]

Taxonomie und Systematik

Die Erstveröffentlichung von Valeriana saxatilis erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 33.[3]

Je nach Autor gibt es etwa zwei Unterarten:[3]

  • Valeriana saxatilis L. subsp. saxatilis[3]
  • Valeriana saxatilis subsp. pancicii (Halácsy & Bald.) Ockendon (Syn.: Valeriana pancicii Halácsy & Bald.): Sie kommt nur in Serbien, Montenegro und Albanien vor.[3]

Literatur

  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz. Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3364-4.
  • Werner Rothmaler: Exkursionsflora für die Gebiete der DDR und der BRD. Band 2: Gefäßpflanzen, 14. Auflage. Volk und Wissen, Berlin 1988, ISBN 3-060-12539-2.

Einzelnachweise

Related Articles

Timelines

Top Qs

Fact Checks