Ferme d’Herbouilly
ehemaliges Gehöft in Frankreich
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Die Ferme d’Herbouilly war ursprünglich ein Bauerngehöft in einem abgelegenen Tal des Vercors im Südosten Frankreichs. Im Zweiten Weltkrieg diente das Gebäude den Forces françaises de l’intérieur als Kommandozentrale der „Compagnie Goderville“ um Jean Prévost (genannt Maquis du Vercors). Die Forces françaises de l’intérieur (FFI) war der erst Anfang 1944 gegründete militärische Arm der Résistance. Nach Aufgabe als militärische Struktur wurde das Gebäude – wie viele andere Gebäude auch – von den deutschen Truppen völlig zerstört. Heute ist es nur noch ein geographisches Objekt und dient als Wegpunkt des Wanderwegenetzes.
Beschreibung

Der Hof lag sehr abgelegen und schwer zugänglich auf etwa 1280 Meter über dem Meer in einem langgestreckten, waldfreien, Nord-Süd-gerichteten Tal. Es gehört zum Parc naturel régional Vercors und ist ein beliebtes und gut erschlossenes Wandergebiet. Neben dem Hauptgebäude gab es eine Reihe von Wirtschaftsgebäuden. Aus der Luft war es gut zu erkennen und eignete sich daher zum Abwurf und Absprung von Fallschirmjägern und auch als provisorische Unterkunft kleiner Verbände. Ein Foto aus den 1930er Jahren zeigt neben dem Hauptgebäude ein Zelt, was den Schluss nahelegt, dass bereits zu dieser Zeit in gewissem Maße Agrotourismus betrieben worden sein muss.[1] Die in verschiedenen Quellen genannte Bezeichnung Plateau d’Herbouilly ist insofern falsch beziehungsweise irreführend, als es sich hier nicht um eine Anhöhe oder Plateau, sondern um eine abflusslose Tal- oder Kessellage handelt.
Zum Hof gehörten 80 Hektar Weideland und Wald. Dort wurden Viehzucht, Mischkultur und wahrscheinlich auch Käseproduktion betrieben, wie in benachbarten Tälern zum Teil heute noch. Nach Angaben des ehemaligen Widerstandskämpfers Henri Faure war der letzte Besitzer der Liegenschaft Alfred Roche, der das Haus bereits vor 1938 „in eine gemütliche Unterkunft verwandelt hatte“.[2]
Jean Prévost fiel zusammen mit vier seiner Kameraden am 1. August 1944 in Pont-Charvet bei Sassenage bei dem Versuch, aus dem von den Deutschen eingekesselten Vercors zu entkommen.[3]
Literatur
- Les Cahiers du Peuil, Heft 6, 2006, S. 112–120.
Weblinks
- Herbouilly, une tranche d'histoire, Geneviève Rouillon. Filmdokumentation (5:58), o. J.