Festalemps
französische Gemeinde
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Festalemps (Aussprache [fɛstaˈlɛ̃], okzitanisch Festalems) ist ein Dorf mit 247 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2019) in der französischen Gemeinde Saint Privat en Périgord im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Als bis 2018 selbstständige Gemeinde gehörte Festalemps zum Arrondissement Périgueux. Die Einwohner werden Festalinois und Festalinoises genannt.
| Festalemps | ||
|---|---|---|
| Staat | Frankreich | |
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département | Dordogne | |
| Arrondissement | Périgueux | |
| Gemeinde | Saint Privat en Périgord | |
| Koordinaten | 45° 14′ N, 0° 14′ O | |
| Postleitzahl | 24410 | |
| Ehemaliger INSEE-Code | 24178 | |
| Eingemeindung | 1. Januar 2017 | |
Ehemaliges Bürgermeisteramt (Mairie) | ||
Der Erlass der Präfektin vom 26. September 2016 legte mit Wirkung zum 1. Januar 2017 die Eingliederung von Festalemps zunächst als Commune déléguée zusammen mit den früheren Gemeinden Saint-Antoine-Cumond und Saint-Privat-des-Prés zur Commune nouvelle Saint Privat en Périgord fest.[1]
Der Gemeinderat beschloss in seiner Sitzung am 5. Juni 2020 den Status der Ortsteile von Saint Privat en Périgord als Communes déléguées zu widerrufen.[2]
Geografie
Festalemps liegt etwa 47 Kilometer südwestlich von Nontron, etwa 37 westnordwestlich von Périgueux und etwa 46 Kilometer nordnordwestlich von Bergerac am nordwestlichen Rand des Départements. Der Ort befindet sich am Übergang der Landschaft der Double zur Landschaft des Ribéracois, im touristisch benannten Landesteil Périgord vert. Das Ortsgebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der Rizonne, die es im Süden begrenzt, und von zwei ihrer Nebenflüsse, dem Pontet, der es im Westen begrenzt, und vom Ruisseau de Font Clarou.
Das Ortsgebiet erstreckt sich über eine im Süden waldreiche Hügellandschaft mit Erhebungen selten über 120 m. Der topografisch höchste Punkt befindet sich mit 137 m Höhe im Norden am Waldstück le Bois du Fau, der tiefste Punkt mit 47 m im Südwesten beim Austritt der Rizonne aus dem Ortsgebiet. Das Zentrum vor der Ortskirche liegt auf etwa 123 m Höhe.
Umgeben wird Festalemps von fünf Nachbargemeinden und zwei weiteren Ortsteilen von Saint Privat en Périgord:
| Petit-Bersac Saint-Antoine-Cumond (Saint Privat en Périgord) |
Chassaignes | |
| Saint-Privat-des-Prés (Saint Privat en Périgord) | Vanxains | |
| Saint-Vincent-Jalmoutiers | La Jemaye-Ponteyraud |
Etymologie und Geschichte
Der Name des Dorfes ist in einem Kirchenregister des 13. Jahrhunderts in der Schreibweise Festelensis belegt. Daraus wurde in der Folge Festelenxs (1382), dann Festelens (1512). Er stammt von einem Personennamen germanischen Ursprungs, Fastila, gefolgt vom Suffix -ing.[3]
Festalemps birgt Spuren prähistorischer Zeit. Es ist eine der wenigen Orte in der Umgebung von Ribérac, deren Untergrund ausschließlich aus Maastrichtium-Kalkstein der Oberkreide besteht.
Ausgrabungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts in diesem Gebiet, insbesondere innerhalb des Wassergrabens des Bois du Fau, brachten prähistorische Überreste zutage. Darunter befand sich eine große Wetzrille aus der Zeit von 2500 bis 3000 v. Chr. (heute im Périgord-Museum in Périgueux) sowie eine Malerwerkstatt.
Das Dorf liegt an der Straße in die Pyrenäen und nach Spanien, an einer wichtigen gallorömischen Straße, und auch aus dieser Zeit wurden auf seinem Gebiet Überreste gefunden. Erstmals im 13. Jahrhundert erwähnt, scheinen Häuser schon deutlich früher entstanden zu sein, wie die Kirche Saint-Martin belegt, die im ersten Viertel des 12. Jahrhunderts erbaut wurde.
Das Mittelalter war eine Zeit großer Unruhen für das Dorf, das zwischen die Fronten des Hundertjährigen Krieges zwischen Frankreich und England geriet. Im 16. Jahrhundert sah es sich einem weiteren Konflikt gegenüber, diesmal zwischen Katholiken und Protestanten.
Die Herrschaft Heinrichs IV. markierte das Ende dieser Konflikte. Er soll sogar in Festalemps verweilt haben, höchstwahrscheinlich im Schloss La Borde, das im 15. oder 16. Jahrhundert von den Herren von Joumard erbaut wurde und dessen Überreste noch heute zu sehen sind.
Die Existenz einer Mühle ist bereits 1779 belegt. Sie wurde von den Herren von Vanxains für die Dorfbewohner errichtet. Das heutige Gebäude stammt aus dem Jahr 1878. Angetrieben von der Wasserkraft der Rizonne wurde das Gebäude zunächst zur Herstellung von Mehl und Öl genutzt, dann für die Milchwirtschaft und im 20. Jahrhundert zu einem Sägewerk umfunktioniert.[4]
Bevölkerungsentwicklung
| Festalemps: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2019 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 870 | |||
| 1800 | 912 | |||
| 1806 | 931 | |||
| 1821 | 907 | |||
| 1831 | 1.068 | |||
| 1836 | 970 | |||
| 1841 | 789 | |||
| 1846 | 882 | |||
| 1851 | 922 | |||
| 1856 | 895 | |||
| 1861 | 840 | |||
| 1866 | 808 | |||
| 1872 | 745 | |||
| 1876 | 741 | |||
| 1881 | 758 | |||
| 1886 | 685 | |||
| 1891 | 672 | |||
| 1896 | 631 | |||
| 1901 | 580 | |||
| 1906 | 556 | |||
| 1911 | 556 | |||
| 1921 | 451 | |||
| 1926 | 429 | |||
| 1931 | 417 | |||
| 1936 | 385 | |||
| 1946 | 402 | |||
| 1954 | 381 | |||
| 1962 | 348 | |||
| 1968 | 297 | |||
| 1975 | 244 | |||
| 1982 | 246 | |||
| 1990 | 237 | |||
| 1999 | 243 | |||
| 2006 | 251 | |||
| 2013 | 270 | |||
| 2019 | 247 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[5] INSEE ab 2006[6][7][8] Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||
Sehenswürdigkeiten
- Kirche Saint-Martin, im 12. Jahrhundert als Wehrkirche errichtet, seit 1947 als Monument historique eingeschrieben. Sie beherbergt viele denkmalgeschützte Objekte: Altarretabel, Statuen, Ziborium. In ihrem Glockenturm hängt eine der ältesten Glocken Aquitaniens, die „Amélie“, gegossen im Jahr 1512. Traditionen werden gepflegt, wie die jährliche Wahl einer „Rosenkönigin“, einem Mädchen, das das Grab einer wohltätigen Familie pflegt und den Advent mit der Amélie-Glocke einläutet.[9]
- Überreste des Schlosses La Borde aus dem 15. oder 16. Jahrhundert
- Kirche Saint-Martin
- Eckturm des Schlosses La Borde
Literatur
- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Éditions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).

