Festalemps

französische Gemeinde From Wikipedia, the free encyclopedia

Festalemps (Aussprache [fɛstaˈlɛ̃], okzitanisch Festalems) ist ein Dorf mit 247 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2019) in der französischen Gemeinde Saint Privat en Périgord im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Als bis 2018 selbstständige Gemeinde gehörte Festalemps zum Arrondissement Périgueux. Die Einwohner werden Festalinois und Festalinoises genannt.

Schnelle Fakten
Festalemps
Festalemps (Frankreich)
Festalemps (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Périgueux
Gemeinde Saint Privat en Périgord
Koordinaten 45° 14′ N,  14′ O
Postleitzahl 24410
Ehemaliger INSEE-Code 24178
Eingemeindung 1. Januar 2017

Ehemaliges Bürgermeisteramt (Mairie)
Schließen

Der Erlass der Präfektin vom 26. September 2016 legte mit Wirkung zum 1. Januar 2017 die Eingliederung von Festalemps zunächst als Commune déléguée zusammen mit den früheren Gemeinden Saint-Antoine-Cumond und Saint-Privat-des-Prés zur Commune nouvelle Saint Privat en Périgord fest.[1]

Der Gemeinderat beschloss in seiner Sitzung am 5. Juni 2020 den Status der Ortsteile von Saint Privat en Périgord als Communes déléguées zu widerrufen.[2]

Geografie

Lagekarte von Festalemps

Festalemps liegt etwa 47 Kilometer südwestlich von Nontron, etwa 37 westnordwestlich von Périgueux und etwa 46 Kilometer nordnordwestlich von Bergerac am nordwestlichen Rand des Départements. Der Ort befindet sich am Übergang der Landschaft der Double zur Landschaft des Ribéracois, im touristisch benannten Landesteil Périgord vert. Das Ortsgebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der Rizonne, die es im Süden begrenzt, und von zwei ihrer Nebenflüsse, dem Pontet, der es im Westen begrenzt, und vom Ruisseau de Font Clarou.

Das Ortsgebiet erstreckt sich über eine im Süden waldreiche Hügellandschaft mit Erhebungen selten über 120 m. Der topografisch höchste Punkt befindet sich mit 137 m Höhe im Norden am Waldstück le Bois du Fau, der tiefste Punkt mit 47 m im Südwesten beim Austritt der Rizonne aus dem Ortsgebiet. Das Zentrum vor der Ortskirche liegt auf etwa 123 m Höhe.

Umgeben wird Festalemps von fünf Nachbargemeinden und zwei weiteren Ortsteilen von Saint Privat en Périgord:

Petit-Bersac
Saint-Antoine-Cumond (Saint Privat en Périgord)
Chassaignes
Saint-Privat-des-Prés (Saint Privat en Périgord) Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Vanxains
Saint-Vincent-Jalmoutiers La Jemaye-Ponteyraud

Etymologie und Geschichte

Der Name des Dorfes ist in einem Kirchenregister des 13. Jahrhunderts in der Schreibweise Festelensis belegt. Daraus wurde in der Folge Festelenxs (1382), dann Festelens (1512). Er stammt von einem Personennamen germanischen Ursprungs, Fastila, gefolgt vom Suffix -ing.[3]

Festalemps birgt Spuren prähistorischer Zeit. Es ist eine der wenigen Orte in der Umgebung von Ribérac, deren Untergrund ausschließlich aus Maastrichtium-Kalkstein der Oberkreide besteht.

Ausgrabungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts in diesem Gebiet, insbesondere innerhalb des Wassergrabens des Bois du Fau, brachten prähistorische Überreste zutage. Darunter befand sich eine große Wetzrille aus der Zeit von 2500 bis 3000 v. Chr. (heute im Périgord-Museum in Périgueux) sowie eine Malerwerkstatt.

Das Dorf liegt an der Straße in die Pyrenäen und nach Spanien, an einer wichtigen gallorömischen Straße, und auch aus dieser Zeit wurden auf seinem Gebiet Überreste gefunden. Erstmals im 13. Jahrhundert erwähnt, scheinen Häuser schon deutlich früher entstanden zu sein, wie die Kirche Saint-Martin belegt, die im ersten Viertel des 12. Jahrhunderts erbaut wurde.

Das Mittelalter war eine Zeit großer Unruhen für das Dorf, das zwischen die Fronten des Hundertjährigen Krieges zwischen Frankreich und England geriet. Im 16. Jahrhundert sah es sich einem weiteren Konflikt gegenüber, diesmal zwischen Katholiken und Protestanten.

Die Herrschaft Heinrichs IV. markierte das Ende dieser Konflikte. Er soll sogar in Festalemps verweilt haben, höchstwahrscheinlich im Schloss La Borde, das im 15. oder 16. Jahrhundert von den Herren von Joumard erbaut wurde und dessen Überreste noch heute zu sehen sind.

Die Existenz einer Mühle ist bereits 1779 belegt. Sie wurde von den Herren von Vanxains für die Dorfbewohner errichtet. Das heutige Gebäude stammt aus dem Jahr 1878. Angetrieben von der Wasserkraft der Rizonne wurde das Gebäude zunächst zur Herstellung von Mehl und Öl genutzt, dann für die Milchwirtschaft und im 20. Jahrhundert zu einem Sägewerk umfunktioniert.[4]

Bevölkerungsentwicklung

Festalemps: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2019
Jahr  Einwohner
1793
 
870
1800
 
912
1806
 
931
1821
 
907
1831
 
1.068
1836
 
970
1841
 
789
1846
 
882
1851
 
922
1856
 
895
1861
 
840
1866
 
808
1872
 
745
1876
 
741
1881
 
758
1886
 
685
1891
 
672
1896
 
631
1901
 
580
1906
 
556
1911
 
556
1921
 
451
1926
 
429
1931
 
417
1936
 
385
1946
 
402
1954
 
381
1962
 
348
1968
 
297
1975
 
244
1982
 
246
1990
 
237
1999
 
243
2006
 
251
2013
 
270
2019
 
247
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[5] INSEE ab 2006[6][7][8]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Sehenswürdigkeiten

  • Kirche Saint-Martin, im 12. Jahrhundert als Wehrkirche errichtet, seit 1947 als Monument historique eingeschrieben. Sie beherbergt viele denkmalgeschützte Objekte: Altarretabel, Statuen, Ziborium. In ihrem Glockenturm hängt eine der ältesten Glocken Aquitaniens, die „Amélie“, gegossen im Jahr 1512. Traditionen werden gepflegt, wie die jährliche Wahl einer „Rosenkönigin“, einem Mädchen, das das Grab einer wohltätigen Familie pflegt und den Advent mit der Amélie-Glocke einläutet.[9]
  • Überreste des Schlosses La Borde aus dem 15. oder 16. Jahrhundert

Literatur

  • Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Éditions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Commons: Festalemps – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI