Festung von Skopje
Befestigungsanlage und archäologische Stätte in Skopje, Nordmazedonien
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Die Festung von Skopje (mazedonisch Скопско кале Skopsko kale; albanisch Kalaja e Shkupit; türkisch Üsküp Kalesi), örtlich meist kurz Kale („Festung“ oder „Burg“) genannt, ist eine historische Festungsanlage in Skopje, der Hauptstadt Nordmazedoniens. Sie liegt oberhalb der Altstadt und des Vardar und gehört zu den bekanntesten Bauwerken der Stadt.[1] Die Festung ist zudem im Wappen Skopjes dargestellt, das wiederum Bestandteil der Stadtflagge ist.[2]
Geschichte
Der Festungshügel war bereits in prähistorischer Zeit besiedelt. Die erste größere Befestigung wird gewöhnlich in das 6. Jahrhundert datiert und mit der spätantiken bzw. byzantinischen Ausbauphase nach dem Erdbeben von 518 in Verbindung gebracht, bei dem das nahe gelegene Scupi zerstört wurde. Für den Bau wurden unter anderem Kalkstein, Travertin und wiederverwendetes antikes Baumaterial genutzt.[3]
Es wird angenommen, dass die Festung unter Kaiser Justinian I. erbaut und im 10. und 11. Jahrhundert auf den Überresten der byzantinischen Festung Justinians weiter ausgebaut wurde, die möglicherweise durch eine Reihe von Kriegen und Schlachten in der Region zerstört worden war. Skopje gehörte zeitweise zum Ersten Bulgarischen Reich und wurde später ein bedeutendes Zentrum im serbischen Machtbereich. 1346 nahm Stefan Dušan in Skopje den Kaisertitel an und machte die Stadt zu einem wichtigen Herrschaftszentrum des Serbischen Reiches.[4]
Während der osmanischen Herrschaft blieb die Festung ein markanter Bestandteil der Stadt. Der osmanische Reisende Evliya Çelebi beschrieb sie im 17. Jahrhundert als stark befestigte Anlage mit Mauern, Bastionen und Toren, könnte damit jedoch übertreiben haben. Von den Osmanen wurde die Festung nämlich zuerst vernachlässigt, jedoch nach Zerstörungen bei kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Habsburgern nach 1700 neu aufgebaut. Aus dieser Zeit stammen die heutigen Außenmauern, Türme und das Haupteingangstor.[5] Im 19. Jahrhundert wurde es als Lagerstätten, Lazarett und Gefängnis genutzt. Die militärische Nutzung der Stätte hielt noch bis 1951 in der jugoslawischen Periode an.[6]
In der Folgezeit ging die Festung in den Besitz des Amts für Denkmalschutz über und erste archäologische Forschungsarbeiten wurden durchgeführt. Beim schweren Erdbeben von Skopje 1963 wurden Teile der Festung beschädigt. Seit den 2000er Jahren fanden umfassende archäologische Untersuchungen und Restaurierungsarbeiten statt. 2010 fanden Archäologen 44 Goldmünzen und 76 venezianische Münzen, die aus dem 13. Jahrhundert bzw. der byzantinischen Zeit stammen.[7]
Nachdem innerhalb des Komplexes die Fundamente einer Kirche aus dem 13. Jahrhundert entdeckt worden waren, initiierte das mazedonische Amt für Denkmalschutz ein Projekt zur Restaurierung der Anlage als Kirchenmuseum. Albanischstämmige Gruppen, allen voran die Bashkimi Demokratik për Integrim, behaupteten, der Ort beherberge ein älteres illyrisches Bauwerk und dass dieser Ort aufgrund ihrer angeblichen illyrischen Abstammung ihnen zustehe.[8] Der folgende Streit betraf konkurrierende Deutungen des Ortes als christliches bzw. muslimisches sowie als mazedonisches bzw. albanisches Kulturerbe. Bei Auseinandersetzungen im Februar 2011 wurden mehrere Personen verletzt.[9] Auch die türkische Regierung reagierte auf den Vorfall.[10]
Beschreibung
Die Festung liegt auf einer Anhöhe über dem Vardar und überblickt die Altstadt von Skopje mit dem Alten Basar. Der Name Kale geht auf das türkische Wort für „Festung“ zurück. Die Anlage besteht aus erhaltenen Mauern, Türmen und Innenbereichen mit archäologischen Resten. Durch ihre Lage ist sie ein weithin sichtbares Wahrzeichen der Stadt und ein Aussichtspunkt über das Zentrum Skopjes.
Als Baumaterial wurden vor allem gelblicher Kalkstein und Travertin verwendet; zudem wurden Spolien aus dem zerstörten römischen Scupi in die Mauern eingebaut.[3] Die sichtbaren Befestigungsreste gehen auf mehrere Bauphasen zurück, darunter spätantike, mittelalterliche und neuzeitliche Veränderungen aus der osmanischen Periode.
Galerie
- Turm der Festung Kale
- Minarett der Mustafa-Pascha-Moschee von der Festung aus gesehen
- Statue an der Festung
- Blick von Vodno auf Skopje; die Festung liegt rechts der Bildmitte
- Ruinen im Inneren der Festung
- Ruinen im Inneren der Festung
- Die Festung Skopje Anfang der 1920er Jahre
- Vorderseite der Festung
- Blick auf die Mauer von innen
- Nächtlicher Blick auf einen Turm
- Historische Aufnahme der Festung Kale
- Plan der mittelalterlichen Festung Skopje
- Blick auf die Steinbrücke und die Festung Skopje