Fidelity Investments
Kapitalanlagegesellschaft
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Fidelity Investments (offiziell: Fidelity Management & Research) ist ein US-amerikanisches Finanzdienstleistungsunternehmen mit Sitz in Boston, Massachusetts. Das 1946 gegründete Unternehmen zählt zu den weltweit größten Vermögensverwaltern und bietet ein breites Spektrum an Dienstleistungen in den Bereichen Investmentfonds, Brokerage, Altersvorsorge und institutionelle Anlagen an.
| Fidelity Investments | |
|---|---|
| Rechtsform | Privatunternehmen |
| Gründung | 1946 |
| Sitz | Boston, Massachusetts, |
| Leitung | Abigail Johnson (CEO) |
| Mitarbeiterzahl | ca. 80.000 (2025)[1] |
| Umsatz | 37,7 Mrd. US-Dollar (2025)[2] |
| Branche | Finanzdienstleistungen, Vermögensverwaltung |
| Website | www.fidelity.com |

Im Jahr 2025 verwaltet Fidelity eigene Investmentfonds, börsengehandelte Fonds (ETFs) und weitere Finanzprodukte. Das verwaltete Vermögen (Assets under management, AUM) lag 2025 bei 7,1 Billionen US-Dollar, während die Assets under administration (AUA) mehr als 18 Billionen US-Dollar betrugen.[3] In den USA liegen damit nur BlackRock und die Vanguard Group vor Fidelity.
Geschichte
Der Fidelity Fund wurde am 1. Mai 1930 in Massachusetts gegründet, wobei Edward C. Johnson II. 1943 das Amt des Präsidenten und das Eigentum an dem Fonds übernahm. 1946 wurde das Unternehmen Fidelity Management & Research (FMR) als Investment Advisor für den Fonds gegründet. In den folgenden Jahrzehnten expandierte das Unternehmen kontinuierlich und entwickelte sich zu einem der führenden Anbieter im US-amerikanischen Fondsmarkt.[4] Fidelity hob sich von früheren Fondsmanagern dadurch ab, dass sie den Schwerpunkt weniger auf den Kapitalerhalt in großen, etablierten Blue-Chip-Aktien legte, sondern vielmehr auf Unternehmen mit starkem Wachstumspotenzial.[5]
Im Jahr 1969 gründete das Unternehmen Fidelity International (FIL), um Märkte außerhalb der USA zu bedienen, und gliederte es 1980 in ein eigenständiges Unternehmen aus, das sich im Besitz seiner Mitarbeiter befindet.[6]
In den 1970er Jahren begann Fidelity, sein Angebot zu diversifizieren, insbesondere durch den Einstieg in das Brokerage-Geschäft. Ab 1974 begann das Unternehmen, seine Fonds direkt per Telefon an Privatpersonen abzusetzen. 1978 führte das Unternehmen eines der ersten Discount-Brokerage-Modelle ein, das den Wertpapierhandel für Privatkunden deutlich günstiger machte und so zur Demokratisierung des Kapitalmarktzugangs beitrug.[4]
In den 1980er und 1990er Jahren expandierte Fidelity weiter und baute insbesondere seine Aktivitäten im Bereich Altersvorsorge und institutionelle Vermögensverwaltung aus. Das Unternehmen profitierte vom Wachstum der privaten Altersvorsorge in den Vereinigten Staaten, insbesondere durch 401(k)-Pläne. Im Jahr 1984 wurde mit dem elektronischen computergestützten Börsenhandel begonnen.[4]
1987 bot Fidelity mehr als 70 Investmentfonds an, darunter branchenspezifische Fonds (Immobilien), internationale Aktien- und Rentenfonds sowie mehr als 20 Geldmarktfonds. 1996 wurde die Markte von einer halben Billion US-Dollar an verwaltetem Vermögen überschritten.[5]
Im Jahr 2001 wurde Geode Capital Management gegründet, um Anlagestrategien für FMR-Mitarbeiter zu verwalten und zu entwickeln. Im Jahr 2003 wurde das Unternehmen als eigenständiges Unternehmen ausgegliedert.[7]
Im September 2003 brachte das Unternehmen seinen ersten börsengehandelten Fonds (ETF) auf den Markt, den „Fidelity Nasdaq Composite Index Tracking Stock Fund“ (ONEQ).[8]
Im Jahr 2007 änderte das Unternehmen seine Rechtsform in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (Limited Liability Company); die FMR LLC wurde zur Eigentümergesellschaft.[9]
Im Jahr 2014 wurde Abigail Johnson Präsidentin und CEO von Fidelity Investments (FMR) sowie Vorstandsvorsitzende von Fidelity International (FIL). Abigail ist Enkelin des Unternehmensgründers Edward C. Johnson II und Tochter von Edward „Ned“ C. Johnson III, der die Leitung des Unternehmens 1972 übernommen hatte.[10] Sie reduzierte die Abhängigkeit von offenen Investmentfonds und richtete den Fokus des Unternehmens stattdessen auf Finanzberatung, Wertpapierdienstleistungen und Risikokapital.[11] Seit den 2010er Jahren hat das Unternehmen zudem sein Angebot an ETFs deutlich ausgebaut.[5]
Im Oktober 2018 gründete Fidelity „Fidelity Digital Asset Services“, eine eigenständige Einheit, die sich auf die Verwahrung von Krypto-Assets für institutionelle Anleger sowie den Handel mit Kryptowährungen spezialisiert hat.[12]
Im September 2019 schloss Fidelity die Ausgliederung von Eight Roads Ventures, seiner Risikokapital-Sparte, ab. Bis 2015 war diese unter dem Namen Fidelity Growth Partners bekannt.[13]
Im April 2022 begann Fidelity damit, Bitcoin als Anlageoption in 401(k)-Plänen für Teilnehmer anzubieten, deren Arbeitgeber sich dafür entschieden haben, Bitcoin in ihren Plan aufzunehmen.[14] Ab Januar 2024 war Fidelity nach Erhalt der Genehmigung einer von mehreren Emittenten, die einen Spot-Bitcoin-ETF auf den Markt brachten.[15] Im Juli folgte ein Ethereum-ETF.[16]
Aktivitäten
Fidelity Investments bietet ein umfassendes Spektrum an Finanzdienstleistungen, das sowohl Privatkunden als auch institutionelle Investoren adressiert. Das Unternehmen ist insbesondere im Bereich der Vermögensverwaltung tätig und verwaltet Investmentfonds sowie individuelle Portfolios für Millionen von Kunden weltweit. Darüber hinaus betreibt Fidelity eine der größten Brokerage-Plattformen in den Vereinigten Staaten, über die Kunden Wertpapiere handeln und ihre Anlagen verwalten können. Ein weiterer zentraler Bestandteil des Geschäftsmodells ist die Verwaltung von Altersvorsorgeprogrammen, insbesondere von betrieblichen Vorsorgeplänen, bei denen Fidelity als Administrator und Investmentanbieter fungiert. Ergänzt wird das Angebot durch Dienstleistungen im Bereich Finanzberatung, Vermögensplanung, Versicherung sowie institutionelle Investments, etwa für Pensionsfonds und staatliche Einrichtungen. In den letzten Jahren hat das Unternehmen zudem seine Aktivitäten im Bereich digitaler Finanzdienstleistungen und Kryptowährungen ausgebaut, um neue Wachstumsfelder zu erschließen.[17]
Fidelity verfügt über drei Fondsabteilungen: Aktien (mit Hauptsitz in Boston, Massachusetts), High-Income (mit Hauptsitz in Boston) und Fixed-Income (mit Hauptsitz in Merrimack, New Hampshire). Der größte Aktienfonds des Unternehmens ist der Fidelity Contrafund, der über ein Volumen von 145 Milliarden US-Dollar verfügt und damit einer der größten aktiv verwaltete Investmentfonds ist.[18] Bekannt ist außerdem der Fidelity Magellan Fund, der 1963 von Ned Johnson gegründet und später von der Investmentlegende Peter Lynch verwaltet wurde.
Eigentümerstruktur
Fidelity Investments gehört zu der FMR LLC, einem in Privatbesitz befindlichen Unternehmen unter der Leitung der Familie Johnson. FMR betreibt zudem Devonshire Investors, einen privaten Investmentarm, der alternative Anlagen wie Private Equity, Immobilien und Risikokapital verwaltet. Darüber hinaus betreibt das Unternehmen F-Prime Capital Partners, eine eigenständige Einheit, die sich ausschließlich auf Risikokapital konzentriert.[5] Abigail Johnson, die Enkelin des Firmengründers Edward C. Johnson II., hält zusammen mit ihrer Familie und verbundenen Unternehmen einen Anteil von rund 50 % an dem Unternehmen. Der Rest befindet sich im Besitz von ehemaligen und aktuellen Mitarbeitern des Unternehmens.[19]
Fidelity Foundation
Die Fidelity Foundation ist eine 1991 ins Leben gerufene wohltätig Stiftung, welche Nonprofit-Organisationen in den Bereichen Kunst & Kultur, Naturschutz, Bildung, Gesundheit sowie soziale und wirtschaftliche Mobilität unterstützt.[20]
Kontroversen
Im Jahr 2004 erzielte Fidelity eine Einigung mit der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC im Rahmen eines Verfahrens, das Manipulation und die Zerstörung von Dokumenten zum Gegenstand hatte. Darüber hinaus wurden mit dem Unternehmen verbundene Broker-Dealer wegen Verstößen wie der irreführenden Darstellung von Anlageplänen sowie der Missachtung von gesetzlichen Aufbewahrungspflichten mit Geldstrafen belegt. Eine Untersuchung von Reuters aus dem Jahr 2016 brachte einen möglichen Interessenkonflikt ans Licht, bei dem die Familie Johnson über eine Risikokapitalgesellschaft, die direkt mit Fidelity konkurrierte, involviert war. Es konnten jedoch keine eindeutigen strafrechtlich relevanten Handlungen nachgewiesen werden. Im Jahr 2019 berichteten diverse Finanzmedien über eine Reihe von Klagen gegen das Unternehmen, die sich auf angeblich verschleierte Gebühren für 401(k)-Pläne bezogen. Daraufhin leitete das US-Arbeitsministerium eine Untersuchung ein.[19]