Fiesch

Gemeinde im Kanton Wallis, Schweiz From Wikipedia, the free encyclopedia

Fiesch (walliserdeutsch [fɪəʃ]) ist eine Munizipalgemeinde und eine Burgergemeinde mit einem Burgerrat im Bezirk Goms im Schweizer Kanton Wallis. Der Ort bildet zugleich eine Pfarrgemeinde des Dekanats Ernen. Fiesch liegt am Fuss des Eggishorns (2934 m ü. M.) im oberen Rhonetal (Rottental).

Schnelle Fakten Lage der Gemeinde ...
Fiesch
Wappen von Fiesch
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Wallis Wallis (VS)
Bezirk: Gomsw
BFS-Nr.: 6057i1f3f4
Postleitzahl: 3984
Koordinaten: 653476 / 139085
Höhe: 1049 m ü. M.
Höhenbereich: 974–2889 m ü. M.[1]
Fläche: 11,03 km²[2]
Einwohner: 910 (31. Dezember 2024)[3]
Einwohnerdichte: 83 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
19,0 %
(31. Dezember 2023)[4]
Website: www.gemeinde-fiesch.ch
Fiesch, 2024
Fiesch, 2024
Lage der Gemeinde
Karte von Fiesch
Karte von Fiesch
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Kugelpanorama von Fiesch (2024)
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Geschichte

Fiesch wurde erstmals 1203 in einer Urkunde des Abtes von Disentis erwähnt, worin ein Zeuge namens Rudolf de Vios genannt wird. Von 1438 bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Ort meist als Viesch geschrieben. Am 15. August 1905 wurde der Name durch einen Bundesbeschluss auf die heutige Schreibweise Fiesch festgelegt. Der Ortsname geht auf lateinisch vīcu(s) «Dorf» zurück.[5]

Durch den Bau der Strasse ins Goms (1836 Lax–Fiesch, 1852–1863 Fiesch–Fürgangen) und den Anschluss an die Furka-Oberalp-Bahn (heute Matterhorn-Gotthard-Bahn) im Jahre 1915 wurde Fiesch für den Tourismus erschlossen. Mit der Errichtung der Luftseilbahn Fiesch–Eggishorn (1964 bis 1966) und dem Bau des Feriendorfes Fiesch gewann der Tourismus endgültig seine Bedeutung als wichtigster Wirtschaftsfaktor der Gemeinde.

Über 400 Jahre lang beteten die Fiescher für das Schmelzen der früher das Tal bedrohenden Gletscher. Im Jahr 2010 erlaubte der Papst die Änderung des Gelübdes, seither dürfen Fiescher gegen das Verschwinden der Gletscher beten.[6]

Am Mittag des 23. Juli 2010 entgleisten beim Zugunglück von Fiesch die drei hintersten Wagen eines Glacier-Express, da der Lokführer den Zug in einer Kurve zu früh wieder beschleunigt hatte. Das Unglück forderte ein Menschenleben, 42 Personen wurden verletzt.

Die stimmberechtigte Bevölkerung von Fiesch, Lax und Bellwald stimmte am 15. Juni 2025 an einem Urnengang einer Gemeindefusion zur neuen Gemeinde Unnergoms zu. Diese wird am 1. Januar 2027 in Kraft treten.[7]

Bevölkerung

Weitere Informationen Bevölkerungsentwicklung ...
Bevölkerungsentwicklung
Jahr1809185019001950200020102012201420162018
Einwohner425245467517996968945918901921
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Wirtschaft

Wichtigste Einnahmequelle des Dorfes ist der Tourismus, insbesondere Wandern, Biken, Gleitschirmfliegen, Snowboarden, Klettern, Skifahren, Telemark und weitere Sportarten, für die Fiesch ein Ausgangspunkt ist.

Die Fiescheralp, wo auf dem Chiebode («Kühboden») die Mittelstation der Luftseilbahn Fiesch–Eggishorn liegt, ist ein ausgedehntes, mit der Bettmeralp und der Riederalp verbundenes Skigebiet und ein Startgebiet für Gleitschirm- und Hängegleiterpiloten.

In der gesamten Munizipalgemeinde gibt es 14 Hotels mit zusammen über 600 Betten. Zusammen mit den Ferienwohnungen und Chalets sind es über 4000 Gästebetten.

Verkehr

Die Bahnstation Fiesch wurde 2019 etwa 350 m nach NNO verlegt und mit der Bushaltestelle Fiesch, Bahnhof am Ort der Talstation der neuen Gondelbahn zur Fiescheralp als ÖV-Hub nördlich des Dorfs errichtet.[8]

Gemeindepartnerschaft

Mit Neufra im Landkreis Sigmaringen (Baden-Württemberg) besteht eine Gemeindepartnerschaft.

Sehenswürdigkeiten

Das UNESCO-Welterbe Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn ist von Fiesch aus mit einer Drahtseilbahn aufs Eggishorn erschlossen.

Galerie

Persönlichkeiten

Literatur

Commons: Fiesch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Fiesch – Reiseführer

Einzelnachweise

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