Florence Balgarnie
englisch-britische Rednerin, Pazifistin, Frauenrechtlerin und Abstinenzlerin
From Wikipedia, the free encyclopedia
Florence Balgarnie (* 19. August 1856 in Scarborough, North Riding of Yorkshire; † 25. März 1928 in Florenz, Italien) war eine englisch-britische Rednerin, Pazifistin, Frauenrechtlerin und Abstinenzlerin.[1]

Leben
Balgarnie war die älteste von drei Töchtern von Rev. Robert Balgarnie (1826–1899), einem nonkonformistischen Geistlichen der South Cliff Congregational Church, und dessen Ehefrau Martha Rooke.[1][2]
Als „überzeugte Liberale“ charakterisiert und von Lydia Becker beeinflusst, begann Balgarnie bereits im Alter von siebzehn Jahren, sich für das Frauenwahlrecht einzusetzen.[2]
1883 wurde Balgarnie in das Scarborough School Board gewählt.[3] Dort entwickelte sie ihre Fähigkeiten als Rednerin. In ihrer Heimatstadt weckte sie große Erwartungen an ihre künftige Laufbahn. Nach ihrem Umzug nach London, 1884 (oder 1886), war die Abstinenzbewegung das Thema, das sie am meisten interessierte und zu dem sie am häufigsten sprach. Um 1884 begann Balgarnie öffentlich zu sprechen. Nach Überwindung einer anfänglichen Furcht, begann ihr das öffentliche Reden bald Freude zu machen. Bei einer großen Abstinenzversammlung in Derby während eines allgemeinen Wahlkampfs sprach sie vor mehreren Tausend Menschen unter freiem Himmel. Dies war für sie „eine gedrängte Stunde herrlichen Lebens“.[2] Charakteristisch für ihre Schlagfertigkeit war, dass ein Zwischenrufer aus der Menge, der ihre Rede stören wollte, zu ihrer Ansicht bekehrt wurde.[4] 1885 sprach sie vor weiteren Menschenmengen in Lincolnshire, darunter in Brigg, Gainsborough, Grantham, Horncastle, Louth und Sleaford.[3] Sie unternahm später zahlreiche internationale Vortragsreisen, hielt Vorträge in Indien und den Vereinigten Staaten und sprach sich in Neuseeland für die Abstinenzbewegung aus. Neben ihren Reden zu Reformthemen würdigte sie häufig das Leben bedeutender Frauen der Geschichte wie Johanna von Orléans oder Charlotte Brontë. 1911 unterstützten Balgarnie und einige der älteren liberalen Rednerinnen die Gründung des Liberal Women’s Speakers Club und unterrichteten Kurse im öffentlichen Sprechen, die darauf abzielten, die jüngeren Mitglieder der Women’s Liberal Federation auszubilden.[1]
Bis 1889 war sie Sekretärin der Central National Society for Women’s Suffrage,[3] gab dieses Amt jedoch auf, um unter Isabella Somerset organisierende Sekretärin der British Women’s Temperance Association zu werden und für deren Zeitschrift The Women’s Signal zu arbeiten. Dieses Amt bekleidete Balgarnie bis 1895, als sie wegen eines Disputs entlassen wurde.[5] Danach widmete sie sich weiterhin dem Reden und Schreiben für die Abstinenzbewegung und andere Anliegen.[4] Balgarnie war die Autorin der Schrift A plea for the appointment of police matrons at police stations (1894).[6]
1902 vertrat sie in Washington, D.C. die National Union of Women’s Suffrage Societies (NUWSS) auf der 1. Konferenz der International Woman Suffrage Alliance. Darüber hinaus war sie verbunden mit der International Arbitration & Peace Association, der British Anti‑lynching League, dem London Anti‑lynching Committee, der Society for Promoting the Return of Women as County Councillors, der Personal Rights Association, der Moral Reform Union sowie dem Men and Women’s Club. Sie war Mitbegründerin des Exekutivkomitees der People’s Suffrage Federation.[2][7]
Balgarnie starb 1928 auf einer Urlaubsreise in Florenz, Italien, und wurde auf dem Cimitero degli Allori in Florenz beigesetzt.[1]