Florence Lockwood

englisch-britische Frauenrechtlerin und politische Aktivistin From Wikipedia, the free encyclopedia

Florence Elizabeth Lockwood, geborene Murray (* 21. Oktober 1861 in Devonport (Plymouth), Devon; † 27. März 1937 in Marylebone, London), war eine englisch-britische Frauenrechtlerin und politische Aktivistin.

Leben

Lockwood war die Tochter von Andrew Pingney Murray (1814–1891), einem Marinearzt, und Elizabeth Murray, geborene Gilbard (1821–?). Sie wuchs in komfortablen bürgerlichen Verhältnissen auf und verbrachte den größten Teil ihrer Kindheit in Portsmouth. Sie hatte mindestens eine ältere Schwester, Jessie (1854–1905). 1887 zog Lockwood nach London, um an der renommierten Slade School of Fine Art zu studieren. Anschließend verbrachte sie mehrere Jahre auf Reisen durch Europa, bevor sie nach London zurückkehrte, wo sie allein lebte und eine bescheidene Laufbahn als Künstlerin verfolgte.[1.1]

1902 heiratete sie Josiah Lockwood, einen Wollfabrikanten, und zog nach Black Rock House in Linthwaite, einem Dorf im Colne Valley im West Riding of Yorkshire. Das Ehepaar hatte keine Kinder.[1.2]

Lockwood begann ihr öffentlich‑politisches Engagement um 1907, und in den folgenden fünfzehn Jahren war sie eine bedeutende Persönlichkeit der lokalen Politik. Sie wurde ursprünglich für die Frauenwahlrechtsbewegung gewonnen, nachdem sie Emmeline Pankhurst von der Women’s Social and Political Union (WSPU) bei der Nachwahl im Colne Valley 1907 sprechen gehört hatte.[1.3] Lockwood gehörte den Leitungsgremien des Huddersfield-Zweiges der National Union of Women’s Suffrage Societies (NUWSS) sowie der Nachfolgeorganisation, der National Union of Societies for Equal Citizenship (NUSEC), an.[2][3] Sie verfasste und verteilte Flugblätter, schrieb Leserbriefe an lokale Zeitungen, besuchte und bestritt Versammlungen und warb Mitstreiterinnen an.[1.4] 1913 nahm sie am Kongress der International Woman Suffrage Alliance in Budapest teil.[4.1]

Lockwood engagierte sich auch breiter in der Kommunalpolitik. Sie war Präsidentin der Colne Valley Women’s Liberal Association und gehörte dem Huddersfield Liberal Executive an.[1.5] Außerdem war sie Präsidentin der Linthwaite District Nursing Association und tätig als Poor Law Guardian im Rahmen der Armengesetzgebung.[3] Während des Ersten Weltkriegs wandelten sich ihre Überzeugungen: Sie wurde eine überzeugte Pazifistin, lehnte den Liberalismus ab und wandte sich dem Sozialismus zu. Sie nahm an Treffen der Women’s Peace Crusade und der Women’s International League for Peace and Freedom teil und gehörte dem Vorstand des Huddersfield‑Zweiges der Union of Democratic Control an.[4.2][5][6] Erst Anfang der 1920er Jahre zog sie sich aus der politischen Arbeit zurück.

Lockwood bewahrte ihre Begabung für Zeichnen und Malen ihr Leben lang. Sie war Vizepräsidentin der Huddersfield Art Society und stellte ihre Werke lokal aus.[3] Unter Nutzung ihrer künstlerischen Fähigkeiten entwarf und bestickte sie das „Votes for Women“‑Banner der NUWSS‑Ortsgruppe, das das Colne Valley darstellte. Das Banner wurde 1911 fertiggestellt und befindet sich heute im Tolson Museum in Huddersfield.[7]

Nach dem Tod ihres Ehemanns im Jahr 1924 zog Lockwood nach London, wo sie 1937 verstarb.[3] Sie hinterließ ihre lebenslangen Tagebuchaufzeichnungen, die 2024 unter dem Titel An Ordinary Life herausgegeben wurden.[5]

Einzelnachweise

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