Florence Parpart
US-amerikanische Stenografin und Erfinderin
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Florence Wilhelmina Parpart (* Januar 1873 in Hoboken, New Jersey, USA; † 3. Dezember 1930 in Brooklyn, USA) war eine US-amerikanische Stenografin und Erfinderin. Zu ihren Erfindungen gehörten eine mechanische Straßenkehrmaschine für Großstädte und ein elektrischer Kühlschrank.[1][2]
Leben und Werk
Parpart lebte 1900 mit ihrer Mutter in Hoboken und ihr verstorbener Vater hatte ihr 10.000 Dollar vererbt. Da sie nicht von der Erbschaft abhängig sein wollte, ließ sie sich zur Stenografin ausbilden und begann bei der Eastern Sanitary Street Cleaning Company in New Jersey zu arbeiten. Dort erfand sie 1899 eine Straßenkehrmaschine und meldete ein Patent dafür an. Sie reichte die Anmeldung gemeinsam mit dem Geschäftsführer ihrer Firma, Hiram D. Layman, ein. Das Patent wurde 1900 erteilt.[3] 1901 beantragten sie und Layman für eine verbesserte Straßenkehrmaschine ein zweites Patent, welches 1904 erteilt wurde.[4] Die Kehrmaschine wurde später in weiteren Ländern zum Patent angemeldet.[5] 1903 heiratete sie Layman im Haus ihrer Mutter in New York City.[6][7]
Ihre Erfindung erwies sich als großer Erfolg und erregte innerhalb weniger Jahre landesweites Aufsehen. Das Gerät sparte nicht nur Zeit und Arbeitsaufwand, sondern war auch umweltfreundlich. Sie erfand zwar nicht die erste Straßenkehrmaschine, da das erste Patent dafür 1879 an Eureka Frazer Brown vergeben wurde. Ihre Maschine war aber eine große Verbesserung gegenüber früheren Modellen, so dass sie innerhalb von zwei Jahren nach Patenterteilung Aufträge in den gesamten Vereinigten Staaten zur Herstellung ihres Entwurfs erhielt. Parpart brachte den Hauptbesen hinten und hinter den Rädern an und entwickelte so einen effizienteren Mechanismus, der modernen Kehrmaschinen ähnelt. Aus diesem Grund gilt sie als Erfinderin der modernen Straßenkehrmaschine.[8][5]
1913 meldete sie ein weiteres Patent für einen Kühlschrank an, das 1914 erteilt wurde.[9] In den folgenden Jahren vermarktete sie ihren Kühlschrank und verkaufte ihn an mehrere amerikanische Unternehmen. Als Geschäftsfrau war Parpart auch im Kühlschrankhandel sehr erfolgreich. Sie besuchte zahlreiche Fachmessen, entwickelte ihre eigenen Werbekampagnen und überwachte die Produktion und Herstellung ihrer erfolgreichen Erfindung. Sie und ihr Ehemann zogen in den 1910er Jahren nach Pittsburgh, wo ihr Ehemann 1919 verstarb. Sie kehrte nach New York City zurück und starb 1930 im Alter von 57 Jahren in Brooklyn.[10][11]
Sie erfand außerdem ein Fensterputzgerät, das sie 1916 patentieren ließ. Ihr wird auch die Konstruktion eines Faltboots zugeschrieben, ein Entwurf, für den weder ein Patent noch ein Prototyp erhalten geblieben sind.[12][13]
Literatur
- Autumn Stanley: Mothers and daughters of invention: notes for a revised history of technology. New Brunswick, N.J.: Rutgers University Pres, 1995, ISBN 978-0-8135-2197-8.
- Her Business Success Wins Life Partnership: Friends Delighted With Modern Romance of Two New Yorkers. Utica Herald-Dispatch and Daily Gazette, Utica, New York, 6 July 1903.
- Anne MacDonald: Feminine Ingenuity: How Women Inventors Changed America. 1st ed., New York : Ballantine Books, 1992.
- Municipal Journal and Engineer. United States, Municipal Journal and Engineer, Incorporated, 1900.