Flumetralin

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Flumetralin ist ein synthetischer Wachstumsregulator. Er wurde 1983 entwickelt.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Flumetralin
Allgemeines
Name Flumetralin
Andere Namen
  • N-(2-Chlor-6-fluorbenzyl)-N-ethyl-2,6-dinitro-4-(trifluormethyl)anilin (IUPAC)
  • N-(2-Chlor-6-fluorbenzyl)-N-ethyl-α,α,α-trifluor-2,6-dinitro-p-toluidin
  • CGA 41065
Summenformel C16H12ClF4N3O4
Kurzbeschreibung

gelbe Kristalle[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 62924-70-3
EG-Nummer (Listennummer) 613-108-3
ECHA-InfoCard 100.120.402
PubChem 62210
ChemSpider 56023
Wikidata Q22807596
Eigenschaften
Molare Masse 421,73 mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,54 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

104,6 °C[1]

Siedepunkt

zersetzt sich bei 195 °C[1]

Dampfdruck

0,720·10−3 Pa (20 °C)[1]

Löslichkeit
  • praktisch unlöslich in Wasser (0,00001 g·l−1 bei 20 °C)[1]
  • leicht in Aceton 560 g·l−1 bei 20 °C)[1]
  • leicht in Toluol 400 g·l−1 bei 20 °C)[1]
  • wenig in Ethanol 18 g·l−1 bei 20 °C)[1]
  • wenig in n-Hexan 14 g·l−1 bei 20 °C)[1]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[2] ggf. erweitert[3]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 315317319410
P: 261264273280302+352305+351+338[3]
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Darstellung

4-Chlorbenzotrifluorid wird nitriert und anschließend mit Ethyl(2-chlor-6-fluorbenzyl)amin zum Flumetralin umgesetzt.[4]

Eigenschaften

Flumetralin ist ein gelber, kristalliner Feststoff, der unlöslich in Wasser ist. Die Substanz ist geruchlos. Sie ist bei pH-Werten zwischen 5 und 9 stabil und zersetzt sich exotherm bei Temperaturen über 250 °C.[5]

Verwendung und Wirkungsweise

Flumetralin wird im Tabakanbau verwendet, um das Wachstum von Achselknospen zu kontrollieren, nachdem die Blüten abgeschnitten wurden. Es hat eine lokale systemische Wirkung sowie Kontaktwirkung. Durch seine hohe Persistenz ist eine Wirkung über lange Zeiträume möglich.[5][1]

Toxikologie

Laut WHO besteht keine Gefahr durch Flumetralin bei normaler Verwendung.[5] Es ist wenig toxisch für Säugetiere, Vögel und Bienen, jedoch sehr giftig für Wasserlebewesen wie Fische oder Schalentiere. Außerdem ist Flumetralin sehr persistent mit einer Halbwertszeit im Labor von 727 Tagen (bei 20 °C). Es ist in Wasser nur wenig hydrolyseempfindlich, baut sich aber unter Sonneneinstrahlung schnell ab.[1]

Analytik

Der zuverlässigen Nachweis und die Quantifizierung von Flumetralin kann mittels gaschromatographischer Methoden erfolgen. Zur Identifizierung kann nach der chromatographischen Trennung ein Massenspektrometer verwendet werden.[6][7]

Zulassung

Flumetralin war in der Europäischen Union ab 11. Dezember 2015 zugelassen. Die Zulassung lief zum 15. Januar 2025 aus. In Deutschland, Österreich sowie in der Schweiz sind keine Pflanzenschutzmittel mit Flumetralin zugelassen.[8]

Einzelnachweise

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