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Forges-les-Eaux (Forges-les-Eaux)

ehemalige Gemeinde From Wikipedia, the free encyclopedia

Forges-les-Eaux ist ein Ortsteil mit 3160 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) in der gleichnamigen französischen Gemeinde im Département Seine-Maritime in der Region Normandie. Als bis 2015 selbstständige Gemeinde gehörte Forges-les-Eaux zum Arrondissement Dieppe. Die Einwohner werden Forgions und Forgionnes genannt.

Schnelle Fakten
Forges-les-Eaux
Forges-les-Eaux (Frankreich)
Forges-les-Eaux (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Normandie
Département Seine-Maritime
Arrondissement Dieppe
Gemeinde Forges-les-Eaux
Koordinaten 49° 37′ N,  33′ O
Postleitzahl 76440
Ehemaliger INSEE-Code 76276
Eingemeindung 1. Januar 2016
Status Commune déléguée

Ehemaliges Rathaus (Hôtel de ville)
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Der Erlass des Präfekten vom 5. Oktober 2015 legte mit Wirkung zum 1. Januar 2016 die Eingliederung von Forges-les-Eaux als Commune déléguée zusammen mit der früheren Gemeinde Le Fossé zur gleichnamigen Commune nouvelle Forges-les-Eaux fest.[1]

Geografie

Lagekarte von Forges-les-Eaux
Teich in Forges-les-Eaux

Forges-les-Eaux liegt etwa 49 Kilometer südöstlich von Dieppe, etwa 37 Kilometer nordöstlich von Rouen und etwa 104 Kilometer ostnordöstlich von Périgueux in der Landschaft des Pays de Bray. Das Ortsgebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Seine und wird entwässert von der Andelle, die es von Nord nach Süd durchquert und dabei zu mehreren Teichen aufgestaut wird.

Das Relief des Gebiets von Forges-les-Eaux zeigt eine im Nordwesten durch den Anteil am Bois de l’Èpinay bewaldete Landschaft. Der höchste topografische Punkt mit 171 m befindet sich im nordwestlichen urbanen Zentrum des Ortsgebiets, der tiefste Punkt mit 124 m Höhe im Süden beim Austritt der Andelle aus dem Ortsgebiet.

Umgeben wird der Ort Forges-les-Eaux von drei Nachbargemeinden und einer weiteren Commune déléguée der Commune nouvelle von Forges-les-Eaux:

Serqueux
Roncherolles-en-Bray Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Le Fossé (Forges-les-Eaux)
La Ferté-Saint-Samson

Etymologie und Geschichte

Der Name Forges-les-Eaux leitet sich direkt aus der Geschichte und den natürlichen Ressourcen der Stadt ab. Er setzt sich zusammen aus Forges (deutsch Schmieden), was auf die frühere Eisenverarbeitung aufgrund des eisensandhaltigen Bodens verweist, und les-Eaux (deutsch die Wasser), was auf die später entdeckten eisenhaltigen Thermalquellen hinweist. Bis zum 15. Jahrhundert war der Ort für die Gewinnung und Verarbeitung von Eisen aus dem lokalen Boden bekannt, was ihm den Namen Forges (ursprünglich teils Forges-les-Bray) einbrachte. Nach Erschöpfung der Eisenvorkommen wurde im 16. Jahrhundert das eisenhaltige Wasser entdeckt. Im Jahr 1573 bemerkte Nicolas De Möy, ein lokaler Adliger, die wohltuende Wirkung des Wassers von Forges. Die Kunde verbreitete sich schnell, und das Dorf entwickelte sich zu einem beliebten Kurort, der Adlige und einflussreiche Persönlichkeiten auf der Suche nach Erholung anzog.

König Ludwig XIII. machte Forges-les-Eaux in Begleitung von Anna von Österreich und Kardinal Richelieu zu seiner Sommerresidenz. Der gesamte Hofstaat ließ sich in dieser Oase der Ruhe nieder, genoss die wohltuende Wirkung der Quellen und war von der Schönheit der normannischen Landschaft bezaubert. Dank dieses königlichen Besuchs stieg der Ruf von Forges-les-Eaux sprunghaft an, und der Kurort wurde zu einem beliebten Reiseziel des französischen und europäischen Adels. Mit der Geburt Ludwigs XIV. wurden die Quellen von Forges geweiht, die per königlichem Dekret in Forges-les-Eaux umbenannt wurden und ursprünglich Forges-en-Bray hießen.

Die für ihre Expertise im Wasserbau bekannte Familie Francini wurde beauftragt, die drei Hauptquellen zu trennen und ihnen königliche Namen zu geben: Reinette, Royale und Cardinale. Jede Quelle besaß ihre eigenen, einzigartigen Eigenschaften und zog ein bestimmtes Publikum an.

Im 19. Jahrhundert wurde ein Casino errichtet, um die damaligen Kurgäste zu unterhalten. Die erste Thermalanlage überhaupt wurde gebaut und bot Bäder, Duschen und Erfrischungsstände. Das Kapuzinerkloster wich dem Grand Casino, das 1896 einem Brand zum Opfer fiel. Ein zweites Casino wurde 1902 eröffnet.[2][3]

Bevölkerungsentwicklung

Forges-les-Eaux: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
 
1.200
1800
 
1.070
1806
 
1.149
1821
 
1.258
1831
 
1.455
1836
 
1.500
1841
 
1.653
1846
 
1.637
1851
 
1.592
1856
 
1.510
1861
 
1.625
1866
 
1.739
1872
 
1.659
1876
 
1.684
1881
 
1.706
1886
 
1.776
1891
 
1.867
1896
 
1.849
1901
 
1.956
1906
 
1.975
1911
 
2.056
1921
 
2.176
1926
 
2.196
1931
 
2.289
1936
 
2.369
1946
 
2.870
1954
 
2.836
1962
 
2.914
1968
 
2.974
1975
 
3.211
1982
 
3.611
1990
 
3.376
1999
 
3.465
2006
 
3.542
2013
 
3.492
2020
 
3.160
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[4] INSEE ab 2006[5][6][7]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Sehenswürdigkeiten

  • Kirche Saint-Éloi, errichtet zwischen 1876 und 1878. Die erste Kirche in Forges-les-Eaux wurde im 12. Jahrhundert an der Stelle der heutigen Place Brévière errichtet. Sie wurde im 16. Jahrhundert teilweise wiederaufgebaut und dann 1824 zerstört. Die heutige Kirche ist nach Norden ausgerichtet und weist einen Grundriss in Form eines lateinischen Kreuzes auf. Sie besitzt ein Hauptschiff, flankiert von in neun Jochen unterteilten Seitenschiffen, die in einer dreieckigen Apsis mit abgeschrägten Seiten enden. Der Zugang zum Gebäude erfolgt durch einen Glockenturm mit Vorhalle.[8]
  • Fassade des ehemaligen Kapuzinerklosters

Trivia

Hühnchen in Essig, ein Film von Claude Chabrol aus dem Jahr 1985, wurde im November 1984 hauptsächlich in Forges-les-Eaux gedreht.[9]

Commons: Forges-les-Eaux – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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