Fort-Louis
französische Gemeinde
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Fort-Louis (deutsch Fortlouis,[1] 1915–1918 und 1940–1944 Ludwigsfeste) ist eine französische Gemeinde mit 285 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Bas-Rhin in der Europäischen Gebietskörperschaft Elsass und in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass).
| Fort-Louis | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Grand Est | |
| Département (Nr.) | Bas-Rhin / Europäische Gebietskörperschaft Elsass (67) | |
| Arrondissement | Haguenau-Wissembourg | |
| Kanton | Bischwiller | |
| Gemeindeverband | Pays Rhénan | |
| Koordinaten | 48° 48′ N, 8° 3′ O | |
| Höhe | 113–122 m | |
| Fläche | 12,31 km² | |
| Einwohner | 285 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 23 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 67480 | |
| INSEE-Code | 67142 | |
| Website | fort-louis.fr | |
Mairie Fort-Louis | ||
Lage
Die Gemeinde Fort-Louis liegt an der Mündung der Moder in den Rhein an der Grenze zu den deutschen Gemeinden Rheinmünster-Söllingen und Hügelsheim und 19 Kilometer östlich von Haguenau.
Geschichte
Im Jahr 1686 befahl König Ludwig XIV. von Frankreich den Bau einer Festung[2] im unteren Elsass, unmittelbar an der Grenze zur Markgrafschaft Baden. Sie wurde ab 1687 innerhalb von zehn Jahren auf einer Insel des damals noch nicht regulierten Rheins nach Plänen von Sébastien Le Prestre de Vauban und dem Festungsbauingenieur Jacques Tarade errichtet. Die mittelalterliche Pfalz im rund zwanzig Kilometer entfernten Haguenau wurde dem Erdboden gleichgemacht und die brauchbaren Steine für den Bau der neuen Festung am Rhein verwendet.[3]
Zwei vorgelagerte Forts wurden als Brückenköpfe an den gegenüberliegenden Rheinufern gebaut, das Fort Alsace auf elsässischer Seite und das Fort Marquisat am badischen Ufer. Südlich des Fort Carré genannten Hauptforts entstand auf der Insel gleichzeitig das regelmäßige Straßenraster der Gemeinde Fort-Louis, deren Besiedlung der König mit Privilegien förderte. Das Fort Marquisat (frz. für Markgrafschaft) musste nach dem Frieden von Rijswijk 1697 zwischenzeitlich aufgegeben werden, endgültig nach dem Rastatter Frieden von 1714. Die Hauptfestung wurde 1793 im Ersten Koalitionskrieg erstürmt und 1815–18 weiter zerstört.
Seit der Rheinbegradigung im 19. Jahrhundert liegen Fort und Gemeinde auf der linken Rheinseite. Am Rheinufer liegt der Polder Moder. Überreste der Festung sind noch heute vorhanden.
Bevölkerungsentwicklung
| Jahr | 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2006 | 2014 | 2023 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 137 | 158 | 169 | 167 | 223 | 239 | 288 | 303 | 285 |
| Quellen: Cassini und INSEE | |||||||||
Sehenswürdigkeiten
Literatur
- Le Patrimoine des Communes du Bas-Rhin. Flohic Editions, Band 1, Charenton-le-Pont 1999, ISBN 2-84234-055-8, S. 145–147.
- Ernst Gutmann: Die ehemalige französische Festung Fort Louis. In: Die Ortenau: Zeitschrift des Historischen Vereins für Mittelbaden, 86. Jahresband, 2006, S. 313–320.
