Francesco Capra
20.5.1762 Lugano, 8.9.1819 Lugano, aus alter Luganer Familie. Sohn des Fedele und der Virginia Laghi. ∞ Regina Carli. Der Anwalt C. war einer der Anf
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Leben
Familie
Francesco Capra entstammte einer alten Luganer Familie und war der Sohn von Fedele Capra und dessen Ehefrau Virginia (geb. Laghi).
Er war mit Regina (geb. Carli) verheiratet; hierdurch war er mit dem Politiker Angelo Maria Stoppani verschwägert.
Politisches Wirken
Der Rechtsanwalt Francesco Capra war einer der Anführer der cisalpinischen Partei (siehe Cisalpinische Republik).
Während der Zeit der Helvetischen Republik war er von 1798 bis 1799 Mitglied des Kantonsgerichts des 1798 gegründeten Kanton Lugano und 1799[1], als Nachfolger für den abberufenen Giacomo Buonvicini (1751–1806)[2], Statthalter.
Im neu gegründeten Kanton kam es zu heftigen Konflikten zwischen Cisalpinern, den sogenannten Patrioten, und Traditionalisten, den sogenannten Aristokraten. 1799 kam es zu einer Volkserhebung, weil die massiven Requisitionen und von Gewalt begleitete Besetzung durch die französischen Truppen und die Politik der Zentralregierung zur Unzufriedenheit der Bevölkerung führte. Vor allem führte die Beschlagnahmung der Klostergüter, die Einführung einer direkten Steuer, der obligatorische Militärdienst, die Amnestie zugunsten der Cisalpiner und ein Gemeindegesetz, das die seit Jahrhunderten bestehende Autonomie der Gemeinden beschnitt, zu heftigem Missmut. Während der antifranzösischen Tumulte vom 18. bis 19. April 1799 in Lugano wurde die Druckerei Angelli geplündert und mehrere Cisalpiner, unter anderem der Priester Giuseppe Vanelli (1736–1799)[3] getötet.
Francesco Capra, dessen Haus geplündert wurde, floh, und eine provisorische, österreichfreundliche Regierung übernahm die Macht.
Von 1803 bis 1808 sowie von 1813 bis 1815 war er Abgeordneter im Tessiner Grossen Rat; in dieser Zeit war er von 1803 bis 1813 der erste Stadtpräsident von Lugano[4].
Nachdem italienische Truppen Ende Oktober 1810 den Kanton Tessin besetzt hatten[5], trat er für die Einverleibung der südlichen Teile des Kantons in das Königreich Italien ein.
Literatur
- Andrea Ghiringhelli: Francesco Capra. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 14. März 2005.
- Giuseppe Martinola (Hrsg.): Epistolario Dalberti-Usteri. Edizioni dello Stato, Bellinzona 1975, S. 15, 106, 125, 126, 240, 266.
- Celestino Trezzini: Francesco Capra. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 2, Brusino – Caux, Attinger Verlag, Neuenburg 1926, S. 490 (PDF Digitalisat).
- Francesco Capra. In: Manolo Pellegrini: La nascita del cantone Ticino. Lugano, 2019. S. 47, 113, 121–123, 149, 334–335 und 488 (Digitalisat).
Weblinks
- Francesco Capra Gemeindepräsident von Lugano auf cdt.ch
- Francesco Capra Gemeindepräsident von Lugano (italienisch) auf archiviostoricolugano.ch