Francis Guy

amerikanischer Maler From Wikipedia, the free encyclopedia

Francis Guy (* um 1760; † 12. August 1820 in Brooklyn, New York) war ein amerikanischer Maler englischer Herkunft. Er ist vor allem für seine topografischen Ansichten von Brooklyn bekannt.[1]

Francis Guy: Tontine Coffee House, New York City (1797/1800)

Leben

Francis Guy wurde um 1760 in Kendall oder Lorton in Cumbria geboren.[2] In England absolvierte er zunächst eine Ausbildung zum Schneider und arbeitete anschließend im Textilhandel. Nach einem geschäftlichen Misserfolg verließ er im Jahr 1795 London und wanderte in die Vereinigten Staaten aus. Zunächst ließ er sich in New York nieder. Ab etwa 1798 lebte er in Baltimore, Maryland, wo er rund zwanzig Jahre lang ansässig blieb. Ein weiterer Versuch, ein Färbereigeschäft aufzubauen, scheiterte. Daraufhin wandte er sich als Autodidakt der Malerei zu. Er spezialisierte sich auf amerikanische Stadtansichten und Landschaftsdarstellungen, fertigte jedoch gelegentlich auch englische Landschaften und exotische Szenen an, die er vermutlich nach Vorlagen aus Druckgrafiken gestaltete. Zu seinen frühen Hauptwerken zählt das Gemälde The Tontine Coffee House of New York (New-York Historical Society), das vermutlich um 1800 entstand, jedoch häufig auf das Jahr 1797 datiert wird. 1817 zog er nach Brooklyn, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1820 lebte.[2]

Werk

Francis Guy zählt zu den bedeutendsten frühen Landschaftsmalern Amerikas. Er gehörte zu den Ersten, die die Topografie von Brooklyn detailreich darstellten. Bekannt wurde er durch seine Panoramen von Baltimore, darunter Large View of Baltimore from Chapel Hill (1803, Brooklyn Museum), sowie durch seine zahlreichen Ansichten von Gebäuden, Straßen und Landgütern in der Umgebung der Stadt. Einige seiner Motive wurden auch als Dekorationen für bemalte Möbel der Brüder Finlay verwendet, die sich heute im Baltimore Museum of Art befinden. Heute befinden sich viele seiner Arbeiten in der Sammlung der Maryland Historical Society in Baltimore. Charakteristisch für seine Gemälde sind präzise gezeichnete Formen und Figurenstaffagen mit Spaziergängern sowie eine atmosphärische Darstellung. Seine Werke gelten als wichtige Zeugnisse der frühen amerikanischen Stadt- und Landschaftsmalerei.[3]

Francis Guys spätere Gemälde zeichnen sich durch realistische und detailreiche Darstellungen von Brooklyn aus. Zudem zeigen sie Szenen aus dem alltäglichen Leben. Sie dokumentieren die Entwicklung einer amerikanischen Stadt im frühen 19. Jahrhundert und bieten wertvolle historisch-geographische Einblicke. Trotz seiner mangelnden formalen Ausbildung beeindruckt Francis Guy vor allem durch seine genauen Beobachtungen und seine lebendigen Darstellungen.[3]

Werke (Auswahl)

Literatur

  • Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 6: Gémignani – Herring. Paris, 2006.
  • William G. Scheller: America: A History in Art: The American Journey Told by Painters, Sculptors, Photographers, and Architects, Black Dog & Leventhal 2008.
  • Günther Meißner (Hrsg.): Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker. Band 65. Guerring–Guntbaldus. K.G.Saur, München / Leipzig 2009.

Einzelnachweise

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