Francisca Reyes-Aquino

philippinische Tanzforscherin und Pädagogin From Wikipedia, the free encyclopedia

Francisca Reyes-Aquino (* 1899 in Lolomboy, Bocaue, Bulacan; † 21. November 1983) war eine philippinische Tanzforscherin, Pädagogin und Vorreiterin der Dokumentation philippinischer Volkstänze.[1] Sie wurde 1962 mit dem Ramon-Magsaysay-Preis ausgezeichnet und 1973 als Nationalkünstlerin für Tanz der Philippinen geehrt.[2][3]

Francisca Reyes-Aquino

Leben

Reyes-Aquino erwarb an der Universität der Philippinen einen Abschluss in Erziehungswissenschaften und war dort bereits 1921 als studentische Assistentin tätig.[4][2] In dieser Zeit begann sie mit der Aufzeichnung überlieferter Lieder, Spiele und Tänze verschiedener philippinischer Gemeinschaften.[2] Nach ihrem Abschluss an der Universität der Philippinen im Jahr 1927 wurde sie von Universitätspräsident Jorge Bocobo zur Erforschung von Volkstänzen und Volksliedern in die Provinzen geschickt.[1] Nach 18 Jahren an der Universität, wo sie zuletzt in einer Leitungsfunktion tätig war, wechselte sie ins Bildungsministerium und war dort ab 1955 Superintendentin.[2] Sie starb am 21. November 1983.[3]

Wirken

Reyes-Aquinos Arbeit zielte auf die Bewahrung philippinischer Volkstänze und Musikformen, die in einer Zeit wachsender Massenkommunikation und kultureller Veränderung als gefährdet galten.[2] Für ihre Forschungen reiste sie in abgelegene Bergdörfer und Inselgemeinden und sammelte und beschrieb mündlich überlieferte Tänze, Lieder und Spiele.[2] Aus dieser Forschung entstand 1926 ihre Arbeit Philippinische Volkstänze und -spiele zur Nutzung durch Lehrkräfte und Spielplatzinstruktoren an öffentlichen und privaten Schulen.[1] 1934 erhielt sie den Auftrag, Traditionen des Landes weiter zu dokumentieren; die Arbeit führte sie über Berge und Flüsse in entlegene Gegenden.[1] Ihr werden die Sammlung von rund 50 Grundschritten und etwa 200 Volkstänzen unterschiedlicher Formen und regionaler Ausprägungen zugeschrieben.[1] In den 1940er-Jahren wurde ihr Material im philippinischen Bildungswesen genutzt, um jungen Filipinos durch Volkstanz ein Bewusstsein für ihr kulturelles Erbe zu vermitteln.[1] Zu ihren Veröffentlichungen gehörten unter anderem Philippinische Nationaltänze (1946), Gymnastik für Mädchen (1947), Grundlegende Tanzschritte und Musik (1948), Ausländische Volkstänze (1949), Tänze für jeden Anlass (1950), Spielplatzdemonstration (1951) und die Reihe Philippinische Volkstänze.[1] Reyes-Aquino gründete die Philippinische Volkstanzgesellschaft, deren Arbeitskreise und Forschungsforen ihre Arbeit auch Jahrzehnte nach ihrem Tod als Bezugspunkt der Tanzvermittlung fortführen.[2][5] 1954 erhielt sie von Präsident Ramon Magsaysay für ihren Beitrag zur Förderung philippinischer Kultur den Verdienstpreis der Republik.[3] Die Stiftung des Ramon-Magsaysay-Preises würdigte sie 1962 für ihre ursprüngliche Forschung zu philippinischem Volkstanz und philippinischer Musik und sah darin einen Beitrag zur Bewahrung dieses Erbes für spätere Generationen.[2] 1973 wurde sie als erste Frau zur Nationalkünstlerin der Philippinen ernannt.[1] Am 9. März 2019 ehrte Google Reyes-Aquino mit einem Doodle, das traditionelle Tänze wie Cariñosa, Singkil, Pandanggo sa Ilaw und Tinikling aufgriff.[4][6]

Commons: Francisca Reyes-Aquino – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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