Frank Behrendt
deutscher Chemiker und Hochschullehrer
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Frank Behrendt (* 29. Oktober 1959 in Essen)[1] ist ein deutscher Chemiker und Verfahrenstechniker. Er leitete bis 2025 das Fachgebiet Energieverfahrenstechnik und Umwandlungtechniken regenerativer Energien an der Technischen Universität Berlin (TU Berlin).
Leben
Behrendt begann 1978 ein Chemiestudium an der RWTH Aachen, das er ab 1981 an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg fortsetzte. Dort erwarb er 1984 das Diplom als Chemiker und wurde 1989 mit einer Arbeit zur Simulation laminarer Diffusionsflammen promoviert. Nach Forschungsaufenthalten an der Technischen Hochschule Chalmers (Göteborg, Schweden) und der Combustion Research Facility der Sandia National Laboratories (CA, USA) mit dem thematischen Schwerpunkt „Katalytische Zündung und Verbrennung“ habilitierte er sich 1999 an der Universität Stuttgart für das Fach Technische Verbrennung.
Professur und Forschung
Seit April 2001 war Behrendt Professor und Leiter des Fachgebiets Energieverfahrenstechnik und Umwandlungstechniken regenerativer Energien an der Technischen Universität Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf reaktiven Zweiphasenströmungen und der thermochemischen Konversion von Biomasse. Ergänzt werden diese Arbeiten durch Modellierungs- und numerische Simulationsarbeiten sowie ökonomische und ökologische Bewertungen. Weitere Schwerpunkte umfassen die Energiesystemmodellierung, insbesondere die Integration erneuerbarer Energien in elektrische und thermische Netze. Aus seiner Arbeitsgruppe gingen rund 50 Promotionen sowie ca. 450 Diplom-, Bachelor- und Masterarbeiten hervor. Er trat Ende März 2025 als Leiter des Fachgebiets in den Ruhestand.
Funktionen an der Technischen Universität Berlin
Von 2003 bis 2025 gehörte er dem Akademischen Senat der Universität an. Seit Von 2022 bis März 2025 war er Dekan der Fakultät III (Prozesswissenschaften). Von 2011 bis 2020 war er Co-Geschäftsführer des TU-Campus EUREF gGmbH, einem An-Institut der TU Berlin.
Von Oktober 2023 bis März 2005 war Behrendt Sprecher des Climate Change Center Berlin Brandenburg (CCC)[2]. Das Climate Change Center ist ein inter- und transdisziplinäres Zentrum für Forschung und Wissenstransfer zu den Folgen der Klimakrise in der Metropolregion Berlin-Brandenburg[3].
Akademien und internationale Ehrungen
2007 wurde Behrendt zum Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) gewählt[4]. 2016 erfolgte seine Wahl zum Mitglied der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW)[5]. 2019 wurde er zum Adjunct Professor an der School of Management and Economics (heute: School of Management) des Beijing Institute of Technology ernannt[6]. Im Jahr 2024 wurde Behrendt mit dem Freundschaftspreis der Volksrepublik China ausgezeichnet[7].
Gremien und weitere Funktionen
Seit 2008 ist Behrendt deutscher Delegierter im Technology Cooperation Programme „Sustainable Combustion“ der Internationalen Energieagentur (IEA)[8].
Seit 2012 ist er Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Wissenschaftlichen Gesellschaft für Nachhaltige Energieträger, Mobilität und Kohlenstoffkreisläufe (DGMK) und seit 2023 dessen Vorsitzender[9].
Seit 2019 ist er Mitglied des WPC Energy Congress Programme Committee[10].
Stiftungen
Behrendt ist Vorstandsmitglied der Karl-Fischer-Stiftung (seit 2003) und der Christa-und-Klaus-Raschke-Stiftung in der Karl-Fischer-Stiftung (seit 2020).
Seit 2023 gehört er dem Stiftungsrat der Werner-von-Siemens-Ring-Stiftung an[11].
Seit 2025 ist er Mitglied des Vorstands der TU Berlin Universitätsstiftung.[12]
Weblinks
- Profil auf der Website der Technischen Universität Berlin
- Einträge auf Researchgate