Frank J. Müller (Erziehungswissenschaftler)
deutscher Erziehungswissenschaftler und Hochschullehrer an der Universität Bremen
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Frank J. Müller (* 1979 in Berlin (Ost)) ist ein deutscher Erziehungswissenschaftler und Hochschullehrer an der Universität Bremen. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich der inklusiven Pädagogik, der Lehrkräftebildung und der Open Educational Resources (OER).

Werdegang
Nach dem Staatsexamen arbeitete Müller als Sonderpädagoge an der Grünauer Gemeinschaftsschule in Berlin.[1] Von der Heidehof-Stiftung mit einem Promotionsstipendium gefördert,[2] wurde er 2012 bei Annedore Prengel an der Universität Potsdam mit einer qualitativ-quantitativen Studie zur Elternzufriedenheit an integrativen Berliner Grundschulen promoviert; die Arbeit erschien 2013 bei Klinkhardt.[3]
Zum Wintersemester 2016/2017 wurde Müller auf eine Juniorprofessur (W1) für „Inklusive Pädagogik mit den Schwerpunkten Geistige Entwicklung und Lernen“ am Fachbereich 12 (Erziehungs- und Bildungswissenschaften) der Universität Bremen berufen.[1][4] 2022 folgte die Berufung auf die W2-Professur für „Inklusive Pädagogik bei Beeinträchtigungen des Lernens und der Geistigen Entwicklung in den Sekundarstufen“ an derselben Hochschule.[1] Müller ist zudem Studiengangsverantwortlicher für den Studiengang Inklusive Pädagogik an Gymnasien und Oberschulen.[1]
Arbeits- und Forschungsschwerpunkte
Müllers Arbeit ist an der Schnittstelle von inklusiver Pädagogik, Lehrkräftebildung und freien Bildungsmaterialien angesiedelt. Inhaltliche Schwerpunkte sind Unterstützungsmöglichkeiten für Lehrkräfte in heterogenen Lerngruppen durch inklusiv gestaltete Open Educational Resources, das Forschende Studieren in der inklusionspädagogischen Lehrkräftebildung, die Zugänglichmachung der Entwicklungen der deutschsprachigen Integrations- und Inklusionsforschung für nachfolgende Generationen sowie die Einbeziehung weiterer Heterogenitätsdimensionen in die Lehrkräftebildung.[1] Er ist Mitbegründer der Fachzeitschrift Zeitschrift für Inklusion (inklusion-online.net).[5]
Nach einem Forschungsaufenthalt in Norwegen setzt sich Müller öffentlich für den Aufbau staatlich finanzierter, nichtkommerzieller Plattformen für freie Bildungsmaterialien nach dem Vorbild der Nasjonal Digital Læringsarena (ndla.no) ein.[4][6]
Projekte (Auswahl)
Müller leitet bzw. initiierte mehrere drittmittelgeförderte Projekte, in denen überwiegend frei lizenzierte Materialien (CC BY 4.0) entstehen:
- Blick zurück nach vorn – WegbereiterInnen der Inklusion (Bd. 1–3): biografische Interviews mit Vertretern der ersten Generation der deutschsprachigen Integrations- und Inklusionsforschung; gefördert durch die Max-Traeger-Stiftung und die Universität Bremen.[7]
- path²in – Lernpfade in die Inklusive Pädagogik: OER-Video- und Podcast-Reihe mit über 30 Experten zu Kernthemen inklusiver Pädagogik; gefördert im Rahmen des ForStA-Projekts der Universität Bremen.[8]
- inklusiv.digital: länderübergreifende OER-Infrastruktur für die Lehrkräftebildung mit Beteiligung von neun Bundesländern (Federführung Schleswig-Holstein); gefördert aus dem Digitalpakt Schule.[9][10]
- fachdidaktik.inklusiv.digital: modulare fachdidaktische OER für Lehramtsstudierende, Referendare und Lehrkräfte; gefördert durch die Stiftung Innovation in der Hochschullehre.[11]
- All means all! – Open Textbook on Diversity in Education: Erasmus+-Partnerschaft mit der Freien Universität Bozen und der Maynooth University.[12]
- WORT.SCHULE: werbefreies, inklusiv gestaltetes Online-Wörterbuch für Kinder und Jugendliche als OER, in Kooperation mit der Sophie-Scholl-Schulen gGmbH.[13]
- EFA-Raum an der Universität Bremen: barrierefrei gestalteter Lehrveranstaltungsraum als Modell für inklusive Lernumgebungen.[14]
Schriften (Auswahl)
Monografien und Herausgeberschaften
- Integrative Grundschulen aus Sicht der Eltern – auf dem Weg zur Inklusion? Eine qualitative/quantitative Erhebung zur Elternzufriedenheit. Klinkhardt, Bad Heilbrunn 2013, ISBN 978-3-7815-1935-0 (zugleich Dissertation, Universität Potsdam 2012).
- Blick zurück nach vorn – WegbereiterInnen der Inklusion. Band 1: Alfred Sander, Hans Eberwein, Helmut Reiser, Jutta Schöler, Rainer Maikowski, Reimer Kornmann, Ulf Preuss-Lausitz, Ulrike Schildmann und Wolfgang Jantzen. Psychosozial-Verlag, Gießen 2018, ISBN 978-3-8379-2772-6.
- Blick zurück nach vorn – WegbereiterInnen der Inklusion. Band 2: Annedore Prengel, Georg Feuser, Hans Wocken, Helga Deppe-Wolfinger, Irmtraud Schnell, Nina Hömberg, Volker Schönwiese, Walther Dreher und Wolfgang Podlesch. Psychosozial-Verlag, Gießen 2018, ISBN 978-3-8379-2773-3.
- Blick zurück nach vorn – WegbereiterInnen der Inklusion. Band 3: Andreas Hinz, Barbara Brokamp, Dietlind Gloystein, Edith Brugger-Paggi, Ewald Feyerer, Gérard Bless, Ines Boban, Maria Kron, Monika Schumann und Ute Geiling. Psychosozial-Verlag, Gießen 2023, ISBN 978-3-8379-3097-9, doi:10.25656/01:28002.
Aufsätze (Auswahl)
- mit Ulf Preuss-Lausitz: Ressourcen für den Gemeinsamen Unterricht. Ein Modellvorschlag zur kostenneutralen Umsetzung gemeinsamer Unterrichtung und Erziehung im ganzen Land Berlin. Berlin 2009.
- Verteilung von Armut im Primarbereich in Berlin. In: Zeitschrift für Inklusion. Nr. 4, 2010.
- mit Annedore Prengel: Empirische Zugänge zu Inklusion in der Früh- und Grundschulpädagogik. In: Zeitschrift für Grundschulforschung. Band 6, Heft 1, 2013, S. 7–20.
- Inklusive Open Educational Resources – Wie frei verfügbare Bildungsmaterialien im Umgang mit Heterogenität helfen können. In: Schweizerische Zeitschrift für Heilpädagogik. Band 22, Heft 4, 2016, S. 38–44.
- Chancen und Herausforderungen staatlich finanzierter, frei verfügbarer Bildungsmaterialien (OER) am Beispiel der Plattform ndla.no in Norwegen – ein Weg zu mehr Inklusion? Verlag ZLL21, Hamburg 2019.
- Say no to reinventing the wheel – how other countries can build on the Norwegian model of state financed OER for upper secondary schools (and why it might be helpful for inclusive education). In: Open Praxis. Band 13, Heft 2, 2021, S. 213–227, doi:10.5944/openpraxis.13.2.125.