Frank Washington Very

US-amerikanischer Astronom From Wikipedia, the free encyclopedia

Frank Washington Very (* 12. Februar 1852 in Salem, Massachusetts; † 23. November 1927 in Cambridge, Massachusetts) war ein US-amerikanischer Astronom.

Leben

Frank Washington Very kam am 12. Februar 1852 als Sohn von Washington Very (1815–1853) und Martha Very, geborene Leach (1820–1904), in Salem zur Welt.[1][2] Er beendete 1869 die High School und begann am neu gegründeten Massachusetts Institute of Technology Chemie zu studieren, worin er 1873 seinen Bachelor-Abschluss machte. Nach dem Verlust seines Geruchssinns gab er die Chemie auf und wandte sich der Astronomie und Physik zu.[3] Ab 1878 war er unter Samuel Pierpont Langley erster Assistent am Allegheny Observatory, von 1890 bis 1895 leitete er die Astronomie der University of Pittsburgh und war anschließend zwei Jahre lang Direktor des Ladd Observatory der Brown University. Es folgten einige Jahre unabhängiger Forschung, unter anderem mit dem Rundfunkpionier Reginald Fessenden und dem Meteorologen Frank Hagar Bigelow, sowie für das United States Weather Bureau.[3] Ab 1906 leitete er das neu gegründete Westwood Observatory in Westwood (Massachusetts), wo ihm eine moderne instrumentelle Ausstattung zur Verfügung stand.

Tafel an der Südspitze von Cobb Island (Maryland) zur Erinnerung an die erste Sprachübertragung per Funk

Zu den frühen astronomischen Forschungen zählt die Untersuchung der auf dem Mond vorherrschenden Temperaturen mittels eines von Langley entwickelten Bolometers.[4][5] Ab 1909 erschienen einige Arbeiten, in denen Very die Existenz von Wasser in der Mars-Atmosphäre nachgewiesen hat.[6][7][8] Ferner befasste er sich mit den Auswirkungen des Treibhauseffekts auf planetare Temperaturen.[9] Very war ein vielseitiger Wissenschaftler, er experimentierte zusammen mit Langley an Flugobjekten, er interessierte sich für die neu aufgekommene Funktechnik und die neu entdeckte Röntgenstrahlung.[1] Zusammen mit Reginald Fessenden gelang ihm die erste Sprachübertragung mittels elektromagnetischer Wellen, wie auf nebenstehender Gedenktafel vermerkt ist. Eine vollständige Publikationsliste findet sich im Nachruf von J. G. Ogden in der Zeitschrift Popular Astronomy.[3]

1893 heiratete Very Portia Mary Vickers of Glenshaw (1861–1918), aus der Ehe gingen fünf Kinder hervor.[1] Frank Very starb am 23. November 1927 im Alter von 75 Jahren und wurde auf dem Friedhof von Westwood (Massachusetts) begraben.[2]

Werke

  • S. P. Langley, F. W. Very: The Temperature of the Moon. From Studies at the Allegheny Observatory (Die Temperatur des Mondes. Untersuchungen am Allegheny Observatorium). J. D. & E. S. Dana, New Haven, Connecticut 1889, bibcode:1889tmfs.book.....L (englisch).
  • Frank W. Very: Prize Essay On the Distribution of the Moon's Heat and its Variation with the Phase. Hrsg.: Springer. Dordrecht 1891, ISBN 94-017-6042-X, doi:10.1007/978-94-017-6042-3 (englisch).
  • F. W. Very: Lunar and terrestrial albedoes. Hrsg.: University of California Libraries. 1917 (englisch).
  • F. W. Very: The Luminiferous Ether (I) Its Relation to the Electron and to a Universal Interstellar Medium; (II) Its Relation to the Atom. Four Seas Company, Boston 1919 (englisch).
  • F. W. Very: The Radiant Properties of the Earth from the Standpoint of Atmospheric Thermodynamics. Four Seas Company, Boston 1919 (englisch).

Ehrungen

Commons: Frank Washington Very – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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