Franz Alto Bauer

deutscher Christlicher Archäologe und Byzantinischer Kunsthistoriker From Wikipedia, the free encyclopedia

Franz Alto Bauer (* 1965 in Furth in Oberbayern) ist ein deutscher Christlicher Archäologe und Byzantinischer Kunsthistoriker.

Leben

Franz Alto Bauer, Sohn des Kunsthistorikers Hermann Bauer, studierte von 1986 bis 1991 Spätantike und Byzantinische Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Alte Geschichte an der Universität München. Im Jahr 1993 wurde er bei Johannes G. Deckers mit einer Arbeit über die Inszenierung des Denkmals in den spätantiken Städten Rom, Konstantinopel und Ephesos promoviert.

In den Jahren 1997 bis 2002 war er als Nachfolger von Jutta Dresken-Weiland Referent für Spätantike und Frühmittelalter an der Abteilung Rom des Deutschen Archäologischen Instituts. Dort erarbeitete er unter anderem seine Habilitationsschrift über das Bild der Stadt Rom im Liber Pontificalis und führte verschiedene archäologische Dokumentations- und Grabungsprojekte durch, etwa auf dem Forum Romanum und zusammen mit Michael Heinzelmann in der Bischofskirche in Ostia. Die Referentenstelle wurde nach Ablauf von Bauers Vertragslaufzeit nicht wiederbesetzt und fiel weg.[1] Im Jahr 2001 wurde er an der Universität Basel habilitiert. Seit 2006 lehrt er als Professor für Spätantike und Byzantinische Kunstgeschichte an der Universität München.

Er ist seit 2006 korrespondierendes Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts. Bauer ist verheiratet mit der Althistorikerin Tanja Scheer. Er ist Vater zweier Kinder.

Forschungsschwerpunkte

Bauer beschäftigte sich in seinen Arbeiten mit Formen der Inszenierung spätantiker Denkmäler, Statuenausstattungen, städtischen Prozessionen und dem Pilgerwesen. Mit seiner Münchener Dissertation veröffentlichte er erstmals am Beispiel von Rom, Konstantinopel und Ephesos eine Studie zu den profanen Denkmälern, vor allem zu den Plätzen und Straßen und deren Ausstattung mit Gebäuden und Statuen.[2]

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist die architektonische, dekorative und auch liturgische Inszenierung des Heiligen im frühmittelalterlichen Westen. Im Jahr 2013 erschien von ihm eine umfassende Darstellung zur thessalonischen Kirche Hagios Demetrios und den dort beheimateten Heiligen und dessen Verehrung. Dabei steht vor allem der Heilige selbst und seine Bedeutung als Stadtpatron Thessalonikis im Zentrum der Betrachtung. Mit dieser Arbeit legte er erstmals eine umfassende kulturhistorische Darstellung des mit Thessaloniki eng verbundenen Demetrioskultes von seinen Anfängen bis heute vor.[3]

Schriften

Monographien

  • Stadt, Platz und Denkmal in der Spätantike. Untersuchungen zur Ausstattung des öffentlichen Raums in den spätantiken Städten Rom, Konstantinopel und Ephesos. Zabern, Mainz 1996, ISBN 3-8053-1842-1.
  • Das Bild der Stadt Rom im Frühmittelalter. Papststiftungen im Spiegel des Liber Pontificalis von Gregor dem Dritten bis zu Leo dem Dritten (= Palilia. Band 14). Reichert, Wiesbaden 2004, ISBN 3-89500-437-5.
  • Gabe und Person. Geschenke als Träger personaler Aura in der Spätantike (= Eichstätter Universitätsreden. Band 116). Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, Eichstätt 2009, ISBN 978-3-924109-39-4.
  • Eine Stadt und ihr Patron. Thessaloniki und der Heilige Demetrios. Schnell & Steiner, Regensburg 2013, ISBN 978-3-7954-2760-3.
  • Selbstarchäologie. Eine etwas andere Einführung in die Geisteswissenschaften. Herbert Utz Verlag, München 2019, ISBN 978-3-8316-4705-7 (Digitalisat einer gekürzten Fassung).
  • Frei Vicente do Salvador: Geschichte Brasiliens (1500–1627). Eingeleitet, übersetzt und mit Anmerkungen versehen. Schnell & Steiner, Regensburg 2023, ISBN 978-3-7954-3884-5.
  • Phidias in Konstantinopel? Reale und virtuelle Präsenz eines Künstlers und seines Kunstwerks (= Ananeosis. Band 1). Schnell & Steiner, Regensburg 2024, ISBN 978-3-7954-3920-0 (Open Access).

Herausgeberschaften

Anmerkungen

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