Franz Anton von Pirkershausen
österreichischer k.k. Marineoffizier
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Franz Anton von Pirkershausen (* 17. Juli 1841 in Wiessen, Böhmen, als Franz Joseph Anton; † 12. August 1906 in Wolfsberg in Kärnten) war ein österreichischer Marineoffizier der k. k. bzw. k. u. k. Kriegsmarine. Er nahm unter anderem am Seegefecht bei Helgoland (1864) und an der Seeschlacht von Lissa (1866) teil. 1892 wurde er mit dem Prädikat „Pirkershausen“ in den erblichen österreichischen Adelsstand erhoben.
Leben
Franz Anton wurde in der Gemeinde Wiessen als Sohn des dortigen Oberlehrers Franz Anton Anton (1804–1882) und dessen Ehefrau Anna Theresia geb. Possolt (1811–1889) geboren. Zunächst besuchte er die Dorfschule in Wiessen, ehe er von 1855 bis 1858 Zögling an der Unterrealschule in Komotau und von 1858 bis 1861 an der Oberrealschule in Prag war.[1]
Marinekarriere
Am 27. Mai 1861 trat Anton als See-Eleve I. Klasse in die österreichische Kriegsmarine ein. Seine ersten Bordverwendungen führten ihn auf die Goelette Saida und die Brigg Husar. Am 5. Oktober 1861 wurde er zum Seekadetten ernannt. 1862/63 diente er auf der Fregatte Novara, ab November 1863 auf der Fregatte Schwarzenberg.[2]
Während des Deutsch-Dänischen Krieges nahm Anton 1864 auf der Schwarzenberg am Einsatz in der Nordsee und am Seegefecht bei Helgoland teil. Für sein Verhalten erhielt er die Silberne Tapferkeitsmedaille I. Klasse; außerdem wurde ihm die Annahme und das Tragen des preußischen Militärehrenzeichens I. Klasse bewilligt.[2]
Am 7. Juni 1866 wurde er zum Linienschiffsfähnrich ernannt. Im selben Jahr nahm er an Bord des Dampfers Greif an der Seeschlacht von Lissa teil. Während der Insurrektion in Dalmatien 1869 war er auf dem Kanonenboot Reka eingesetzt.[2]
In den folgenden Jahren diente Anton unter anderem auf der Fregatte Adria, der Korvette Helgoland, dem Dampfer Pola, dem Torpedoschiff Velebich, dem Kasemattschiff Erzherzog Albrecht, dem Schiff Tegetthoff, dem Torpedoboot Nr. XIV sowie auf den Schiffen Zrinyi, Andreas Hofer und Alpha.[2]
Am 1. Mai 1876 wurde er zum Linienschiffsleutnant II. Klasse und am 20. April 1879 zum Linienschiffsleutnant I. Klasse ernannt. 1886 sprach ihm das Reichskriegsministerium für sein „besonders ersprießliches und verdienstvolles Wirken“ als Unterrichtsleiter im Torpedowesen auf dem Torpedo- und Seeminen-Schulschiff Velebich eine belobende Anerkennung aus.[2]
Am 1. November 1888 wurde Anton zum Korvettenkapitän und am 1. November 1891 zum Fregattenkapitän befördert. 1892 war er Kommandant des Torpedo- und Seeminen-Schulschiffes Alpha.[2]
1894 wurde er zum Linienschiffskapitän befördert. Als Kommandant des Rammkreuzers Kaiser Franz Joseph I. nahm er 1895 an den Feierlichkeiten anlässlich der Eröffnung des Kaiser-Wilhelm-Kanals teil. Im selben Jahr trat er auf eigenen Wunsch in den Ruhestand und ließ sich in Graz nieder.[3]
Nobilitierung
Nach mehr als dreißig Jahren ununterbrochener Dienstzeit beantragte Anton am 23. Juni 1892 die taxfreie Erhebung in den österreichischen Adelsstand. Als mögliche Prädikate schlug er „Pirkershausen“, „Wellberg“ und „Hochsee“ vor. Das Ministerium des Innern hielt nur „Pirkershausen“ für geeignet, da dieser Name weder als Geschlechts- oder Prädikatsname einer adeligen Familie noch als Ortsname vorkam; ähnlich klingende Formen der beiden anderen Vorschläge waren bereits als Adelsprädikate vergeben.[2]

Mit Diplom vom 13. August 1892 erhob Kaiser Franz Joseph I. Franz Anton samt seinen ehelichen Nachkommen in den österreichischen Adelsstand und bewilligte ihm die Führung des Prädikats „Pirkershausen“. Im Diplom wurden seine mehr als dreißigjährige tadellose Dienstleistung in der Kriegsmarine und seine vor dem Feind bewiesene Tapferkeit als Gründe angeführt.[2]
Das verliehene Wappen zeigt einen roten Schild mit einer von den Unterwinkeln aufsteigenden eingebogenen silbernen Spitze. Im rechten Feld befindet sich ein geharnischter Arm mit erhobenem Schwert, im linken ein goldener Anker mit Tau. In der silbernen Spitze steht auf grünem Rasen eine natürliche Linde, überhöht von einem goldenen Stern. Auf dem gekrönten Turnierhelm steht eine natürliche Möwe als Helmzier.[2]
Familie und spätere Jahre
Am 3. Oktober 1892 heiratete Anton von Pirkershausen Josefine Anna Pirker aus Wolfsberg. Sie war die Tochter und Erbin des Wolfsberger Handelsmanns, Realitätenbesitzers und Bürgermeisters Wolfgang Pirker. Die Familien Pirker und Anton von Pirkershausen gehörten zur großbürgerlichen Elite Wolfsbergs.[4]
Der Ehe entstammte ein einziger Sohn Kurt (* 19. September 1893 in Wolfsberg; † 16. September 1916 in Galizien), k.u.k. Leutnant im Ulanenregiment „Kaiser“ Nr. 4. Er fiel bei Rafajłowa in Galizien. Mit ihm erlosch das Geschlecht von Pirkershausen im Mannesstamm.[5]
Josefines Mutter Anna Pirker ließ um 1888 vom Grazer Architekten Friedrich Sigmundt eine Villa in Hanglage oberhalb von Wolfsberg errichten. 1896 ließ Josefine von Pirkershausen von demselben Architekten ein neobarockes Stadtpalais in Graz planen.[4]

Franz Anton von Pirkershausen starb am 12. August 1906 in Wolfsberg.[6] Er wurde im Mausoleum der Familien Pirker und Anton von Pirkershausen auf dem Wolfsberger Stadtfriedhof beigesetzt. Das neobarocke Mausoleum wird in die Zeit um 1900 datiert; ein gesicherter Nachweis über seinen Architekten und den exakten Zeitpunkt seiner Errichtung ist nicht bekannt. Im Inneren befinden sich unter anderem eine Pietà und Porträtbüsten von Mitgliedern der Familie, die vom Kärntner Bildhauer Josef Kassin geschaffen wurden.[4]

Auszeichnungen
Literatur
- Wenzel Rott: Der politische Bezirk Podersam. Gerichtsbezirke Podersam und Jechnitz. Podersam 1902, S. 555–556.
Weblinks
- Adelsakt Franz Anton von Pirkershausen im Archivinformationssystem des Österreichischen Staatsarchivs
- Pirkershausen-Mausoleum, Wolfsberg (Kärnten) bei Baudenkmäler in Österreich