Franz Heissler (Orgelbauunternehmen)
deutsches Orgelbauunternehmen
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Die Franz Heissler GmbH ist ein deutsches Orgelbauunternehmen und ein Produzent für Orgelteile mit Sitz im Ortsteil Markelsheim von Bad Mergentheim.
| Franz Heissler GmbH | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1935 |
| Sitz | Markelsheim, Bad Mergentheim, Deutschland |
| Leitung | Franz Heissler (II.), Gerhard Heissler |
| Branche | Musikinstrumentenbau |
| Website | www.heissler-orgeln.de |

Geschichte
Franz Heissler (I.) (* 1908 in Reichenbach; † 1962 in Markelsheim) war der Begründer des Unternehmens. Er erhielt nach dem Abschluss seines Abiturs eine musikalische Ausbildung. Anschließend lernte er das Orgelbauerhandwerk bei Aug. Laukhuff in Weikersheim. Von 1929 bis 1935 war er dort als Geselle tätig, ehe er sich 1935 im nahegelegenen und zu dieser Zeit noch eigenständigen Markelsheim als Orgelbauer selbstständig machte. Das Unternehmen entwickelte sich insbesondere wegen der günstigen Auftragslage in Tauber- und Mainfranken sehr gut. Die Tätigkeit Franz Heisslers (I.) wurde durch den Zweiten Weltkrieg und infolge seiner Kriegsgefangenschaft in Sibirien ungefähr 10 Jahre lang unterbrochen. Ab 1948 verzeichnete die Orgelwerkstatt wieder zunehmend wirtschaftliche Erfolge und begann mit der Produktion von Orgelteilen. So baute das Unternehmen nicht mehr nur noch Orgeln, sondern lieferte auch Schleifladen, Schleifzugapparate, Labialpfeifen aus Holz und Metall und Tonmagnete. In der Werkstatt absolvierte der später selbstständige Orgelbauer Werner Owart seine Ausbildung.
Nach dem Tod des Gründers übernahm 1962 dessen Sohn Franz Heissler (II.) (* 1940) das Unternehmen. Im Jahr 1980 wurde das Familienunternehmen in eine GmbH umgewandelt. In den 1980er Jahren war es verstärkt in den Vereinigten Staaten tätig.[1] Inzwischen ist Gerhard Heissler ebenfalls Teil der Geschäftsführung.[2] Heute fertigt Heissler neben individuellen Orgelneubauten auch Serien- und Truhenorgeln, die im Vergleich kostengünstiger sind.[3]
Werkliste (Auswahl)
Diese Werkliste umfasst eine Auswahl der Werke des Orgelbauunternehmens Franz Heissler. Das Jahr in der ersten Spalte meint das Jahr der Fertigstellung. In der fünften Spalte bezeichnet die römische Zahl die Anzahl der Manuale, ein großes „P“ ein selbstständiges Pedal. Die arabische Zahl gibt die Anzahl der klingenden Register an. Die letzte Spalte bietet Angaben zum Erhaltungszustand und zu Besonderheiten sowie Links mit weiterführender Information. Leere Felder zeigen an, dass die zugehörige Information nicht bekannt ist. Kursivschreibung gibt an, dass das Instrument nicht mehr vorhanden ist.
| Jahr | Ort | Gebäude | Bild | Manuale | Register | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1937 | Donnersdorf | St. Johannes der Täufer | II/P | 20 | 1982 von Hoffmann Orgelbau restauriert; 2008 von Thomas Eichfelder ersetzt. | |
| 1958 | Laudenbach (Bergstraße) | St. Bartholomäus | II/P | 26 | ||
| 1960 | St. Leon-Rot | St. Mauritius | II/P | 36 | 1983 durch Karl Göckel und 1999 durch Orgelbau Tzschöckel geringfügig umgebaut | |
| 1969 | Deggingen | Wallfahrtskirche Ave Maria | II/P | 16 | Hinter historischem Prospekt von 1718 | |
| 1971 | Tauberbischofsheim | St. Bonifatius | III/P | 31 | 2004 und 2005 von Piero Sandri demontiert und nach Italien verbracht. Die Orgel befindet sich seither in der Chiesa Parrochiale della Maria Vergine Immacolata in Grinzane Cavour. | |
| 1984 | Weinheim-Oberflockenbach | Herz-Jesu-Kirche | II/P | 15 | ||
| 1987 | Winter Haven | Hope Presbyterian Church | II/P | 20 | ||
| 1989 | Würzburg | Gnadenkirche | II/P | 17 | ||
| 2002 | Erlenbach bei Marktheidenfeld | St. Burkhard | II/P | 22 | ||
| 2006 | Theilheim | St. Johannes der Täufer | II/P | 18 | Hinter historischem Prospekt von 1742 | |
| 2012 | Würzburg | Neumünster | I/P | 7 | Orgel der Kreuzkrypta | |
| 2013 | Dettelbach | St. Augustinus | II/P | 17 | ||
| 2013 | St. Ingbert | St. Josef | I/P | 7 | Chororgel; Serienpositiv Typ Creglingen | |
Literatur
- Hermann Fischer, Theodor Wohnhaas: Lexikon süddeutscher Orgelbauer. (= Richard Schaal [Hrsg.]: Taschenbücher zur Musikwissenschaft. Nr. 116). Florian Noetzel Verlag, Wilhelmshaven 1994, ISBN 3-7959-0598-2, S. 150.
Weblinks
- Franz Heissler I. im Bayerischen Musiker-Lexikon Online (BMLO)
- Franz Heissler II. im Bayerischen Musiker-Lexikon Online (BMLO)
- Fa. Franz Heissler auf Organ Index
- Liste der Werke auf orgbase.nl



