Franz Manser
Schweizer Volksmusiker und Komponist
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Franz Manser (* 29. Juli 1943 in Appenzell, heimatberechtigt ebenda; Spitzname «Baazli») ist ein Schweizer Volksmusiker und Komponist aus dem Kanton Appenzell Innerrhoden. 2026 erhielt er den Innerrhoder Kulturpreis.

Leben und Wirken
Franz Manser wuchs in einfachen Verhältnissen im Dorf Appenzell im Quartier Ried auf. Sein Spitzname verdankt er seinem Grossvater, weil dieser das «Baaz-Hüsli» auf dem Ried-Areal gekauft hatte. Nach der obligatorischen Schulzeit verdiente Manser sein Geld als Musikant und mit verschiedensten weiteren Arbeiten, etwa mit Kleintransporten.
Im Jahre 1966 stellte Franz Manser eine erste Arbeitskraft ein und erweiterte seine Dienstleistungen um Holzfällerarbeiten. 1968 erwirbt er die Liegenschaft Restaurant Bären mit Remise an der Weissbadstrasse 66 in Appenzell. Er heiratet Marie-Luise Inauen; der Verbindung entspriessen vier Kinder. Marie-Luise übernimmt das Zepter in der Gaststube Bären und unterstützt ihren Mann in allen administrativen Belangen. Zwischen 1971 und 1980 wuchs Mansers Firma stetig: Neue Mitarbeitende, Maschinen und Einrichtungen erlaubten eine Erweiterung seines Angebots Richtung Winterdienst, Strassen- und Tiefbau. 1996 übernahm Franz Manser jun. die Geschäftsführung der Franz Manser AG.[1]
In der ersten Klasse bekam Franz Manser zu Weihnachten ein Schwyzerörgeli geschenkt. In der dritten Klasse wechselte er auf das chromatische Akkordeon. Sein erster Lehrer war Sepp Huber, der Bruder seiner Mutter. Als Autodidakt brachte sich Manser auch das Spiel auf Kontrabass, Klavier und Cello bei. Der erste öffentliche Auftritt erfolgte mit 14 Jahren an der Fasnacht im Wirtshaus Engel in Appenzell. In der Folge trat Franz Manser jahrzehntelang mit immer wieder wechselnden Formationen und Künstlern auf, so mit der Streichmusik Alpstein, der Streichmusik Hornsepp, der Streichmusik Edelweiss, Trogen, mit der Streichmusik Alder, Urnäsch, oder nach seiner Pensionierung auch mit seiner eigenen Formation «Baazlis Franz ond sini Kollege». Franz Manser spielte in der Originalbesetzung der Appenzeller Streichmusik, aber ebenso in Variationen davon. Er trat auch mit Musikanten oder Formationen des Nachbarkantons Appenzell Ausserrhoden auf und betonte stets das Gemeinsame der Appenzeller Volksmusik. In den 1960er-Jahren war er zudem als Akkordeon-Lehrer tätig.[2]
Von Franz Manser sind um die 80 Kompositionen bekannt und er komponiert noch immer neue Stücke dazu. Zahlreiche von seinen Kompositionen wurden auf Schallplatte oder CD veröffentlicht. Franz Manser ist auf einigen Tonträgern auch als Instrumentalist oder gar Sänger zu hören.
Für seine Verdienste um die Appenzeller Musik wurde ihm 2026 durch die kantonale Stiftung Pro Innerrhoden der Innerrhoder Kulturpreis verliehen.[3]
Das Privatarchiv von Franz Manser wird im Roothuus Gonten – Zentrum für Appenzeller und Toggenburger Volksmusik aufbewahrt.
Weblinks
- Privat-Archiv in der Volksmusik-Datenbank des Roothuus Gonten – Zentrum für Appenzeller und Toggenburger Volksmusik