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Franz Wilhelm Loskand

Assessor (Richter) am Reichskammergericht From Wikipedia, the free encyclopedia

Franz Wilhelm Loskand (* 22. Februar 1722 in Amöneburg; † 5. September 1796 in Wetzlar[1]) war von 1764 bis 1791 Assessor (Richter) am Reichskammergericht.

Herkunft und Familie

Der Vater von Franz Wilhelm Loskand, Johann Adam Loskand (1672–1736), war kurmainzischer Forstmeister und Amtskeller in Amöneburg. Die Mutter, Maria Franziska, geborene Hennemann († 1729), stammte aus Tauberbischofsheim, das ebenfalls zu Kurmainz gehörte.[2] Ein Bruder von ihr, Franz Christian Hennemann, lehrte Rechtswissenschaft an der Universität Heidelberg.[3] Die Familie von Franz Wilhelm Loskand wies über mehrere Generationen immer wieder Mitglieder auf, die in der Kurmainzer Lokalverwaltung sowie in deren Zentralverwaltung und Justiz in Mainz als Juristen tätig waren.[4]

Franz Wilhelm Loskand war verheiratet. Aus der Ehe ging mindestens ein Sohn hervor, der noch vor dem Dezember 1793 starb und der dem österreichischen Militär angehörte. Näheres ist nicht bekannt.[5]

Ausbildung

Franz Wilhelm Loskand studierte ab 1737 Jura an der Universität Heidelberg[6], anschließend in Mainz und Göttingen. In Mainz schloss er das Studium mit einem juristischen Lizenziat (Lic. jur) 1746 ab.[7]

Wirken

Nach dem Studium war Franz Wilhelm Loskand Sekretär des Kirchenfunktionärs Franz Konrad von Stadion und Thannhausen (1679–1757), der Dompropst in Würzburg, Domdechant und Kammerpräsident in Bamberg sowie kurmainzischer geheimer Rat war. Von Stadion wurde 1753 Fürstbischof von Bamberg und ernannte Franz Wilhelm Loskand noch im gleichen Jahr zum fürstbischöflichen Hofrat in Bamberg. Nach dem Tod seines Dienstherren 1757 wechselte Franz Wilhelm Loskand in kurmainzische Dienste, war dort 1757 bis 1764 Hof- und Regierungsrat, ab 1759 bis 1764 auch Kriegskonferenzrat und von 1761 bis 1764 zusätzlich Revisionsrat.[8]

1753 starb der Inhaber der von Kurmainz zu besetzenden Assessorenstelle am Reichskammergericht, Johann Franz Aegidius Beaurieux. Nacheinander präsentierte Kurmainz daraufhin mehrere Kandidaten, um die Stelle neu zu besetzen. Zunächst kam Johann Georg Neureuter zum Zug, der aber kurz vor Abschluss des Berufungsverfahrens 1757 verstarb. Der nächste Kandidat, der Erfurter Professor Johann Christoph Spitz, verzichtete im Laufe des Berufungsverfahrens 1759 – wohl aus Altersgründen – darauf, zum Assessor ernannt zu werden.[9] Daraufhin schlug Kurmainz Franz Wilhelm Loskand vor. Das Berufungsverfahren zog sich von 1759 bis 1764 hin. Am 23. Juni 1764 leistete er den Amtseid und wurde damit Assessor des Reichskammergerichts.[10]

Als Assessor am Reichskammergericht bildete Franz Wilhelm Loskand auch junge Juristen aus, darunter auch drei seiner Neffen, die dort ein Praktikum absolvierten. Darunter befand sich auch der spätere kurmainzische Hof- und Hofgerichtsrat Lothar Franz Handel, der ab 1801 letzter Kanzleidirektor des Reichskammergerichts wurde, bis es 1806 aufgelöst wurde.[11]

Franz Wilhelm Loskand war einer der Assessoren des Reichskammergerichts, die von der Zweiten Wetzlarer Reichskammergerichts-Visitation damit beauftragt wurden, die Reichskammergerichtsordnung von 1613 zu überarbeiten und an den aktuellen Stand der Reichsgesetzgebung anzupassen.[12]

Seit 1785 stritt sich Franz Wilhelm Loskand ganz erheblich mit Kollegen, bei denen er auf erheblichen Widerstand stieß. Es ging um Rangfragen. So versuchte er bereits 1788 bedingt von seinem Amt zurückzutreten, was aber als formal unsinnig vom Reichskammergericht zurückgewiesen wurde. Auch hatte er erhebliche gesundheitliche Probleme.[13] 1791 trat Franz Wilhelm Loskand aus Gesundheits- und Altersgründen von seinem Amt als Assessor des Reichskammergerichts endgültig zurück.[14]

Wissenswert

Franz Wilhelm Loskand war einer der wenigen Assessoren des Reichskammergerichts im 18. Jahrhundert, die nicht geadelt wurden.[15]

Literatur

Einzelnachweise

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