Franz de Paula Ferg
österreichischer Maler
From Wikipedia, the free encyclopedia
Franz de Paula Ferg (* 2. Mai 1689 in Wien; † 1740 in London), auch bekannt als Francis Paul Ferg, war ein österreichischer Maler, Zeichner und Kupferstecher. Er malte vor allem Szenen des täglichen Lebens, etwa Menschen, die auf Märkten und in Dörfern miteinander interagieren.[1]

Leben
Ferg wurde am 2. Mai 1689 in Wien geboren, als Sohn des Historienmalers Adam Pancraz Ferg, von dem er seine erste künstlerische Ausbildung erhielt.[2] Sein Vater gab ihn anschließend zu einem Maler namens Baschueber, bei dem er vier Jahre blieb. Danach kehrte er in das Haus seines Vaters zurück und studierte die Kupferstiche von Jacques Callot und Sébastien Le Clerc, deren Eigenheiten einen großen Einfluss auf seinen Stil ausübten.[3]
Anschließend studierte er in Wien bei Hans Graaf, einem Maler kleiner Landschaften mit Figuren, Jahrmärkten usw., vor allem aber dauerhaft bei Joseph Orient, einem bekannten Landschaftsmaler, in dessen Haus er drei Jahre lebte und häufig die Figuren in dessen Landschaften malte. Im Jahr 1718 verließ Ferg Wien und ließ sich für einige Jahre in Bamberg nieder.
Bei einem Treffen mit dem Landschaftsmaler Alexander Thiele in Leipzig ging er mit diesem nach Dresden und arbeitete dort einige Zeit mit ihm zusammen. Bald erlangte er großen Ruf durch kleine Landschaften und Seestücke mit Figuren sowie durch Jahrmarkts- und Bauernszenen im Stil von Ostade, Berchem und Poelenburg. Diese Werke wurden oft auf Kupfer ausgeführt, mit großer Sorgfalt und Fleiß, gut koloriert und von exquisiter Ausarbeitung.[3] Später ließ er sich in London nieder.
Seine Gemälde finden sich häufig in privaten Sammlungen in England sowie in öffentlichen Galerien im Ausland, insbesondere in Braunschweig, Dresden und Wien. Eine Folge der Vier Jahreszeiten wurde von Thomas Major gestochen, weitere von François Vivares, J. Wagner, Christian Gottlieb Geyser und anderen, darunter auch zwei Bilder, die in der Galerie Lebrun gestochen wurden.
Ferg fertigte außerdem einige Radierungen an, meist kleinformatige Landschaften mit Figuren und Ruinen, sowie eine größere Platte mit dem Titel Bauern beim Zechen, im Stil von Ostade. Diese gehören zu den Werken aus der Sheepshanks-Sammlung, die sich heute im British Museum befinden. Ein Porträt von ihm wurde von J. F. Bause gestochen.[4]
Literatur
- Franz de Paula Ferg. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 38, Saur, München u. a. 2003, ISBN 3-598-22778-7, S. 251.
- Franz de Paula Ferg. In: Ulrich Thieme (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 11: Erman–Fiorenzo. E. A. Seemann, Leipzig 1915, S. 401 (Textarchiv – Internet Archive).
- Karl Weiß: Ferg, Franz de Paula. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 6, Duncker & Humblot, Leipzig 1877, S. 711.
- Johannes Dobai: Ferg (irrtümlich Fergant), Franz de Paula (eigentlich Franz Joseph, auch Paulus genannt). In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 5. Duncker & Humblot, Berlin 1961, ISBN 3-428-00186-9, S. 96 (deutsche-biographie.de).