Franz von Paula Kiennast
bayerischer Mundartdichter
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Franz von Paula Dionys Joseph Kiennast, latinisiert Franciscus de Paula Dionysius Josephus Kiennast (* 1728 oder 1729[1]; † 13. Januar 1793) war ein bayerischer Lehrer und Förderer des Laientheaters.
Leben
Franz von Paula Kiennast nannte sich auch France de Paula Dionysius Kiennast und bezeichnete sich als Schuell Maister (oder Ludi Magister). Die Werke, die seinen Namen tragen, entstanden zwischen 1760 und 1770. Das Personenverzeichnis der Joanna, die von Clara, seiner Tochter, dargestellt wird, belegt, dass er verheiratet war und eine Tochter hatte. Von ihm stammen mehrere in Mundart verfasste Volksstücke.[1]
Ab Mitte des 18. Jahrhunderts war er als Dechant und Schulmeister in Dachau tätig. Dort übernahm er 1759 die Leitung der Dachauer Dilettantenbühne. Mit ihr pflegte er das in bairischer Sprache gehaltene bürgerliche Theaterspiel und das Passionsspiel.
1759 wurde Die von Neydt und Eyfersucht verfolgte Unschuldt, das ist Hyrlanda Herzogin aufl Burgundt mehrfach aufgeführt Nur die komischen Einlagen sind im bairischen Dialekt gehalten. In der Dachauer Joanna von Arc (1770) sind zwei Szenen mit Mundartspäßen nur lose mit der Handlung verknüpft, während das Stück Die Getrukht aber nit Undertrukhte Unschuld oder Die Heilige Itta (um 1765) ein wohl von Kiennast selbst stammendes dialektales „Nachgspill“ aufweist.[2]
Aus amtlichen Dachauer Dokumenten geht hervor, dass er unter bescheidenen Bedingungen lebte. In den letzten Jahren seines Lebens war er aufgrund gesundheitlicher Probleme nahezu dienstunfähig, weshalb die Gemeinde Dachau ihm empfahl, von seiner Position zurückzutreten. Der Schuldienst wurde daraufhin an seinen Sohn Sigmund Ernest übertragen, der nun die Verantwortung für seine Eltern sowie für sieben minderjährige Geschwister übernehmen musste.[3]
Franz von Paula Kiennast starb am 13. Januar 1783 in Dachau.[1]
Werke
- Altbairische Possenspiele für die Dachauer Bühne bearbeitet von Franz von Paula Kiennast, herausgegeben von Oskar Brenner, 1893