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François Auvity

römisch-katholischer Bischof From Wikipedia, the free encyclopedia

François Auvity (* 9. Januar 1874 in Germigny-l’Exempt; † 15. Februar 1964 ebenda) war ein französischer römisch-katholischer Geistlicher, Bischof und Nazi-Kollaborateur.

Bischof Auvity (1937)

Leben

François-Louis Auvity wuchs in einem kleinen Ort zwischen Bourges und Moulins auf, dessen Geschichte er später veröffentlichte und wohin er auch zum Sterben zurückkehrte. Er trat bei den Sulpizianern ein und wurde 1899 zum Priester geweiht. Er unterrichtete Apologetik an den Priesterseminaren Rodez und Bordeaux und ab 1909 in Bourges. 1924 wurde er im Erzbistum Bourges Generalvikar und 1933 Weihbischof (sowie Titularbischof von Sarepta). Ab 1937 war er Bischof von Mende.

In der Zeit des Vichy-Regime und dessen Judenverfolgung kooperierte er bereitwillig mit der Nazi-Besatzungsmacht, wie die emeritierte Geschichtsprofessorin Annie Lacroix-Riz nachwies.[1] Unter anderem protestierte er nie gegen die unmenschlichen Bedingungen im Camp de Rieucros, welches von 1939 bis Februar 1942 in einem Gebäude des Priesterseminars von Mende bestand.[2] Die Historikerin Limore Yagil gibt an, dass Auvity einem Rabbiner in seinem Priesterseminar Unterschlupf gewährt haben soll.[3] Er bezeichnete den bei der Bevölkerung verhassten Pflichtarbeitsdienst für die deutsche Kriegswirtschaft als Christenpflicht aus Gehorsam gegenüber Pétain. Daher wurde er 1944 von der Résistance festgesetzt. Auf Druck des Papstes dankte er am 11. September 1945[4] ab und wurde Titularbischof von Dionysiana. Er war damit einer von vier französischen Bischöfen, die nach der Befreiung Frankreichs wegen ihrer Verstrickung in das Vichy-Regime und die Kollaboration ihr Amt verloren, neben dem Erzbischof von Aix-en-Provence, Florent Du Bois de La Villerabel, dem Bischof von Arras, Henri-Édouard Dutoit, und dem Weihbischof von Paris, Roger-Henri-Marie Beaussart.[5]

Er zog sich in die Trappistinnen-Abtei Bonneval zurück, über deren Geschichte er ein Buch schrieb, und starb 1964 im Alter von 90 Jahren in seinem Geburtsort.

Veröffentlichungen

  • Germigny-l’Exempt (Cher) et sa châtellenie. Jouve, Paris 1932.
  • Histoire du Grand-séminaire de Bourges. Jouve, Paris 1932.
  • Notre-Dame de Bonneval (Aveyron). Huit siècles de vie cistercienne, 1147–1947. Carrère, Rodez 1947. Lacour, Nîmes 2018.

Literatur

  • Limore Yagil: Chrétiens et Juifs sous Vichy. Sauvetage et désobéissance civile. Cerf, Paris 2005, S. 635.
  • Eintrag zu François Auvity auf catholic-hierarchy.org (englisch)
  • Emmanuel Legeard: François Auvity, un traître impuni. Texte augmenté, en appareil critique, des commentaires de Mme A. Lacroix-Riz, spécialiste de l'Eglise de France sous l'Occupation (academia.edu)

Einzelnachweise

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