François Collignon
französischer Zeichner, Radierer, Kupferstecher und Verleger
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François Collignon (* wahrscheinlich Anfang 1610 in Nancy; † 18. Januar 1687 in Rom) war ein französischer Zeichner, Radierer, Kupferstecher und Verleger, der vornehmlich in Paris und Rom gewirkt hat. In seinem Schaffen ist mehr sein kaufmännisches als sein künstlerisches Talent zum Tragen gekommen, das ihn nach ersten Anfängen in Paris später in Rom zu einem erfolgreichen Verleger werden ließ.
Künstler




Das Geburtsjahr wird auf einen Taufeintrag vom 21. Januar 1610 zurückgeführt. Demnach war François der Sohn von Jean und dessen Frau Jeanne Collignon.[1] Nach dem Abschluss seiner Ausbildung als Schüler des Zeichners und Kupferstechers Jacques Callot um das Jahr 1630 herum und einiger Zeit der Tätigkeit bei Callot, ging Collignon 1631 nach Augsburg. Hier war er bei dem Maler und Baumeister Johann Matthias Kager tätig und hat unter anderem dessen Bild Salomon empfängt die Königin von Saba (eine figurenreiche Komposition) reproduziert.
Von 1634 bis 1636 hielt Collignon sich in Rom auf und schloss dort mit dem Zeichner und Radierer Stefano della Bella eine Freundschaft, die lebenslang währen sollte und eine fruchtbare Zusammenarbeit ermöglicht hat. Eine Arbeit aus dieser Zeit ist auch überliefert: Zusammen mit dem Maler Andrea Sacchi illustrierte er eine Festschrift (Festa, fatta in Roma, alli 25. di Febraio MDCXXXIV),[2] die Kardinal Antonio Barberini zum Besuch eines polnischen Prinzen in Auftrag gegeben hatte.
Ab 1636 wirkte Collignon dann in Paris, wo er in den nächsten Jahren sehr produktiv gewesen ist. So hat er unter anderem von Stefano della Bella viele Zeichnungen radiert und sich zum ersten Mal mit der Herausgabe einiger Blätter (von della Bella und wohl auch anderen) verlegerisch betätigt. Dazu hat er zusammen mit della Bella Entwürfe des königlichen Militärkartographen Sébastien de Beaulieu radiert und gestochen.
Verleger
Um das Jahr 1646 herum erfuhr das Leben von Collignons eine wesentliche Veränderung: Er verließ Paris und ging nach Rom, wo er dann bis zum Ende seines Lebens tätig gewesen ist. Im römischen Verlagswesen ist er bald zu einer bestimmenden Figur geworden und hat vorwiegend Werke von anderen Künstlern herausgebracht. So zum Beispiel – teilweise zusammen mit dem Verleger und Kunsthändler Giovanni Domenico de Rossi – eine Reihe von Stichen des italienischen Malers und Radierers Pietro Testa und Kupferstiche des niederländischen Zeichners, Kupferstechers und Malers Cornelis Bloemaert, die dieser nach Werken von Malern wie Nicolas Poussin, Charles Le Brun und anderen geschaffen hatte.
Nach dem Tod Collignons im Januar 1687 hat seinen ganzen geschäftlichen Nachlass der niederländische Zeichner, Kupferstecher und Maler Arnold van Westerhout (1651–1725) erworben und für sich nutzen können.
Literatur
- Jacques Thuillier: François Collignon. In: Claude Lorrain e i pittori lorenesi in Italia nel XVII secolo. De Luca, Rom 1982, S. 339–348 (italienisch).
- Wolfgang Reiniger: Beaulieu: Die Kupferstiche zu den Feldzügen Ludwig XIV., insbesondere zu denen in Deutschland: Katalog. W. Reiniger, Bad Kreuznach 2000, ISBN 3-923714-06-8.
- David Klemm: Stefano della Bella (1610–1664): Zeichnungen aus dem Kupferstichkabinett der Hamburger Kunsthalle. Böhlau Verlag, Köln/Weimar/Wien 2009, ISBN 978-3-412-20262-0.
Weblinks
- Indexeintrag für François Collignon in der Datenbank der Deutschen Biographie
- The British Museum Arbeiten von François Collignon