Françoise Gaspard

französische Soziologin und Politikerin der Parti socialiste From Wikipedia, the free encyclopedia

Françoise Gaspard (* 7. Juni 1945 in Dreux) ist eine französische Soziologin und Politikerin der Parti socialiste.

Françoise Gaspard (2012)

Lebenslauf

Gaspard studierte Geschichte am Institut d’études politiques de Paris und ging nach dem Abschluss 1968 als wissenschaftliche Mitarbeiterin von René Rémond an die Universität Paris-Nanterre. Anschließend wechselte sie an die neu gegründete Universität Paris IV und erhielt dort die Lehrbefugnis. Parallel leitete sie ab 1971 am Lycée Michelet in Vanves die Classe préparatoire. Zwischen 1975 und 1977 studierte sie nochmals an der École nationale d’administration und ging anschließend ans Verwaltungsgericht von Versailles.

Ab März 1977 war Gaspard bis 1983 als Nachfolgerin von Jean Cauchon Bürgermeisterin von Dreux. Bei der Europawahl 1979 errang sie ein Mandat im Europäischen Parlament. Im folgenden Jahr hatte sie ihr Coming-out und bekannte sich als eine der ersten Abgeordneten zu ihrer Homosexualität. Nachdem sie bei der Parlamentswahl in Frankreich 1981 in die Nationalversammlung gewählt worden war, legte sie Ende August des Jahres ihr Europaparlamentsmandat nieder und wurde von Nicolas Alfonsi dort beerbt. Bei der Parlamentswahl 1986 konnte sie ihr Mandat für das Département Eure-et-Loir in der Nationalversammlung verteidigen, wo sie bis zur nächsten Parlamentswahl 1988 saß.

Später war Gaspard an der École des hautes études en sciences sociales im Bereich Soziologie tätig, wo sie sich insbesondere Themen rund um Feminismus, Queer Studies, Migration und der Stadtsoziologie widmete. Dabei arbeitete sie intensiv unter anderem mit Didier Eribon und Bruno Perreau zusammen.

1987 gehörte Gaspard zu den Initiatoren des Vereins Femmes et mathématiques zur Förderung von Mädchen und jungen Frauen, um Vorbehalten in Schule und Ausbildung entgegenzuwirken und bei einem Mathematikstudium zu unterstützen. Aus der Initiative entstand 2000 der Verein Femmes et sciences, den sie gemeinsam mit Huguette Delavault, Françoise Cyrot-Lackmann, Claudine Hermann und Colette Kreder mitbegründete.

Seit Juli 2013 ist Gaspard mit der Journalistin und Autorin Claude Servan-Schreiber verheiratet.

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