Colette Kreder
französische Ingenieurin und Feministin
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Colette Kreder (geboren 31. März 1934 in Commer (Mayenne) als Colette Juliette Françoise James; gestorben 14. Oktober 2022 in Puteaux)[1] war eine französische Ingenieurin, Hochschulleiterin und Feministin.
Leben
Colette James war die Tochter eines Hufschmieds und einer Ladenbesitzerin. 1954 bestand sie die Aufnahmeprüfung für die École polytechnique féminine (EPF) und erwarb 1957 ein Ingenieurdiplom. 1957 heiratete sie Jean-Claude Kreder, mit dem sie drei Töchter hatte.
Colette Kreder wird 1957 vom Luftfahrtministerium eingestellt, wo sie bis 1964 für die Forschung im Bereich elektronischer Bauteile zuständig war. 1964 trat sie in das Unternehmen Lignes télégraphiques et téléphoniques (LTT) ein. Anschließend gründete sie ihr eigenes Unternehmen, Soredi, und wurde damit zu einer der ersten Unternehmerinnen ihrer Zeit, blieb aber bis 1979 als beratende Ingenieurin bei LTT tätig.
1980 übernahm sie die Leitung der EPF, eine Funktion, die sie bis 1994 ausübte.[2] Sie gestaltete die Hochschule vollständig um und führte sie auf internationales Niveau: Einführung der fünfjährigen Ausbildung im Jahr 1984, Gründung einer internationalen Abteilung im Jahr 1986, Gründung der gemeinnützigen Stiftung „Fondation EPF“ im Jahr 1991, erste Ausbildung mit doppeltem Abschluss in Zusammenarbeit mit Deutschland im Jahr 1993 und Zulassung von männlichen Studierende im Jahr 1994.
Ende der 1980er Jahre trat Colette Kreder dem Conseil national des femmes françaises (CNFF) (Nationalen Rat der französischen Frauen) bei und wurde dessen Schatzmeisterin.[3][4]
Zusammen mit Françoise Gaspard und Claude Servan-Schreiber gründete Colette Kreder 1992 den Verein „Action pour la parité“ (Aktion für Gleichstellung). 1993 veröffentlichten sie die erste Studie über Frauen bei Wahlen, in der sie die geringe Kandidaturquote von Frauen in der ersten Runde der Parlamentswahl in Frankreich 1993 mit 19,6 % aufzeigten.[5]
Das informelle Netzwerk „Demain la Parité“ (Morgen die Gleichstellung) trat 1994 die Nachfolge des Vereins „Action pour la parité“ an.[6][7]
Colette Kreder beteiligte sich an der Gründung des Vereins „Femmes et sciences“ (Frauen und Wissenschaft) im Jahr 2000, um die Attraktivität der MINT-Fächer zu steigern, die Karrieren von Frauen zu fördern und ihre Sichtbarkeit zu erhöhen. Im selben Jahr startete sie die Veröffentlichung von Statistiken über Trägerinnen der Ehrenlegion und des Ordre national du Mérite.[5]
Preise und Auszeichnungen
- 2006: Komtur des Ordre national du Mérite als frühere Leiterin der École polytechnique féminine und Gründungsmitglied eines Vereinsnetzwerkes[8]
- 2009: Komtur der Ehrenlegion als Gründungsmitglied eines Vereins zur Förderung von Frauen[9]
- 2026: Aufnahme in die Liste der 72 Wissenschaftlerinnen, deren Namen zusätzlich zu den 72 im ersten Stock des Eiffelturms eingravierten Namen von Wissenschaftlern hinzugefügt werden sollen.[10]