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Frasco

Dorf und ehemalige Gemeinde in der Schweiz From Wikipedia, the free encyclopedia

Frasco ist eine Ortschaft in der Gemeinde Verzasca, Kanton Tessin. Bis 2020 bildete sie eine selbständige Gemeinde.

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Frasco
Wappen von Frasco
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Tessin Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Locarnow
Kreis: Kreis Verzasca
Gemeinde: Verzascai2
Postleitzahl: 6636
frühere BFS-Nr.: 5105
Koordinaten: 705199 / 132650
Höhe: 885 m ü. M.
Höhenbereich: 842–2740 m ü. M.
Fläche: 25,73 km²
Einwohner: 107 (31. Dezember 2019[1])
Einwohnerdichte: 4 Einw. pro km²
Website: Frasco
Kirche San Bernardo d’Aosta in Frasco
Kirche San Bernardo d’Aosta in Frasco
Karte
Frasco (Schweiz)
Frasco (Schweiz)
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Gemeindestand vor der Fusion am 18. Oktober 2020
Kreuzweg-Stationen

Wappen

Blasonierung: In Blau ein nach schräglinks fliegender silberner Fisch.

Luftbild aus 2000 m von Walter Mittelholzer (1923)

Geographie

Frasco liegt im Verzascatal. Durch den Ort fliesst der Wildbach Efra, der hier von links in die Verzasca mündet.

Nachbargemeinden waren Faido, Giornico und Personico im Valle Leventina sowie Cugnasco-Gerra, Lavertezzo und Sonogno im Verzascatal.

Geschichte

Das Dorf ist 1219 als Ferasco de Verzasca erwähnt. Es gehörte früher zur Gemeinde des Verzascatals und zur Kirchgemeinde Vogorno, von der es sich 1518 abtrennte. Von 1395 bis 1843 bildete das Dorf mit Sonogno eine Gemeinde.

Am 18. Oktober 2020 fusionierte die damalige Gemeinde mit den Gemeinden Brione (Verzasca), Corippo, Cugnasco-Gerra (Gerra Valle), Lavertezzo (Lavertezzo Valle), Sonogno und Vogorno zur neugebildeten Gemeinde Verzasca. Die ehemalige Gemeinde aber bildet nach wie vor eine eigenständige Bürgergemeinde.[2][3]

Lawinenkatastrophe vom 11. Februar 1951

Im Lawinenwinter 1951 wurde die Ortschaft Frasco schwer getroffen. Nach intensiven Schneefällen löste sich am 11. Februar 1951 um 21:30 Uhr auf einer Breite von rund 600 Metern die Schneedecke oberhalb des Monte Pampinedo. Die Schneemenge bewegte sich durch mehrere Runsen talwärts und vereinte sich zu einer einzigen gewaltigen Lawine, die mitten ins Dorf führte und fast bis zur Kirche gelangte. Dabei wurden 10 Wohnhäuser, 14 Ställe und 8 Scheunen verschüttet.

In den verschütteten Häusern befanden sich noch 14 Personen. Zehn Personen konnten lebend geborgen werden, wobei eine davon nach 10 Tagen ihren schweren Verletzungen erlag. Die restlichen vier Personen konnten nur noch tot geborgen werden, damit starben fünf Personen durch diese Lawine. Daneben waren an materiellen Schäden neben den 32 Gebäuden noch der Verlust von 20 Schafen, einem Schwein und 33 Hühnern zu beklagen. Es wurden auch 5 ha Wald beschädigt, wobei ein Verlust von 50 m³ Holz zu verzeichnen war. Auch die Telefon- und Stromleitungen wurden unterbrochen und die Strasse verschüttet[4].

Bevölkerung

Frasco: Einwohnerzahlen von 1769 bis 2019
Jahr  Einwohner
1769
 
296
1799
 
334
1808
 
281
1850
 
445
1860
 
383
1870
 
426
1880
 
294
1888
 
249
1900
 
345
1910
 
262
1920
 
178
1930
 
?
1941
 
150
1950
 
128
1960
 
109
1970
 
65
1980
 
61
1990
 
71
1991
 
77
1992
 
86
1993
 
91
1994
 
83
1995
 
86
1996
 
90
1997
 
96
1998
 
98
1999
 
106
2000
 
112
2001
 
104
2002
 
107
2003
 
106
2004
 
104
2005
 
101
2006
 
105
2007
 
114
2008
 
117
2009
 
113
2010
 
111
2011
 
106
2012
 
102
2013
 
106
2014
 
104
2015
 
100
2016
 
107
2017
 
107
2018
 
112
2019
 
107
Quelle(n): Bundesamt für Statistik[5][6] ab 1990: Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz nach Bezirken und Gemeinden 1991–2024[7]

Sehenswürdigkeiten

  • Pfarrkirche San Bernardo Abate[8][9]
  • Kreuzweg-Stationen im Friedhof (1749)[8][9]
  • Elektrizitätswerk (1925)[8][9]
  • Alte Mühle (1880)[8][9]
  • Schalenstein in Val Vogornesso im Ortsteil Vald (1028 m ü. M.)[10]

Persönlichkeiten

  • Giovanni Ferrini (* 1945 in Frasco ?), Architekt der ETH Zürich (1970), entwarf das Altersheim la Piazzetta in Lugano-Loreto (1994), restaurierte mit dem Architekten Pessina die Kathedrale von Lugano (2017) und wurde für seine Verdienste zum Komtur des päpstlichen Gregoriusorden ernannt (2018)[11][12]

Literatur

  • Piero Bianconi: Frasco. In: I dipinti murali della Verzasca. Istituto Editoriale Ticinese, Bellinzona 1934, S. 32, 54, 71.
  • Rinaldo Giambonini, Agostino Robertini, Silvano Toppi: Frasco. In: Il Comune. Edizioni Giornale del Popolo, Lugano 1971, S. 141–152.
  • Virgilio Gilardoni: Il Romanico. Catalogo dei monumenti nella Repubblica e Cantone del Ticino. La Vesconta, Casagrande S.A., Bellinzona 1967, S. 328.
  • Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, S. 232.
  • Giuseppe Mondada: Frasco. In: Catalogo delle pitture murali fino alla metà dell’Ottocento. Istituto Editoriale Ticinese, Bellinzona 1934, S. 77–79.
  • Daniela Pauli Falconi: Frasco. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 25. März 2021.
  • Johann Rudolf Rahn: I monumenti artistici del medio evo nel Cantone Ticino. Tipo-Litografia di Carlo Salvioni, Bellinzona 1894, S. 98.
  • Elfi Rüsch: I monumenti d’arte e di storia del Canton Ticino. Distretto di Locarno IV: La Verzasca, il Pedemonte, le Centovalli e l’Onsernone. (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 123). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Bern 2013, ISBN 978-3-03797-084-3, S. 102–126.
  • Celestino Trezzini: Frasco. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 3: Egolf – Güttingen. Attinger, Neuenburg 1926, S. 232 (Digitalisat).

Einzelnachweise

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