Frau-Nauses

Stadtteil von Groß-Umstadt From Wikipedia, the free encyclopedia

Die ehemalige Gemeinde Frau-Nauses wurde 1961 in die Nachbargemeinde Wiebelsbach eingegliedert und ist mit dieser zusammen seit 1971 ein Stadtteil von Groß-Umstadt im südhessischen Landkreis Darmstadt-Dieburg. Der Ort besteht aus etwa zehn bebauten Grundstücken, darunter fünf Bauernhöfen. Mit zuletzt 64 gezählten Einwohnern ist Frau-Nauses der bei weitem kleinste Teil von Groß-Umstadt, wird jedoch nach wie vor als eigenständige Gemarkung geführt.

Schnelle Fakten Stadt Groß-Umstadt ...
Frau-Nauses
Koordinaten: 49° 49′ N,  58′ O
Höhe: 243 m ü. NHN
Fläche: 2,05 km²[1]
Einwohner: 64 (1970)[Ohne Beleg]Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/NoEinwQuelle
Eingemeindung: 1. Januar 1961
Eingemeindet nach: Wiebelsbach
Postleitzahl: 64823
Vorwahl: 06078
Karte
Lage von Frau-Nauses in Groß-Umstadt
Schließen
Frau-Nauses und der Burzelberg (2021)
Frau-Nauses und das Rondell (2021)
Ortsbild von Frau-Nauses

Geographische Lage

Frau-Nauses liegt 243 Meter hoch im Odenwald im Quellgebiet des Wiebelsbachs, hier auch Pferdsbach genannt, in einer engen Tallage. Der Ortsteil Frau-Nauses umfasst die Gemarkung Frau Nauses.[1]

Geschichte

Ortsgeschichte

Steinbeilfunde unter anderem in einem Steinbruch bei Frau-Nauses und "Am Eichkopf" (Frau-Nauses) belegen eine Besiedlung in der Steinzeit vor etwa 7000 Jahren.

Eine erste erhalten gebliebene urkundliche Erwähnung als Nydern-Nauwesse datiert von 1359.[2] 1376 in einer Urkunde des Abt von Fulda als Nusseste bezeichnet.[2] Zu dieser Zeit waren hier die Gans von Otzberg begütert. Als Frauwennusaß wird der Name des Ortes 1454 dokumentiert. Der Namenszusatz „Frauwen-“ leitet sich von der Zugehörigkeit zum Frauenkloster Höchst ab.[3] Im Mittelalter unterstand es in der Rechtsprechung der Zent Höchst. Den großen und kleinen Zehnten erhielt das Kloster Höchst.[2] 1524 gehört der Ort mit der Veste Otzberg zur Kurpfalz. Das Oberamt Otzberg kam 1803 infolge des Reichsdeputationshauptschlusses an Hessen-Darmstadt. Mit dem Tauschvertrag zwischen der Hessen-Darmstadt und dem Herren von Löwenstein-Wertheim vom 5. Februar 1805[4] kam es zum Amt Habitzheim, das 1806 durch die Rheinbundakte an das Großherzogtums Hessen fiel. Die Niedere Gerichtsbarkeit blieb bis 1822 bei den Herren Löwenstein-Wertheim.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1829 über Frauennauses:

„Frauennauses (L. Bez. Breuberg) kathol. und reform. Filialdorf; liegt 112 St. von Breuberg. und gehört dem Fürsten von Löwenstein–Wertheim–Rosenberg. Das Dorf zählt 9 Häuser und 62 Einw., unter diesen sind 56 Kath. 4 Reform. und 2 Lutheraner. Frauennauses gehörte zu dem ehemaligen Nonnenkloster Höchst. Im Jahr 1802 kam es von Pfalz an Hessen und 1805 durch Tausch an Löwenstein und 1806 unter Hess. Hoheit.“[5]

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,[Anm. 1] denen Frau-Nauses angehört(e):[2][4]

Da Frau-Nauses nicht mehr als einhundert Einwohner zählte, lag nach der Hessischen Gemeindeordnung vom 25. Februar 1952 die Verwaltung bei der Gemeindeversammlung und dem Bürgermeister. Die Gemeindeversammlung bestand aus den wahlberechtigten Bürgern und trat als wesentliches Element der Direkten Demokratie an die Stelle der Gemeindevertretung.

Einwohnerentwicklung

 1633:10 Einwohner[2]
 1829:62 Einwohner, 9 Häuser[5]
Frau-Nauses: Einwohnerzahlen von 1829 bis 1970
Jahr  Einwohner
1829
 
62
1834
 
64
1840
 
55
1846
 
46
1852
 
55
1858
 
61
1864
 
48
1871
 
84
1875
 
44
1885
 
49
1895
 
53
1905
 
59
1910
 
50
1925
 
45
1939
 
37
1946
 
62
1950
 
61
1956
 
65
1970
 
64
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [2]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

NSG "Sandsteinbrüche am Burzelberg bei Frau-Nauses" (2021)

Natur und Schutzgebiete In der Gemarkung von Frau-Nauses liegt das Naturschutzgebiet Sandsteinbrüche am Burzelberg bei Frau-Nauses.[7] In dem stillgelegten Steinbruchgelände brüten unter anderem Wanderfalke und Uhu. Das Schutzgebiet ist gleichzeitig eine Teilfläche des größeren Natura2000-Gebiets „Felswände des nördlichen Odenwaldes“ (EU-Vogelschutzgebiet 6119-402).[8]

Verkehr

Tunnelportal bei Frau-Nauses

Bei Frau-Nauses bündelt sich der gesamte Schienen- und Straßenverkehr vom hinteren Odenwald in das Rhein-Main-Gebiet. Die Bundesstraße 45 umgeht die Ortslage nördlich in Hanglage, weil sie hier mit einer langgezogenen Steigung zum Rondell den 290 Meter hohen Sattel des Höhenzuges überwinden muss, der das Odenwald-Vorland vom Mümlingtal trennt. Hier verschwindet auch die Odenwaldbahn mit einer in die Talsohle eingeschnittenen Rampe im Nordportal des nach diesem Ort benannten Frau-Nauses-Tunnel.

Commons: Frau-Nauses – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Frau-Nauses. Private Website zu Wiebelsbach, archiviert vom Original;.
  • Frau-Nauses, Landkreis Darmstadt-Dieburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  • FAZ.net vom 16. Dezember 2007: Frau Nauses’ Linsengericht mit Hering Wenn Kommunen lustige Namen haben

Anmerkungen und Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI