Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung
Forschungseinrichtung
From Wikipedia, the free encyclopedia
Das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD), kurz Fraunhofer IGD, ist eine 1987 gegründete Forschungseinrichtung der Fraunhofer-Gesellschaft. Der Hauptstandort befindet sich an der Technischen Universität Darmstadt. Mit seinen weiteren Standorten in Rostock und Graz hat das Fraunhofer IGD insgesamt mehr als 180 Mitarbeiter.[1]
| Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung | |
|---|---|
Hauptsitz in Darmstadt | |
| Kategorie: | Forschungseinrichtung |
| Träger: | Fraunhofer-Gesellschaft |
| Rechtsform des Trägers: | Eingetragener Verein |
| Sitz des Trägers: | München |
| Standort der Einrichtung: | Darmstadt |
| Außenstellen: | Rostock, Graz |
| Art der Forschung: | Angewandte Forschung |
| Fächer: | Ingenieurwissenschaften |
| Fachgebiete: | Informatik |
| Grundfinanzierung: | Bund (90 %), Länder (10 %) |
| Leitung: | Matthias Unbescheiden |
| Mitarbeiter: | ca. 260 |
| Website: | www.igd.fraunhofer.de |
Das Institut versteht sich als Einrichtung für angewandtes Visual Computing, der bild- und modellbasierten Informatik. Es vereint Computergraphik und Computervision und entwickelt Prototypen und Komplettlösungen nach kundenspezifischen Anforderungen.
Gründungsdirektor ist José Luís Encarnação, der 2006 die Leitung abgab und 2009 emeritiert wurde. Das Institut wurde von Oktober 2006 bis März 2025 von Dieter W. Fellner geleitet.[2] Sein Nachfolger ist Matthias Unbescheiden der das Institut seit Juni 2025 leitet. Das Fraunhofer IGD ist Mitglied im Fraunhofer-Verbund Informations- und Kommunikationstechnologie (IuK).[3]
Das Fraunhofer IGD ist Partner des nationalen Forschungszentrum für angewandte Cybersicherheit (ATHENE).
Projekte und Kooperationen
Das Fraunhofer IGD forscht gemeinsam mit seinen Partneruniversitäten TU Darmstadt, Universität Rostock und TU Graz an Schlüsseltechnologien und kooperiert mit Unternehmen der verschiedensten Industriesektoren.
Das Budget des Instituts erwirtschaftet sich hauptsächlich durch Projekte, welche durch die Industrie oder öffentliche Mittel finanziert werden. Oftmals arbeiten mehrere Instanzen gemeinsam an einem Projekt. Industrielle Projekte ohne öffentliche Unterstützungsleistungen dienen zur individuellen Bearbeitung eines spezifischen Problems des jeweiligen Unternehmens.
In diesem Zusammenhang bietet das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD verschiedene Kooperationsformen an. Im Einzelnen sind dies:
- Studien
- Beratung
- Entwicklung von Konzepten
- Software-Entwicklung
- Software-Anpassungen.
Forschungsschwerpunkte
Das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD ist eine Forschungseinrichtung der Fraunhofer-Gesellschaft mit Schwerpunkt im Bereich Visual Computing. Seit seiner Gründung im Jahr 1987 entwickelt das Institut Technologien zur graphischen Datenverarbeitung, insbesondere zur Umwandlung von Daten in visuelle Darstellungen und zur Analyse bildbasierter Informationen. Die Arbeiten des Fraunhofer IGD verbinden Computergraphik und Computer Vision und zielen darauf ab, komplexe Informationen nutzbringend zu visualisieren.
Mit rund 260 Mitarbeitenden an den Standorten Darmstadt und Rostock forscht das Institut an anwendungsnahen Lösungen für unterschiedliche Branchen. Internationale Kooperationen bestehen u. a. mit dem österreichischen Schwesterinstitut an den Standorten Graz und Klagenfurt sowie im Rahmen zahlreicher EU-Forschungsprojekte.
Das Fraunhofer IGD deckt eine Vielzahl von Anwendungsfeldern ab, darunter:
- Manufacturing and Mobility: Entwicklung visuell-interaktiver Werkzeuge für alle Phasen des automobilen Produktlebenszyklus – vom Design bis zur Qualitätssicherung.
- Gesundheit und Pflege: Digitale Systeme zur Unterstützung in Prävention, Diagnostik, Therapie, Rehabilitation und Pflege.
- Bioökonomie: Visual-Computing-Technologien zur Optimierung von Ressourceneinsatz, der Tierwohlüberwachung und der Bewertung von Ökosystemleistungen.
- Infrastruktur und Public Services: Nachhaltige Weiterentwicklung zentraler Infrastrukturen wie Verkehr, Energie, Telekommunikation, IT, Verwaltung, Bauwesen, Smart City sowie Cyber- und Informationssicherheit.
- Maritime Wirtschaft: Digitale Werkzeuge für Offshore-Energie, Schiffsbau, Meerestechnik und Aquakultur.[4]
Die technologischen Schwerpunkte des Instituts liegen in den Bereichen Mensch-Maschine-Interaktion, Virtual und Augmented Reality, künstliche Intelligenz, interaktive Simulation, Modellbildung sowie 3D-Druck und 3D-Scanning. Das Fraunhofer IGD unterstützt Partner aus Industrie und öffentlicher Hand bei der Analyse großer Datenmengen, der Entwicklung von Prototypen sowie bei der Implementierung visueller Systeme in produktive Anwendungen.