Fred Selden
amerikanischer Jazzmusiker (Saxophone, Arrangement, Komposition)
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Fred Laurence Selden (* 22. Januar 1945 in Los Angeles; † 1. Oktober 2022) war ein amerikanischer Jazzmusiker (Altsaxophon, Flöte, auch Klarinetten und weitere Saxophone, Arrangement, Komposition).
Werdegang
Selden studierte Musik an der University of California, Los Angeles, wo er 1966 mit dem Bachelor abschloss. Außerdem nahm er Privatunterricht in Komposition und Arrangement bei Shorty Rogers, in Filmmusik bei Lalo Schifrin und auf dem Altsaxophon bei Bud Shank.[1]
Ab 1969 leitete Selden ein eigenes Quintett. Von 1969 bis 1974 gehörte er als Lead-Altsaxophonist zum Orchester von Don Ellis, mit dem er international tourte und mit dem mehrere Alben entstanden. Seine Spielweise ist gut auf Ellis’ Klassiker Live at Fillmore (1970) zu hören;[1] der dort enthaltene, von ihm komponierte und arrangierte Titel „The Magic Bus Ate My Donut“ war bei den Grammy Awards 1971 in der Kategorie „best instrumental arrangement“ nominiert.[2] Ab Mitte der 1970er Jahre arbeitete er mit den Bigbands von Louie Bellson und Bill Holman zusammen. Zwischen 1979 und 1981 leitete er ein Quintett, dann bis 1984 ein Trio mit Milcho Leviev. Ab 1991 leitete er gemeinsam mit dem Gitarristen Michael Ferenci die Gruppe Timeline, die 1994 Aufnahmen machte.[1]
Selden war lange Zeit als hochangesehener Studiomusiker tätig. Neben seinem Hauptinstrument spielte er Flöte, Klarinette sowie Tenor- und Sopransaxophon.[1] Zudem war er einer der ersten, der den Blaswandler spielte, und er prägte sogar dessen Abkürzung „EWI“,[3] die sich in der Branche durchgesetzt hat.
Nachdem Selden Ende der 1990er Jahre sein Studium an der University of California in Los Angeles wieder aufgenommen hatte, erwarb er dort 1998 einen Master-Abschluss und begann mit der Arbeit an seiner Doktorarbeit. Er hat ergänzende Musik für die Spielfilme Spy Game – Der finale Countdown (2001), Fluch der Karibik (2003) sowie Blood Diamond (2006) und Musik für Fernsehprogramme komponiert; weiterhin hat er mehrere Bücher mit Arrangements für Flöte veröffentlicht.[1] Seine Kompositionen wurden auch von Polly Bergen und Tim Weisberg gespielt.