Freilassung der letzten israelischen Geiseln am 13. Oktober 2025
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Die Freilassung der letzten israelischen Geiseln am 13. Oktober 2025 erfolgte im Rahmen eines von Israel und der palästinensischen Organisation Hamas geschlossenen Abkommens. Das Ereignis beendete eine mehr als zweijährige Geiselnahme und wurde international als Wendepunkt im Nahostkonflikt interpretiert.[1]
Hintergrund
Am 7. Oktober 2023 verübte die palästinensische Terrororganisation Hamas einen koordinierten Angriff auf Israel, bei dem knapp 1200 Menschen getötet und mehr als 200 Personen als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt wurden. Die israelische Regierung reagierte darauf mit einer umfassenden militärischen Offensive, deren erklärtes Ziel die Zerschlagung der Hamas war.[1][2]
Teilweise wurden bereits im Februar und März 2025 und davor Geiseln freigelassen, jeweils nur ein Teil der über 200 Entführten. Die Geiseln befanden sich unter Haftbedingungen, die als extrem belastend beschrieben wurden. Ehemalige Freigelassene berichteten über körperliche Misshandlungen und Folter. In von den Terrororganisationen veröffentlichten Videos waren die Geiseln deutlich abgemagert zu sehen.[2]
Abkommen
Das Abkommen war Ergebnis umfangreicher diplomatischer Vermittlungsbemühungen unter Führung von US-Präsident Donald Trump, der in Abstimmung mit Katar, Ägypten und der Türkei sowohl auf die israelische Regierung als auch auf die Hamas einwirkte.[2]
Ablauf der Freilassung
Nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) wurden am 13. Oktober 2025 sämtliche 20 überlebenden israelischen Geiseln nach 738 Tagen in Gefangenschaft freigelassen. Unter ihnen befanden sich vier Personen mit sowohl deutscher als auch israelischer Staatsangehörigkeit. Unmittelbar vor ihrer Freilassung erhielten einige Geiseln die Möglichkeit, per Video mit ihren Angehörigen zu sprechen. Anschließend wurden sie über den Süden Israels in ein militärisches Empfangszentrum gebracht, wo sie auf ihre Familien trafen.[1] Laut einer Mitteilung des Büros des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu sagte die israelische Regierung den freigelassenen Geiseln und deren Angehörigen Unterstützung im Rahmen der staatlich koordinierten Aufnahme- und Rehabilitationsmaßnahmen zu.[3][4] Laut Angaben der Times of Israel wurden in den Straßen rund um die Krankenhäuser, in die die Geiseln gebracht wurden, von Freiwilligen Begrüßungstransparente angebracht.[5]
Im Gegenzug entließ Israel 1.900 palästinensische Häftlinge, darunter rund 250 Personen, die zuvor zu lebenslanger Haft verurteilt worden waren. Ihre Ankunft im Gazastreifen wurde von großen Menschenmengen begleitet und von palästinensischen Medien als „nationale Rückkehr“ bezeichnet.[1] Gleichzeitig begann Israel mit der Freilassung weiterer palästinensischer Gefangener aus dem Ofer-Gefängnis bei Jerusalem, die in das westjordanische Ramallah überführt wurden. Medienberichten zufolge setzten Sicherheitskräfte dabei Tränengas und Schallgranaten ein, um Menschenmengen zurückzuhalten.[6]
Obwohl das Schicksal der überlebenden Geiseln geklärt war, übergab die Hamas nur vier der 28 vereinbarten Leichname. Laut Abkommen sollten alle innerhalb von drei Tagen übergeben werden. Israel hatte im Gegenzug zugesagt, für jeden Leichnam 15 palästinensische Häftlinge freizulassen. Diese Freilassungen erfolgten planmäßig, wobei 154 Palästinenser nach Einschätzung israelischer Sicherheitsbehörden nicht in den Palästinensergebieten verbleiben durften und daher nach Ägypten abgeschoben wurden.[7]
Politische Reaktionen
Die Freilassung der Gefangenen und Geiseln stieß international auf breite Zustimmung. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übermittelte den Freigelassenen seine Anteilnahme und äußerte die Hoffnung, dass sie die psychischen Folgen ihrer Haftzeit überwinden könnten.[8] Der Zentralrat der Juden in Deutschland sprach von einem „Beginn eines Heilungsprozesses“ innerhalb der israelischen Gesellschaft.[9]
Rede von Donald Trump vor der Knesset

US-Präsident Donald Trump sprach am selben Tag vor der Knesset in Jerusalem von einem „Tag der Freude und Hoffnung“ und erklärte, mit dem sogenannten Gaza-Abkommen beginne eine neue Ära des Friedens im Nahen Osten.[1] Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu nannte Trump den „besten Freund, den Israel je im Weißen Haus gehabt hat“, und erklärte, Israel sei dem neuen Frieden verpflichtet.
Trumps Rede wurde kurzzeitig unterbrochen, als zwei linke Oppositionsabgeordnete, darunter Ofer Cassif, mit Transparenten für einen palästinensischen Staat protestierten und aus dem Plenum entfernt wurden.[10]
Friedensgipfel in Ägypten
Parallel zu Trumps Rede fand in Ägypten ein Gipfeltreffen zum Friedensplan für den Gazastreifen statt. Daran nahmen neben Trump auch internationale Vertreter teil, darunter der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz.[1]
In Ägypten wurde die von Vermittlerstaaten ausgehandelte Vereinbarung zwischen Israel und der Hamas über eine Waffenruhe im Gazastreifen formell besiegelt. Die sogenannte Gaza-Erklärung trug die Unterschriften von US-Präsident Donald Trump, Katars Emir Al Thani, dem türkischen Präsidenten Erdoğan und dem ägyptischen Präsidenten al-Sisi. Ein dauerhafter Waffenstillstand galt jedoch weiterhin als unsicher.[11]
Bewertung
Internationale Beobachter werteten die Ereignisse als Wendepunkt im Nahostkonflikt.
Trotz der Freilassung der Geiseln war die politische Situation angespannt. Beobachter betonten, dass langfristiger Frieden im Nahen Osten nicht allein durch Druck von außen oder kurzfristige Abkommen erreicht werden kann, sondern politische Führungspersönlichkeiten auf beiden Seiten mit klarer Vision für ein friedliches Zusammenleben erforderlich sind.[12]