Frickhinger (Geschlecht)
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Die Frickhinger (auch Frickinger) ist eines der ältesten und noch existierenden Patriziergeschlechter[1] der ehemaligen Freien Reichsstadt Nördlingen.

Geschichte
Nach Otto von Alberti könnte das Geschlecht von einem Niederadelsgeschlecht aus Frickingen in der Gemeinde Dischingen abstammen.[2] Als Stadtbürger sind die Frickhinger seit 1331 in Nördlingen nachweisbar. Die Familie gehörte ab 1363 dem Rat der freien Reichsstadt an. Durch Barchenthandel gelangten die Frickhinger zu Wohlstand. Das Geschlecht ist mit dem Patriziat und niederen Adel von Augsburg und Ulm verschwägert. Mehrere Generationen der Frickhinger waren erfolgreich im Tuchhandel tätig. Landgüter erwarb das Geschlecht bei Ellwangen (Herrgottsweiler bei Zöbingen) sowie bei Neresheim (Utzmemmingen und Sommerfeld bei Mörtinger Höfe, Altgemeinde Schweindorf). Die Familie hat sich jedoch nie in eine Adelsvereinigung immatrikuliert.[2]
Einige Frickhinger stiegen zu Bürgermeistern in Nördlingen auf, beispielsweise Hieronymus Frickhinger (1530–1585) und Johann Christoph Frickhinger (1634–1690).[3] Seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts ist innerhalb des Geschlechts der Beruf des Apothekers erblich. Einige Familienmitglieder wurden auf dem Gebiet der Pharmazie, Botanik und Geologie berühmt.[4] Dazu gehört u. a. Ernst Frickhinger.
In Nördlingen befinden sich zwischen dem Berger Tor und der Alten Bastei die Frickhinger-Anlagen mit Rosarium, ein Lehrpark mit einheimischen und fremdländischen Baumarten.[5]
Auf dem Nördlinger Friedhof ist das Familiengrab der Frickhinger.
Bekannte Familienangehörige
- Christian Albert Frickhinger (1818–1907), Pharmazeut, Botaniker und Politiker (Mitglied des Bayerischen Landtags)
- Ernst Christoph Frickhinger (1876–1940), Pharmazierat und Vorgeschichtsforscher
- Hans Walther Frickhinger (1889–1955), Zoologe, naturwissenschaftlicher Schriftsteller, Naturschützer
Wappen
Literatur
- C. Beyschlag: Geschichte der Stadt Nördlingen bis auf die neueste Zeit. Nördlingen 1851.
- Otto von Alberti: Württembergisches Adels- und Wappenbuch, 4. Heft, Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 1892, S. 200
- Hermann Frickhinger: Genealogie der Familie Frickhinger in Nördlingen. Ein Beitrag zur Geschichte Nördlinger Geschlechter. Nördlingen 1907.
Weblinks
- Wilhelm Zwölfer: Frickhinger. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 5. Duncker & Humblot, Berlin 1961, ISBN 3-428-00186-9, S. 435 (deutsche-biographie.de).
- http://www.stolch-trochtelfingen.de/ahntaffrickh.html