Frida Meinhardt
österreichische Schauspielerin
From Wikipedia, the free encyclopedia
Frida Meinhardt (* 13. Jänner 1879 in Wien; † 20. März 1955 ebendort) war eine österreichische Schauspielerin und Vortragskünstlerin, die 2021 von Yad Vashem als Gerechte unter den Völkern geehrt wurde.[1][2]
Leben
Meinhardt wurde als Tochter der Schriftstellerin Stefanie, geborene Skerlecz von Lomnicza, und des Militärangehörigen und Publizisten Friedrich Freiherr von Mühlwerth-Gärtner in Wien geboren.[2] Ausgebildet bei Alexander Römpler stand sie seit 1898 unter dem Künstlernamen Frida Meinhardt am Deutschen Volkstheater sowie an weiteren Wiener und deutschen Bühnen vor dem Publikum.[2] Später verlagerte sie ihren Schwerpunkt auf die Vortragskunst, trug Texte von Peter Rosegger, Anton Wildgans und Franz Karl Ginzkey vor und unternahm Gastspiele in Österreich und im benachbarten Ausland.[2] Im Dezember 1907 begegnete sie im Arbeiterbildungsverein in der Gumpendorfer Straße dem Arbeiterdichter Alfons Petzold, wurde zu seiner Förderin und veranstaltete im März 1909 den ersten Petzold-Abend im Ehrbarsaal.[2] Zu Petzolds Gedichtband Seltsame Musik von 1911 verfasste sie das Geleitwort und blieb dem Dichter sowie seiner Familie bis zu seinem Tod im Jahr 1923 verbunden.[2][3]
Wirken
Während der Zeit des Nationalsozialismus verhalf Meinhardt verfolgten jüdischen Menschen und nahm 1942 Valerie Laufer in ihrer Wohnung in Wien-Neubau auf, die dort fast drei Jahre verborgen blieb.[1] Die Versorgung Laufers gelang mit Hilfe eines Vertrauensnetzes, zu dem Hedwig Petzold, deren Tochter Christiane Esders und die Hausmeisterin Josefa Jäger gehörten.[1] Nach 1945 blieb Laufer zunächst bei Meinhardt, weil ihr die Rückkehr in ihre frühere Wohnung verwehrt blieb, und Meinhardt nahm ihre Vortragstätigkeit wieder auf.[4] Im Jahr 1949 trat sie in London bei einem Österreich-Abend der Anglo-Austrian Society auf, bei dem sie auch Texte Vertriebener las, und 1952 wirkte sie bei einer Gedenkfeier für Petzold mit.[2] Ihr Rettungshandeln wurde 2021 durch die Ehrung als Gerechte unter den Völkern gewürdigt.[1][2]