Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog
Gemeinde in Deutschland
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Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog ist eine junge Marschengemeinde im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein. Das Gemeindegebiet besteht ausschließlich aus dem namensgleichen Koog.[2]
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 54° 52′ N, 8° 38′ O | |
| Bundesland: | Schleswig-Holstein | |
| Kreis: | Nordfriesland | |
| Amt: | Südtondern | |
| Höhe: | 1 m ü. NHN | |
| Fläche: | 13,49 km² | |
| Einwohner: | 162 (31. Dez. 2025)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 12 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 25924 | |
| Vorwahl: | 04668 | |
| Kfz-Kennzeichen: | NF | |
| Gemeindeschlüssel: | 01 0 54 034 | |
| Adresse der Amtsverwaltung: | Marktstraße 12 25899 Niebüll | |
| Website: | www.amt-suedtondern.de | |
| Bürgermeister: | Christian Nissen (WGL) | |
| Lage der Gemeinde Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog im Kreis Nordfriesland | ||
Geografie
Lage
Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog liegt im Nordwesten des Naturraums Schleswig-Holsteinische Marschen nahe der Grenze zwischen Dänemark und Deutschland. Die Gemeinde ist bis heute direkter Anrainer am Nordfriesischen Wattenmeer im Bereich des Osterleys.
Landschaft

Der Koog wird heute vor allem durch die große Zahl von Windenergieanlagen in einer flachen, weiträumigen Landschaft dominiert.
Nachbargemeinden
Einzig angrenzende Gemeindegebiete vom Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog sind Klanxbüll im Norden (der Hindenburgdamm ist auf gesamter nördlich angrenzender Länge dem entsprechenden Gemeindegebiet zugeschlagen) und Osten, sowie im südlichen Gemeindebereich östlich angrenzend Emmelsbüll-Horsbüll.
Geologie
Oberflächennahe geologische Strukturen sind die recht jungen horizontal abgelagerten Meeressedimente einer Kalkmarsch. Diese befinden sich auf Normalhöhennull und unterliegen größtenteils einer landwirtschaftlichen Nutzung. Aufgrund der niedrigen Lage wird das Gemeindegebiet durch Deichbauten vor dem schwankenden Meeresspiegel im Gezeitengang, wie auch bei höheren Wasserständen im Falle von Sturmflutereignissen, geschützt. Die Deichhöhe vom sogenannten Landesschutzdeich erstreckt sich zurzeit auf bis zu 8,30 Meter über NHN.[3] Es ist aktiv wasserbaulich zu entwässern. Hierzu dient vor allem ein vom örtlich verantwortlichen Deich- und Hauptsielverband Südwesthörn-Bongsiel betriebenes Schöpfwerk im südwestlichen Deichabschnitt. Binnendeichs an der Außendeichlinie angelagert, befinden sich mehrere miteinander verbundene Staubecken zur Regulierung der zeitlich schwankenden Pegelstände.
Politik
Gemeindevertretung
Bei der Kommunalwahl am 14. Mai 2023 wurden insgesamt 7 Sitze vergeben. Von diesen erhielt die WGL 4 Sitze und die CDU 3 Sitze.
Bürgermeister
In der ersten Vertretersitzung der Amtsperiode 2018–2023 am 19. Juni 2018 wurde Christian Nissen (WGL) wiederholt zum Bürgermeister gewählt.[5] Er hatte ebenfalls in der vorangegangenen Wahlperiode dieses Amt inne.
Geschichte
Der Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog ist der letzte Koog in Schleswig-Holstein, der ausschließlich zum Zweck der Landgewinnung errichtet wurde. Spätere Köge wie der Hauke-Haien-Koog oder der Beltringharder Koog wurden aus Gründen des Küstenschutzes erschlossen und sind nur teilweise oder gar nicht besiedelt.
Die Eindeichung des Koogs mit einem 8,5 Kilometer langen Außendeich war das größte Deichbauvorhaben der Nachkriegszeit in Schleswig-Holstein. Da sich infolge des Zweiten Weltkrieges zahlreiche Flüchtlinge und Vertriebene in Schleswig-Holstein ansiedelten, sollte im Rahmen des Programmes Nord neues Siedlungsland geschaffen werden. Das Programm Nord wurde vom damaligen schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Friedrich Wilhelm Lübke vorangetrieben, der auch Namensgeber ist.
Zum ersten Mal wurde ein Deich in eigentlich unvorbereitetes Wattenmeer hineingebaut. Das bis dahin übliche Verfahren der Eindeichung geschah in Gebieten, die schon Jahrzehnte vorher vorbereitet waren und in denen sich schon ansatzweise Land gebildet hatte. Dieser Deichbau beschäftigte rund eintausend Arbeiter. Am 16./17. September 1954 zerstörte eine Sturmflut größere Teile der Deichschlussbrücke. Das Wasser spülte große Mengen Baumaterialien weg. Die Lage begann kritisch zu werden, da der Deich noch vor den Herbst- und Winterstürmen fertiggestellt werden musste, um noch größere Schäden zu vermeiden.
Nachdem der Deich am 21. Oktober 1954 geschlossen werden konnte, musste das Land noch entwässert und infrastrukturell erschlossen werden, bis sich 1958/1959 die ersten Familien ansiedeln konnten. Die ursprüngliche Besiedelung bestand aus 41 Einheits-Bauernhöfen, einer Schule und einer Gastwirtschaft mit Krämerladen. Zu gleichen Teilen wurden einheimische Bauern und Vertriebene aus den Ostgebieten angesiedelt.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Der Tassenpegel im Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog steht als technisches Denkmal in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein.
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaftsstruktur
Die wirtschaftliche Grundausrichtung der Gemeinde liegt im Sektor der landwirtschlichen Urproduktion. Einige Höfe werden teilweise von den Nachfahren der ersten Siedler bewirtschaftet.
Ein wichtiger Wirtschaftszweig ist heute auch die Energiewirtschaft. Seit Herbst 2018 wird im Rahmen einer Initiative ein Modellprojekt im Bereich der lokalen Energiewirtschaft zur Sektorenkopplung in der Region entwickelt. Es wird von der regionalen Initiative der ARGE Netz, dem lokalen Infrastrukturbetrieb des Bürger-Windparks, der Gemeinde und dem Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO) getragen.[6] Es wird erprobt, ob ein Hybridheizsystem aus Ölbrennwertkesseln und Strom aus erneuerbarer Energie in einem intelligenten System mit vergleichsweise geringem Kostenaufwand vor Ort realisiert werden kann.[7]
Verkehr

Die Gemeinde wird verkehrstechnisch überwiegend im motorisierten Individualverkehr über die in den Nachbarort Klanxbüll führende auf der dort endenden schleswig-holsteinischen L 8 erreicht. In direkter Verlängerung führt Landstraße weiter ins Gemeindegebiet.
Der festlandseitige Beginn des Hindenburgdamms mit der Trasse der Marschbahn fungierte bei Eindeichung als nördliche Deichstrecke für den Koog. Der Nächstgelegene Zugang im SPNV bildet die Station im Nachbarort.
Literatur
- Deutscher Grenzverein (Hrsg.): Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog. Druck- u. Verlagshaus, Schleswig 1979.