Friedrich Dahn

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Friedrich Dahn (* 18. April 1810[1][2] in Berlin; † 9. Dezember 1889 in München) war ein königlich bayrischer Hofschauspieler und Theaterregisseur.

Friedrich Dahn

Leben

Dahn war ein Sohn einfacher Geschäftsleute. Bereits als Kind zeigte er eine Begabung für die Deklination jeglicher Art und hielt kleine Prosavorträge von Predigten. Auf Wunsch seiner Familie begann Dahn an der Universität seiner Heimatstadt Theologie zu studieren. Bereits während seines Studiums wurde sein Interesse für die Bühne geweckt und er trat gelegentlich an privaten Liebhaberbühnen auf. Schließlich brach er sein Studium ohne Abschluss ab und debütierte er 1828/1829 unter Karl Friedrich Cerf am Königsstädtischen Theater in Berlin. Später wurde er als „jugendlicher Liebhaber“ ans Stadttheater Breslau engagiert. Als 1831 der Schauspieler Gustav Emil Devrient von Hamburg nach Dresden wechselte, berief man Dahn als Nachfolger ans Hamburgische Stadt-Theater.

Seit dem 1. oder 11. April 1834 war Dahn Mitglied im Ensemble des königlichen Hoftheaters in München, wo er bis an sein Lebensende engagiert blieb. Das Rollenbild wechselte vom Liebhaber zum Helden und ging später zur Vaterrolle über. Dahn betätigte sich zudem auch als Regisseur. Am 21. Oktober 1874 wurde ihm und seiner 2. Ehefrau anlässlich ihres gemeinsamen Bühnenjubiläums ein Tisch mit einer Inschrift geschenkt.[3]

Dem theuren Künstlerpaar Friedrich Dabn und Maria Dahn-Hausmann, zu ihrem Doppel: Jubilaum am 21. Oktober 1874 in dankbarer Verehrung gewidmet von: August Fresenius, Emanuel Geibel, Julius Grosse, Paul Heyse, Franz von Kobell, Hermann Lingg, Andreas May, Franz Graf von Pocci, Oskar von Redwitz, Herman Schmidt, Ludwig Schneegans, Adolf Wilbrandt

Er spielte unter anderem Rollen wie Don Carlos, Gaston in Die eiserne Maske, den Romeo, Tasso, den Werner in Herz und Welt.

Ehrungen (Auswahl)

  • Goldene Medaille für Kunst und Wssenschaft
  • 1. April 1874: Von König Ludwigs II. anlässlich seines vierzigjährigen Bühnenjubiläums zum Ehrenmitglied des Hoftheaters ernannt.
  • 1. April 1874: Ritterkreuz des Verdienstordens vom heiligen Michael durch König Ludwigs II.

Familie

Seit dem 15. oder 18. April 1833 war Dahn mit der Schauspielerin Constanze (geborene Le Gaye) verheiratet, mit der er zwei Söhne und eine Tochter hatte. Die Ehe des Schauspielerpaars verlief recht unglücklich und die beiden ließen sich 1850 scheiden.

  • Ludwig Julius Sophus, genannt Felix, Dahn (1834–1912), studierte Rechtswissenschaften und Philosophie und war als Schriftsteller unter dem Pseudonym „Julius Sophus“ tätig.[4]
  • Ludwig Dahn (1843–1898), wurde Schauspieler.
    • Felix Dahn (14. Februar 1874 – ), wurde Schauspieler[5]
  • Constanze Dahn (1846–1933), die unter dem Pseudonym „C. Hirundo“ schriftstellerisch tätig war.[6]

In zweiter Ehe war er seit 1852/1853 mit der Schauspielerin und Kollegin am Hoftheater, Susanne Marie (geborene Hausmann; 1829–1909) verheiratet, einer Tochter der Schauspieler Ludwig Hausmann (1803–1876) und Juliane (geborene Weick, 1810–1901),[7]

Dahn starb im Alter von 79 Jahren 1889 in München und fand dort auf dem alten nördlichen Friedhof seine letzte Ruhestätte.[8]

Gastspiele und Rollen (Auswahl)

Regie

  • Elisabeth Charlotte, Schauspiel in fünf Akten von Paul Heyse, am 2. Januar 1860 in München uraufgeführt[9]

Literatur

  • Friedrich Dahn und Marie Dahn, geb. Hausmann. Ein Doppeljubiläum an der Königlichen Hofbühne zu Münden. In: A. Entsch (Hrsg.): Deutscher Bühnen-Almanach. 39. Jahrgang. Berlin 1875, S. 96–98 (Textarchiv – Internet Archive).
  • Dahn, Friedrich. In: Deutsche Encyklopädie : ein neues Universallexikon für alle Gebiete des Wissens. Band 3: Brandenburg bis Dalmatica. Wirgandt & Grieben, Leipzig 1889, S. 1032–1033 (Textarchiv – Internet Archive).
  • Dahn, 1) Friedrich, Schauspieler. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 4, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, S. 414–415.
  • Felix Dahn: Dahn, Friedrich. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 47, Duncker & Humblot, Leipzig 1903, S. 612.
  • Ludwig Eisenberg: Großes biographisches Lexikon der deutschen Bühne des 19. Jahrhunderts. List, Leipzig 1903, S. 173.
  • Ernst von Possart: Erstrebtes und Erlebtes, Erinnerungen aus meiner Bühnentätigkeit. 3. Auflage. Ernst Siefried Mittler und Sohn, Berlin 1916, S. 153–154, 173–174, 191, 195–199, 207, 217 (Textarchiv – Internet Archive Mit Abbildung auf Tafel 8, zwischen S. 200 und 201).
  • Rolf Grashey: Die Familie Dahn und das Münchner Hofschauspiel (1833–1899). Voß, Leipzig 1932.
Commons: Friedrich Dahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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