Friedrich Dasypodius
deutscher Jurist und Hochschullehrer
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Leben
Dasypodius wurde 1559, wohl als Sohn des kölnischen Richters Peter Hase, im Ort Mühlhofe bei Valbert in einem seinerzeit kölnischen Teil des Sauerlandes geboren.[1] Seinen Namen gräzisierte bzw. latinisierte er später zu Dasypodius.
Seine Gymnasialzeit absolvierte er in Dortmund. 1581 begann er sein Studium der Jurisprudenz in Helmstedt, wo er seinen Mitstudenten schon bald Privatvorlesungen hielt. Als Begleiter des wenig jüngeren Adeligen Anton von der Streithorst durchreiste er Oberdeutschland und Italien und eignete sich insbesondere Sprachkenntnisse an.
1585 schrieben sich beide an der Universität Basel ein, wo er sein Studium 1589 mit der Promotion abschloss. 1590 kam er zurück nach Helmstedt, wo er im Januar 1591 eine zunächst außerordentliche, befristete Professur erhielt, die schon im Oktober des gleichen Jahres in eine ordentliche umgewandelt wurde. Dasypodius wurde zugleich als Prozessvertreter Herzog Heinrich Julius’ und dessen Rat bestellt.[1]
Von November 1595 bis Mai 1596 bekleidete er das Amt des Prorektors der Universität.
Nach nur acht Jahren Tätigkeit an der Universität, in denen er ungewöhnlich produktiv war, starb er einen frühen Tod, wahrscheinlich an der Ruhr.
Dasypodius war zweimal verheiratet, blieb aber kinderlos. Die erste Ehefrau war Elisabeth Schösgen, Tochter des ersten evangelischen Abtes von Kloster Mariental, Caspar Schösgen. Die zweite Ehe schloss er 1596 mit Hedwig Everdes (Evers), der Tochter des Wolfgang (Wolf) Everdes (Evers), Privatsekretär Herzog Julius’.
Veröffentlichungen
Dasypodius veröffentlichte unter anderem:
- THESES DE IVRISDICTIONE, 1586.
- THESES DE Iure adcrescendi, 1589.
- Dispvtatio Pandectarvm vicesima de ivre emphytevtico, 1590
- Theses disputationis XXVIII. digestorum de condictionibus ex promutuo, 1591.
- Theses de mora, 1593.
- PROPOSITIONES LEGALES DE DONATIONIBVS, 1593.
- Propositionum legalium de interdictis centura, 1593.
- Propositiones legales de donationibvs, 1593
- Propositiones legales de Donationibus defendens Bernardus a Widen, 1593
- Centuria thesium miscellanearum ex utroque iure sparsim desumptarum, 1594
- Theses de sponsalibvs et nvptiis, 1594.
- Centuriae duae thesium testamentariam materiam, 1595
- DEO BENE IVVANTE DE MORA, 1598.
Literatur
- Manfred Luda: Meinerzhagen im Schnittpunkt der Territorien. Meinerzhagen 1993, S. 96 ff
- Julius Georg Paul du Roi: Biographien der helmstädtischen Rechtslehrer, nebst genauen kritischen Nachrichten von ihren Schriften. Ein Beitrag zur Gelehrtengeschichte der Universität Helmstädt. 1789